Menschen entscheiden irrational

Zusammenfassung

Haben Sie auch Zweifel an der Rationalität des Menschen und der Behauptung, gerade in wichtigen Fragen entscheide man doch verantwortlich und das heißt dann vernünftig?
Dann sind Sie in guter Gesellschaft.

Eine Rezension

Der Verhaltensökonomiker, Dan Ariely, untersuchte die Irrationalitäten der menschlichen Entscheidungen und beschreibt seine Fragestellungen, Experimente und Ergebnisse amüsant und mit einer wohltuenden Brise Selbst-Reflexion und Ironie – auch gegenüber sich selbst – in seinem Buch: Dan Ariely: Denken hilft zwar, nützt aber nichts
Warum wir immer wieder unvernünftige Entscheidungen treffen

Alle sind betroffen

Tatsächlich sind alle betroffen: Wir behaupten, unsere Entscheidungen nach reiflicher Überlegung und getreu unseren Kriterien zu treffen.

Dabei bleiben viele Fragen offen:
Warum lassen wir uns von Sonderangeboten, oder gar Gratis-Zugaben zum Kauf im Grunde ungewollter, auf jeden Fall aber unnützer Dinge verleiten?
Warum spielen Vergleichspunkte (auch manipulativ eingeführte) eine so bedeutende Rolle?
Warum geben durchschnittliche Menschen mehr aus, als sie haben, und verschulden sich im Laufe der Zeit zunehmend?
Und warum sorgen wir nicht ausreichend für unser Alter, also die Zeit nach der Erwerbstätigkeit, vor – obwohl wir doch alle wissen, dass die gesetzliche Rente nicht ausreichen wird, unseren lieb gewonnen und gewünschten Lebensstandard zu halten?
Warum schieben wir wichtige Tätigkeiten immer wieder auf die lange Bank?

Eine grobe Zusammenfassung

Wir alle fällen (komplexe) Entscheidungen, indem wir den anstrengenden Weg der Faktoren-Klärung irgendwann abbrechen und aufgrund weniger – vor allem emotionaler – Faktoren intuitiv entscheiden.

Irrationale Entscheidungen haben an der Börse weitreichende Folgen

Besondere Bisanz bekommt das Nachdenken über die menschliche Irrationalität mit der Immobilien-, Finanz- und schließlich Schulden- und Währungs-Krise. Die These des Verhaltensökonomikers Dan Ariely lautet: Es ist kein Zufall, dass Menschen sich in dieser Weise krisenfördernd benehmen. Sie neigen zu irrealen Handlungen und man kann diese Neigung systematisch erfassen und schließlich voraussagen und das bedeutet, auch damit rechnen! – An dieser Stelle seines Buches startet er einen schon fast tragisch wirkenden Appell an die (Nation-)Ökonomen und alle Entscheidungsträger, mit diesen neuen Erkenntnissen das in der Ökonomie noch weitgehend vorherrschende Modell vom Mensch als „homo oekonomicus“ (Jeder Mensch suche systematisch seinen Vorteil und handele nur rational gemäß diesem Ziele.) zu revidieren oder wenigstens zu erweitern: Wer mit der Möglichkeit, irrational zu entscheiden rechnet, kann auch Wege finden, diese Einladungen mit zu bedenken und so etwas weniger wahrscheinlich zu machen – oder wenigstens mit dem Verhalten der Menschen zu rechnen. Wer die Möglichkeit grundsätzlich ausschließt, dass auch wichtige, z. B. wirtschaftliche Entscheidungen von einem Bündel menschlicher Motivationslagen beeinflusst werden könnte, wird immer wieder in die gleiche oder ähnliche Fallen tappen.

Eine Lese-Empfehlung für die Sommerzeit – auch in kleinen Abschnitten lesbar.

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Weiterführende Links

  • Ein sehr nachdenklich machender Vortrag von Dan Ariely über Täuschungen (optische und kongnitive) und ob wir Herr unserer Entscheidungen sind.

zuletzt bearbeitet am 27.12.2012 / 12:05 Uhr zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

einfühlend verstehen lernen

Zusammenfassung

Der Erfinder der Konzepte von der Stimmigkeit in der Kommunikation, des Kommunikations-Quadrats und des Modells vom inneren Team, der Hochschullehrer für Psychologie, Friedemann Schulz von Thun, spricht aus Anlass seines Abschiedes von der Universität über seinen Werdegang, wichtige Stationen und zusammenfassende Ergebnisse seiner Arbeit, eine Kommunikations-Psychologie mit Anschluss an dass alltägliche Leben. – Sehr bewegend, weil menschlich.

Gliederung


Bei Personal-Wechsel oder Abschieden darf man grundsätzlich sprechen.

Im Laufe meines Lebens habe ich immer wieder erlebt, was mir mein Vater aus seiner eigenen Erfahrung als Leiter eines Jugendverbandes und anderer Organisationseinheiten immer wieder sagte: Bei Personal-Wechsel soll man auch mal grundsätzlich sprechen.
Sehr schade, ja tieftraurig empfinde ich es, wenn erst beim Abschied einer bewährten Kraft gelobt wird.

Eine selten kommende Chance verpassen neue Mitarbeiter/innen – zumal Leitungs-Kräfte, wenn sie nicht den Mut finden, sich im neuen Feld zu zeigen und ein paar grundsätzliche Gedanken sagen.

Auch an manchen Abschied von Kollegen oder mir selbst aus Teams erinnere ich mich gerne, weil dort zusammen gefasst und gewürdigt wurde. – Das tut gut.

Abschiedsvortrag von Friedemann Schulz von Thun am 23.10.2009: „Was ich noch zu sagen hätte …“

Der durch seine Schriften und seine vielfältigen Ausbildungs- und Vortragstätigkeiten bekannte Hochschullehrer für Psychologgie von der Universität Hamburg verabschiedet sich launig, berührt und berührend von seinen Student/innen und Kolleg/innen.
Dank modernen Technik kann dieser Vortrag nochmals mitvollzogen werden:
direkt zum Medienportal lectur2go der Universität Hamburg

Menschliche Qualitäten sind am besten in Polaritäten zu begreifen.

Eine wesentliche Lebensweisheit beschreibt Friedemann Schulz von Thun im Zusammenhang mit dem Werte- und Entwicklungs-Quadrat: Alle Werte im menschlichen Leben werden durch Übertreibung ent-wertet. Darum zeigt eine polare Balance zu einem komplementären Wert den Weg in die menschliche Reife.

Psychologische Erkenntnisse fordern in der Umsetzung sehr oft Herzensbildung.

Aus eigenem Lernen und Erleben schildert Schulz von Thun, dass Wissen zwar wichtig ist. Aber was hilft es, wenn wir wissen, dass Empathie ein wichtiger Erfolgsfaktor für Beratung und Therapie ist. – Ja, und wie werde ich jetzt empathischer? – Hier deutet Schulz von Thun an, dass die Umsetzung dieses Wissens viel menschliche Arbeit bedeuten kann.

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Weiterführende Links

zuletzt leicht überarbeitet am 8.08.2013      zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Ohne NATO zum Frieden

Statt Geburtstagsgrüßen kritische Fragen

Zum sechzigsten Geburtstag des Militärbündnisses kann ich nicht gratulieren.
Statt dessen stelle ich hier einige Gedanken und Anfragen an Selbstverständlichkeiten an.

Die NATO ist eine Selbstverständlichkeit

Wir haben uns an die Aussage gewöhnt, dass die NATO den Frieden sichere. Das heißt, wir haben diese Meinung gelernt.
Im öffentlichen Nachdenken und Debattieren wird nur sehr selten grundsätzlich darüber nachgedacht, ob mit einem Militärbündnis denn tatsächlich der Frieden zwischen Völkern gesichert werden könne und welchen „Preis“ die Weltgemeinschaft dafür zu bezahlen hat.

Gewohnheit ist noch kein hinreichender Grund für die Richtigkeit

In den vierzig Jahren des so genannten Kalten Krieges haben wir uns an die NATO als drohenden Gegenpart zum östlichen Militärbündnis gewöhnt. Mit der Auflösung des Warschauer Paktes im Jahr 1991 wäre meiner Meinung nach auch die Auflösung der NATO sinnvoll gewesen.
Die sicher notwendigen weltweiten Ordnungsaufgaben sind Aufgaben der Vereinigten Nationen (UN)! Dies gilt es zu fördern und zu unterstützen.

Frieden kann besser ohne Militär gesichert werden! – Ja, wirklich!

Aus christlicher Tradition und Überzeugung kann ich mit Recht und Nachdruck die Frage nach der Alternative zur gewohnheitsmäßige Idee einer Friedenssicherung durch Gewalt oder Gewaltandrohung durch Militärs oder militärische Bündnisse stellen.

Dabei bin ich mir sicher,

  • dass dies der jüdisch-christlichen Glaubens- und Lebenstradition entspricht
  • dass die Auflösung der bestehenden gewaltförmigen Politik-Strukturen nur am ende eines langen Umdenk-Prozesses stehen wird
  • dass manche Gruppen dafür etwas abgeben müssen (Macht,  Reichtum und eine irreale Sicherheits-Idee)
  • dass dies nicht ohne Druck größerer Bevölkerungs-Gruppen, und das bedeutet Wähler-Gruppen, geschehen wird.
  • dass dazu manche selbstverständlichen Denk-Gewohnheiten wieder verlernt werden müssen.

Weitere Anregungen und Impulse zur Vertiefung:

Zuketzt bearbeitet: 4.04.2009 / 11:33                    zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Profession Supervision (3): Was ist alltägliche Hypnose?

Zimmermanns These: Hypnotische Phänomene sind alltäglich!

Der klinische Hypnose-Ausbilder, Hans-Peter Zimmermann, erzählt in einem 40-minütigen Podcast (HPZs-Power-Podcast Nr. 59), wesentliche Grundfragen über Hypnose.

Oft werden diese nach Meinung des Hypnose-Fachmanns unbewusst, sicher oft aber auch bewusst eingesetzt. – Wie bei vielen anderen wirkungsvollen Instrumenten kommt es wesentlich darauf an, mit welcher Absicht und welcher Haltung sie eingesetzt werden.
Die vielgestaltig möglichen alltäglichen Suggestionen aufzudecken ist das Ziel seines kostenlosen E-Books „Hypnose im Alltag“. Ich habe den Text mit Gewinn gelesen und viele bekannte Muster wieder erkannt.
Diesen Text und vieles andere Anregende finden Sie auf der Website von Herrn Zimmermann, die ich empfehlen kann:

  • sehr anregend
  • pfiffig und – auch medial – vielfältig
  • unterhaltsam und humorvoll
  • und freigiebig

Welchen Bezug gibt es zum Beratungsformat „Supervision“?

Aus meiner Praxis als Supervisor kenne ich vielfältige Formen von suggestiven Einflüssen auf meine Klientinnen und Klienten. Häufig stelle ich auch hoch wirksame Selbst-Suggestionen fest. – Manche Problem-Beschreibungen sind zum Beispiel so gut eingeübt und darum so hartnäckig, dass es schwer fällt, andere Blickweisen darauf zu wagen.

Wie können Sie selbst bemerken, dass jemand oder Sie selbst mit hypnotischen Vorgängen konfrontiert ist oder war?

Solche Beeinflussungen können aufgedeckt und in ihrer Wirkung (im Sinne der Klienten) umgestaltet werden!

Für einen angstfreien und unbefangenen Umgang mit hypnotischen Phänomenen im Alltag

Hans-Peter Zimmermanns Definition von hypnotischen Phänomenen, von Suggestionen ist weit gefasst und folglich kann er auch mit guten Gründen annehmen, dass viele solcher Beeinflussungen im Alltag stattfinden.

Schon seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit hypnotischen Phänomenen und Trance-Zuständen.
Das bedeutet nicht, dass ich mir einbilde, nicht selbst auch immer wieder in solche Beeinflussungen verstickt zu werden.

Im Laufe der Zeit habe ich den Mut entwickelt,

  • mit solchen hypnotischen Phänomenen zu rechnen
  • mich ihnen zu widersetzen, wenn ich sie erkenne
  • sie bewusst und wohl überlegt einzusetzen.

Ich bin gespannt, was Sie davon halten!

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Weiterführende Links

Artikel-Reihe zur „Profession der Supervision“.

Diese Reihe wird in loser Folge fortgeführt.

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Zuletzt bearbeitet: 4.09.2012 / 14:28 Uhr                           zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Ein kabarettistischer Blick auf die Bildungspolitik

„Bildung ist eine wichtige Aufgabe
– für die Zukunft!“

In Sonntagsreden kann man diesen oder ähnliche Sätze immer wieder hören.

Ich erlebe, dass die Rahmenbedingungen für die Bildung, für Kindergärten, Schulen und Ausbildungen – entgegen allen schönen Versprechungen in Sonntags-Reden – leider ausgesprochen unterfinanziert sind. Vieles scheint bei der Verteilung der Mittel dann doch noch wichtiger als Schule und Bildung zu sein.

Manchmal hilft Humor oder ein kabarettistischer Blick.

Ich hoffe auf ein – hoffentlich auch irgendwie – befreiendes Lachen oder wenigstens Schmunzeln von Ihnen.
Nach der Entspannung können Sie vielleicht besser und wollen dann auch unter nachweislich ungünstigen Rahmenbedingungen pädagogisch arbeiten.


direkt zu Youtube

Oder: Volker Pispers zu den Lehrern bei Youtube. Mein zweiter Tipp!

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Aus der  Reihe “Profession Lehrkraft”:

und:

zuletzt überarbeitet am 9. Juli 2010 / 15:10 Uhr          zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Humor als geistige Lockerungsübung

Viele Menschen empfinden ihr alltägliches Leben eher als hart und eben gerade nicht als „lustig“.

Gelingt es dann doch, die Umstände und Situationen humoristisch anzusehen, wird

  • Ernstes unernst
  • Ausgeblendetes sichtbar
  • und oft Unsagbares sagbar.

Darum – finde ich – lohnt es sich, eine humorvolle Haltung zu sich selbst und seinen Lebensumständen zu entwickeln.
Ja, ich bin der Meinung, man könne dies auch üben. Am Ende dieses Textes habe ich zwei Bücher empfohlen, die ich dafür hilfreich finde.

Eine wichtige Funktion einer humorvollen Lebenseinstellung:
Humor kann neue Sichtweisen eröffnen.

Genau dies finde ich persönlich und aus meiner beruflichen Sicht auf Menschen und Situationen am Humor so anregend und aufregend:

  1. Mit Humor lassen wir mehr als eine Deutung oder Sicht zu, wir werden beweglicher und vielfältiger.
  2. Mit Humor können eingewöhnte Muster unterbrochen werden:
    Plötzlich sehen wir etwas Neues oder empfinden Gewohnheiten oder Vorlieben neu und anders, vielleicht zuerst einmal auch etwas fremd ….
  3. Mit Humor macht das Leben uns selbst und unserer Umgebung mehr Freude.

Denn: Wer lacht oder schmunzelt nicht gerne?
Und für Beratungen (Supervision und Coaching) oder Unterricht ist es allemal günstig, wenn mehr als nur eine Deutung möglich wird.

Eine spontane – und subjektive – Auswahl von witzigen Bemerkungen

  • Ein guter Chef
    macht nicht alle Fehler selbst.
    Er gibt auch anderen eine Chance!
  • Wer zuletzt lacht,
    hat es nicht eher begriffen.
  • Nach vielen Jahren trifft der alte Mathematiklehrer seinen schlechtesten Schüler, als er gerade einem stattlichen Fahrzeug entsteigt. Er selbst fährt noch immer eine verbeulte Rostlaube. – „Dir scheint es ja gut zu gehen, Moritz!“, sagt der alte Lehrer. „Was machst Du denn beruflich?“ – „Ich handle mit Südfrüchten.“ – „Und wie machst du das?“, möchte der Lehrer wissen. – „Ganz einfach,“ antwortet Moritz, „ich kaufe eine Kiste Orangen für 10 € im Großhandel und verkaufe sie wieder für 30 €. Von diesen drei Prozent lebe ich ganz gut.“ (Frei nach Titze/Patsch: Die Humorstrategie; 49)

Literatur-Empfehlungen
(Beide Bände haben mir beim Lesen Spaß gemacht
und regen zum Nachdenken über sich selbst und den eigenen Humor an.)

Titze+Patsch: Humor

Die Humor-Strategie über amazon.de direkt hier bestellen.

Der Witzableiter

Den Witzableiter über amazon.de direkt hier bestellen.

Vielleicht ist der Sommer und die Ferienzeit genau die geeignete Zeit, dem Leben etwas „Witz“ abzugewinnen. Das wünsche ich Ihnen von Herzen.

Viele Ideen und weiteres gutes Material fand ich bei Dr. Michael Titze in seiner empfehlenswerten Homepage. Vielen Dank.

Zuletzt geändert: 4. 08. 2010

vierfach effektiv lernen

Moderne Hirn- und Lernforschung regen mich an.
So schlage ich hier ein vierfach gestuftes und aktivierendes Verfahren
zur Vertiefung und Überprüfung des Lernstoffs vor.

Ausgangslage
Der „Stoff“ ist mindestens einmal im Unterricht durchgearbeitet.
Anschließend stellen sich allen Beteiligten folgende Fragen:

  • Haben die Schülerinnen und Schüler den Inhalt (und – noch wichtiger: die Zusammenhänge) auch gelernt?
  • Was wissen die Schüler/innen wirklich?
  • Wie kann dieses Wissen so verfestigt werden, dass sie sich auch noch in Monaten und Jahren daran erinnern und es anwenden können?
  • Wie kann dieses vertiefende Lernen auch noch Spaß machen?

1. Schüler/innen entwickeln selbst Test-Fragen zum Unterrichtsthema

Die Klasse wird in Arbeitsgruppen zu 6 bis maximal 8 Personen eingeteilt. Die Schüler/innen setzen sich in diesen Gruppen in eine sinnvolle Sitzordnung.
Jede Gruppe entwickelt 1 bis 3 Test-Fragen zum Unterrichtsstoff und hält diese – gut lesbar – auf Zetteln (für jede Fragen einen einzelnen).

2. Schüler/innen formulieren selbst die erwartete, richtige Antwort
Anschließend schreiben die fragenden Gruppen eine jeweils optimale Antwort (sozusagen einen „Erwartungshorizont“).

3. Spielerische Test-Situation mit Bewertung durch die fragenden Schüler/innen-Gruppen
Nun werden die Fragen in der Klasse öffentlich gestellt und von einer anderen Gruppe beantwortet. Die fragende Gruppe bewertet die Antwort einer anderen Gruppe auf dem Hintergrund ihrer vorher aufgeschriebenen, als optimal erwarteten Antwort und gibt eine Note.

4. Überprüfung und mögliche Ergänzung oder Korrektur durch die Klasse und die Lehrkraft
Diese Bewertung wird von der gesamten Gruppe und der Lehrkraft überprüft. Möglicherweise sollte eine Antwort inhaltlich ergänzt oder eine Bewertung korrigiert werden.

Meine Erfahrungen mit diesem Verfahren

Nach anfänglichem Zögern und verständlicher Unsicherheit ob des ungewohnten Verfahrens lassen sich die meisten meiner Unterrichtsgruppen auf diese Art der spielerischen Lern-Kontrolle und Vertiefung des Verständnisses ein.
Den meisten Gruppen waren dann auch mit Spaß bei der Sache.
Bei mehrmaliger Anwendung – zum Beispiel in der Oberstufe – vermute ich auch bei Einzelnen einen Impuls zu veränderten, sinnvolleren Lern-Formen. (Vereinzelte Rückmeldungen von Schüler/innen haben mich erreicht und bestätigen meine Hoffnung.)

Mögliche Erweiterung

Noch tiefer wird ein auf dauerhaftes Lernen angelegtes Verhalten der Schüler/innen, wenn der überprüfte Stoff der letzten oder vorletzten Unterrichtseinheit entnommen wird. Dann wird kurzfristiges Pauken auf die morgen anstehende Klassenarbeit (nach dem „Kellner-Prinzip“: servieren und vergessen) nicht mehr belohnt und möglicherweise durch eine sinnvollere Lernmethode (regelmäßig kleine Portionen wiederholen) ersetzt.
(Vgl. dazu „Lernen: Für das Leben, nicht für die Klassenarbeiten! (…) Mit dieser einfachen Änderung werden Schüler und Studenten dazu angehalten, nachhaltig zu lernen und nicht ihre Zeit mit sinnlosem Gepauke zu verwenden.“ (SPITZER, Manfred: Lernen. Gehirnforschung und die Schule des Lebens. Heidelberg – Berlin: Spektrum. Akademischer Verlag; 3., korrigierte Auflage 2003; 410f)

Literatur-Hinweis und Quelle

SPITZER, Manfred: Lernen. Gehirnforschung und die Schule des Lebens. Heidelberg – Berlin: Spektrum. Akademischer Verlag; 3., korrigierte Auflage 2003:
Was Lernen beeinflusst (139-156 zu Aufmerksamkeit; 175-195 zu Motivation)
Schule (399-421)
Auch die hier dargestellte Grundidee wurde mir über Manfred Spitzer bekannt. Leider fand ich die exakte Quelle nicht mehr, in der er ein sehr ähnliches Verfahren für die Überprüfung von mathematischem Unterrichtsinhalt berichtete.

Weiterführende Links:

zuletzt überarbeitet am 9. April 2010 / 10:30 Uhr                           zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Feedback von Schüler/innen einholen

Schuljahresende ist ein günstiger Zeitpunkt.

Das nahe Ende des Schuljahres ist eine günstige Zeit, sich von ausgewählten Lerngruppen eine Rückmeldung ein zu holen. (In der sozialwissenschaftlichen Fachsprache werden solche Rückmeldungen als „Feedback“ bezeichnet.)

Anonymität hilft der Wahrheitsfindung.

Im Gegensatz zu den Empfehlungen für ein persönliches Feedback halte ich beim Feedback in der Schüler-Lehrer-Beziehung Anonymität für sinnvoll. So kann schon die Idee, eine Rückmeldung hätte (langfristig) Auswirkungen auf die Leistungsnoten, im Keim umgangen werden.

Formalisierte Fragebögen ermöglichen bei wiederholter Anwendung die Einordnung.

Durch die mehrmalige Verwendung formalisierter Fragebogen-Formen kann die Lehrkraft im Laufe der Jahre zwischen Gruppen und Konzepten vergleichen und so die Rückmeldungen der Schüler/innen-Gruppen besser einordnen.

Vorschläge können hier auf Ihren Rechner herunter geladen werden:

Bitte beachten Sie das Copyright und geben bei Verwendung oder Abänderungen bitte die Quelle an. Danke.

Weitere Artikel zum Thema

oder selbst eine online-Umfrage starten

mit dem schweizer Findmind.ch

Zuletzt überarbeitet am 9. März 2019      zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Feedback zu erfragen klärt

Stimmen unsere Bilder?

In fast jeder Lebenslage haben wir Bilder und Vorstellungen von uns und anderen im Kopf

  • Was von dem, was ich ausdrücken wollte, ist von der anderen Person wie verstanden worden?
  • Wie wirke ich auf mein Gegenüber?
  • Was erwartet oder benötigt mein Gegenüber?
  • Was habe ich beim anderen erreicht oder auslösen?

Ob diese Vorstellungen von uns selbst oder den anderen zutreffen, ist immer wieder unsicher.

Normalerweise missverstehen wir uns

Der Normalfall in der Kommunikation ist nicht das passgenaue Verstehen sondern leider allzu oft ein teilweises oder sogar vollständiges Miss-Verstehen!

Allermeistens ist das nicht wirklich schlimm, weil die nächste Information uns über unser Missverständnis wieder aufklärt.

Was können wir tun?

  1. Wir könnten die Möglichkeiten der Missverständnisse einfach übersehen.
  2. Wir können sehr viel Enerie dafür aufwenden, über unsere Unsicherheiten, wie etwas angekommen sein könnte, zu phantasieren und nachzusinnen.
  3. Energiesparender ist es da höchstwahrscheinlich, wenn wir unser Gegenüber fragen, was und wie es bei ihm angekommen ist, was wir ausgedrückt oder getan haben.

Zugegeben, das erfordert immer wieder neuen Mut und auch Energie.
Es klärt aber, gibt uns ein wenig mehr Einblick in die Realität aus der Sicht unserer Umgebung, erspart uns manche Spekulation und Täuschung und damit schließlich auch manche spätere Ent-Täuschung.

Für pädagogisch oder sozial tätige Menschen könnte ein (formalisiertes) Feedback – wie in einem eigenen Beitrag über Feedback von Schülerinnen und Schülern beschrieben – hilfreich sein.

Weiterführende Links

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zuletzt bearbeitet am 15.03.2014 / 17:11 Uhr zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht