Willkommen

Hier geht es hauptsächlich um drei Themen:

  1. Supervision/Coaching und Fortbildung
  2. Unterricht und schulisches Umfeld
  3. die übergreifenden Themen lernen und sich entwickeln.

Kurz-Information zur Supervision/Coaching

Supervision und Coaching verstehe ich als einen verabredeten und begleiteten Such-, Er-Finde- und Lernprozess von eröffnenden Fragen zu passenden Antworten, Lösungen und Perspektiven Ihrer Entwicklung.

Mein Motto und Ziel:

Lernen, kooperieren und leiten können Freude
und Zufriedenheit bereiten. –
Wer etwas gerne tut und weiter lernt, wird es oft – im Laufe der Zeit – mit hoher Qualität tun.

Ich freue mich, wenn Sie durch diese Seite angeregt werden.

Sollten Fragen offen bleiben, so stellen Sie mir diese gerne per E-Mail und ich werde sie, wenn und sobald ich kann, beantworten.

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zuletzt bearbeitet am 17. Juni 2017      zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

nach Klassenarbeiten auswerten (Profession Lehrkraft – 22)

Zusammenfassung

  • Waren die Aufgaben in der Klassenarbeit so zu erwarten und zumutbar?
  • Wie haben sich die Schülerinnen und Schüler vorbereitet und welche Note erwarten sie?
  • Wie können möglicherweise ungeschickte Vorgehensweisen beim Lernen und Vorbereiten auf Klassearbeiten angesprochen und verändert werden?

Auswertung hilft weiter!

Klassenarbeiten und Klausuren auszuwerten, hat vielfältige Effekte

  • Schülerinnen und Schüler können Ihre Eindrücke systematisch ausdrücken
  • Möglicherweise missverständliche oder als zu schwer empfundene Aufgabenstellungen werden identifiziert
  • Lehrkräfte bekommen Rückmeldungen
  • Die Schüler*innen schätzen die Intensität Ihrer Vorbereitung ein
  • Sie legen Ihre Leistungserwartung offen.

Meine vormalige Praxis

Schon seit längerer Zeit ließ ich die Schüler*innen vor der Rückgabe der Klassenarbeiten eine Selbsteinschätzung notieren. Manche mögen das nicht. Ich hielt es dennoch für zielführend.

Nach der Besprechung des Erwartungshorizontes forderte ich sie zu einem Vergleich mit der tatsächlichen Leistungsbewertung auf.
Wenn es eine deutliche Abweichung gab, sollten sie sich über mögliche Erklärungen Gedanken machen und diese möglicherweise auch mit mir besprechen. Besonders bei kräftigen Abweichungen oder fehlenden Erklärungen, war mir ein Austausch wichtig: Wie lernen sie im und nach dem Unterricht und vor der Klassenarbeit? Wie könnten bessere Leistungen erreicht werden?

Durch Kollegen Spitau angeregte Weiterentwicklung meiner Praxis

Der Kollege Marcel Spitau hatte einen Fragebogen ausgegeben und ihn nach der Rückgabe mit den Schüler*innen besprochen.

Seinen Fragebogen habe ich weiter entwickelt und graphisch aufbereitet.

Inzwischen habe ich die Vorgehensweise, diesen Fragebogen an die Klassenarbeit anzuhängen. Die Schüler*innen sollen sich drei Minuten am Ende der Klassenarbeit nehmen und den Bogen spontan ausfüllen.

Mit der Rückgabe der Klassenarbeiten liefere ich auch eine Auswertung und bespreche diese.

Anschließend werden die Schüler*innen dann zu Deutung der möglichen Differenz zwischen der erwarteten und der tatsächlichen Leistung aufgefordert.

Abschließen lade ich sie ein, Ihre Ziele zu formulieren. So kommen die Schüler*innen wieder in die Selbstverantwortung für ihre Leistungen.

Mit diesem erweiterten Verfahren habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht.

Wer hat Erfahrungen mit solchen oder ähnlichen Verfahren?

Bin sehr an kollegialem Austausch interessiert!

Welche Vorgehensweise haben Sie?

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zuletzt bearbeitet am 16.06.2017 / 17:17      zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

verlernen und lernen (selbstmotiviert lernen – 7)

Zusammenfassung

Genau so wichtig wie Lernen,
ist die Bereitschaft, zu verlernen.

Das klingt einfach. –
Es ist ungewohnt, ja schwer!

Nicht jedes Lernen ist ausdrücklich erwünscht.

Schon Fritz B. Simon hatte in seinem unterhaltsamen Werk

Die Kunst nicht zu lernen.
Und andere Paradoxien in Psychotherapie, Management, Politik …
Heidelberg, Auer, 1997

auf die Ambivalenz hingewiesen: „Denn es ist ja keineswegs immer sinnvoll, dass wir lernen und uns unserer Umwelt anpassen, während genausogut diese Umwelt lernen und sich uns anpassen könnte.“ (S. 154f)

Wenn wir anfangen, über Lerninhalte nachzudenken, werden die Fragen noch bedeutsamer.

ulearn – eine sehr deutliche Demonstration

Über einen Tipp von Anja Förster und Dr. Peter Kreuz (http://www.foerster-kreuz.com) bin ich auf eine eindrucksvolle Demonstration hingewiesen worden.

Können Sie Fahrrad fahren? –
Wirklich und tatsächlich immer?

Sehen Sie selbst – und dieses Video an (8 Minuten):

Notwendiger Begleiter des Lernens ist das Verlernen!

Was bedeutet das eben Gesehene für die Lernprozesse, die wir aktuell angesichts sich rasant verändernder Umweltbedingungen leisten sollten?

Tatsächlich gibt es den Aphorismus:
„What gets us into trouble
Is not what we don´t know.
It´s what we know for sure
That just ain’t so.“

Dieser Spruch wird Mark Twain zugeschrieben und kann sinngemäß so übersetzt werden:
„Was uns in Schwierigkeiten bringt, ist nicht unser Unwissen, sondern unser vermeintliches Wissen von Falschem.“

Im Klartext: Wenn wir nicht bereit sind, vorgeblich sicheres Wissen zu hinterfragen und auch wieder zu vergessen, werden wir in manchen wichtigen Fragen nicht weiter kommen!

Selbstverständlich können wir auch ver-lernen.

Wir sollten nur auch darauf achten – und nicht nur auf Lernen.

Viel Erfolg!

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zuletzt bearbeitet am 18. Mai 2017 / 17:00        zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

anspruchsvoll entscheiden: konsensieren

Kurzfassung

Mehrheitsentscheidungen führen manchmal zu unangenehmen Wirkungen.

– Konsens ist anstrengend!
– Machtspiele sind lästig und schädlich.

Ein pfiffiger Perspektiven-Wechsel führt zu Lösungen: durch „konsensieren“.

Mehrheitsentscheidungen haben deutliche Nachteile.

Immer wieder wird begründet bezweifelt, ob die üblichen Mehrheitsentscheidungen günstig sind.

Aktuell liefert zum Beispiel die eifrige Suche nach Mehrheiten für die Wahl eines Nachfolgers von Martin Schulz als Präsident des europäischen Parlaments Anschauungsmaterial.

Dank an den Hinweisgeber

Neulich wurde ich durch meinen aufmerksamen, ständig neue Ideen findenden Freund Gunnar Thörmer (www.flexilist.de) auf eine interessante Alternative aufmerksam:

Das SK-Prinzip oder „konsensieren“

Im privaten Bereich und in kleinen Gruppen machen wir uns die Mühe, eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung – also einen Konsens – zu finden.
Die Beziehungsschäden wären sonst zu hoch.

Wie kann dieses Prinzip auch für größere Gruppen mit verträglichem Aufwand angewendet werden?
Indem wir auch dort Lösungen suchen, die für die allermeisten Fälle ohne „Verlierer“ oder „Überstimmte“ ausgehen können.

Der Dreh: Die Perspektive wird auf die Widerstände gegen die einzelnen Lösungs-Optionen gewendet. Das heißt, die normalerweise schwarz-weiß unterscheidende Mehrheitswahl wird in Stufen aufgebrochen. Für jede der Lösungs-Möglichkeiten wird der Widerstand auf einer Skala von 0 (ohne Widerstand = eine mögliche Ja-Stimme im Mehrheitswahlmodus) bis 10 (geht gar nicht = mögliche Nein-Stimme im Mehrheitswahl-Modus) eingeschätzt und zusammengezählt wird.

Vorteile

  • In einer ersten Zwischenphase können weitere Lösungen vorgeschlagen werden (eine deutliche Steigerung der Beteiligungsmöglichkeiten).
  • Der Charme dieser Vorgehensweise ist, dass man mit diesem Verfahren mehrere Ja- oder Nein-Stimmen und auch noch alle Abstufungen dazwischen zu allen zur Auswahl stehenden Möglichkeiten abgeben darf.
  • Die Konsens-Lösungen werden sehr gut von allen aus der Entscheidergruppe akzeptiert.
  • Allermeist gibt es keine „Verlierer“; alle sind am erfolgreichen Konsens beteiligt.
  • Der Fokus wird durch das Verfahren auf kreative und sinnvolle Lösungen und weg vom reinen Macht-Erhalt verschoben. (Darum kann man das Verfahren mit Recht „systemisch“ nennen.)

Nachteile

  • Benötigt eine Hin- und Einführung, weil das Verfahren noch nicht sehr bekannt ist.
  • aufwändig (zeitlich und inhaltlich)
  • In den meisten Geschäftsordnungen von Entscheidungsgremien sind Mehrheitsentscheidungen als Standard-Verfahren festgelegt. Daher muss nach dem Konsensieren noch ein formaler Mehrheitsbeschluss über die einvernehmlich gefundene Lösung herbeigeführt werden.

Ein hilfreiches online-Tool

Meine ersten Tests mit https://www.konsensieren.eu/de/ sind positiv verlaufen. Ich werde das Verfahren und die bereitgestellte Ressource weiter erproben. Beispielsweise werde ich es bei Entscheidungen über Wahl-Themen im Unterricht einsetzen und auch weiter empfehlen.

Bin gespannt auf Ihre Erfahrungen und Einschätzungen.

Freue mich über Kommentare und besonders über Erfahrungsberichte.

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zuletzt leicht bearbeitet am 26.05.2017 / 11.20 Uhr zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Blickweisen: Die Ernte des Nebels

Tagelang lag über dem Freiburger Westen eine zähe Nebeldecke.

Viele fanden das Wetter ungünstig und besonders für die Silvesternacht lästig, weil die Feuerwerkskörper dann nur eingeschränkt zu sehen wären.

Am ersten Tag des neuen Jahres zeigte sich dann für ein paar Stunden
die Ernte des Nebels:

Ernte des Nebels: vereiste Planzen am Opfinger Backersee, Freiburg. Foto: M. Veeser-DombrowskiKommt offenbar auch auf den Blickwinkel und die Interessen an, wie wir wahrnehmen und bewerten.

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zuletzt bearbeitet am 2. Januar 2017 / 12:52 zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Den Autopilot pausieren lassen. (Wandel lernen – 9)

Zusammenfassung

Im Alltags-Autopilot konsumieren Viele (ich auch) Vieles und Vielfältiges und entscheiden dabei oft nicht bewusst, auch zu verdauen.

Selbst entdecke ich gerade (wieder) die Chance der Unterbrechung oder Pause und der bewussten Entscheidung zur Selbst-Steuerung.

Gewöhnlich konsumiere ich viel.

Wenn ich meine Umgebung und mich selbst beobachte, nehme ich wahr: Viele (zumindest die Mehrheit – mich eingeschlossen) arbeiten und konsumieren viel, ja zu viel und können oft nicht verdauen, was wir uns aus dem reichhaltigen Angebot alles „einverleiben“ und anschauen.

Das geschieht oft ohne bewusste Entscheidung.

Dabei ermüden unsere Entscheidungskräfte angesichts einer überwältigenden Vielfalt und der Dauerverfügbarkeit, so dass eine Änderung nicht einfach erreicht werden kann. Der große Vordenker Peter Drucker stellte dies in einen größeren Zusammenhang und schrieb:

„In einigen Jahrhunderten, wenn die Geschichte unserer Zeit aus einer längerfristigen Perspektive geschrieben wird, werden die Historiker wahrscheinlich weder die Technologie noch das Internet oder den E-Commerce als wichtigstes Ereignis betrachten, sondern die große Veränderungen der Lebenssituation. Zum ersten Mal hat eine erheblich, schnell wachsende Zahl von Menschen die Freiheit zu wählen. Zum ersten Mal müssen sie sich selbst managen. Und darauf ist unsere Gesellschaft in keiner Weise vorbereitet.“

(zitiert nach A. Förster/P. Kreuz: Nein; 36 – zitiert hier Stephen R. Covey: Der 8. Weg)

NEIN hat Konjunktur.

Die Fähigkeit, zu unterscheiden und auch einmal „NEIN!“ zu sagen, wird in diesem Zusammenhang wichtig. Dass Steuerung bei der Selbst-Steuerung beginnt, ist nicht neu, aber immer noch zutreffend. Darauf macht das schon zitierte Vordenkerpaar Anja Förster und Dr. Peter Kreuz in Ihrem Werk NEIN aufmerksam.

Manchmal benötigen wir Freiraum vor Neuem.

Manches Mal muss auch erst die Möglichkeit und der Raum für Nachdenken, Steuern und Entwicklungen geschaffen werden, in dem Gewohntes und Vertrautes einfach gelassen wird.

Über diese Idee einer persönlichen oder auch institutionellen „Entsorgung“, frei nach P. Drucker/Malik hatte ich schon in einem früheren Text einmal geschrieben.

Ich schätze auch Zeiten des Verarbeitens.

Es geht mir hier nicht um Kulturpessimismus oder Abwertung der Medien. Ich schätze die Anregungen über vielfältige mediale Kanäle. Andererseits bemerke ich eine wachsende Sehnsucht nach ungestörtem Nachsinnen, Reflektieren, Meditieren und dann auch Konzipieren. Nach meiner Erfahrung bedarf es der störungsarmen Verarbeitungsphasen, damit ich kreativ sein und auf neue Ideen oder Ansätze kommen kann.
Eine Pionierin der Programmierkunst, Grace Murray Hopper (1906 – 1992), macht allerdings schon auf die Beharrungskräfte aufmerksam und meinte sinngemäß: The most dangerous phrase in the language is, „We’ve always done it this way.“ [Die gefährlichste Redewendung ist „Das haben wir schon immer so gemacht!“]

Ich möchte regelmäßig prüfen, ob ich auf meinem Pfad bin.

So sehe ich die Herausforderung, immer wieder aus dem Autopilot-Modus des gewohnheitsmäßigen Konsums auszusteigen und zu prüfen, ob wir auch verdauen und verarbeiten oder uns vorwiegend unterhalten lassen. Sollte das der Fall sein, könnten wir die unterhaltende Aufnahme von „Neuem“ unterbrechen – und uns entscheiden und selbst steuern.

Advent und die Zeit des Jahreswechsels bergen Chancen.

Der kommendePause Advent und die Jahreswende können dazu Einladung für persönliche Klausuren sein.

Ganz besonders die Zeit zwischen den Weihnachsfeiertagen und Neujahr hat sich für meine Überrpüfungen als geeignet erwiesen.

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Weiterführende Links

  • Kabarettistisch hat Marc-Uwe Kling das NEIN-Sagen mit seinem Spruch „Das steht auf meiner Not-To-Do-Liste!“ in seiner Känguru-Triologie und dem zugehörigen Spiel umgesetzt. – Warum nicht eine eigene not-do-do-list erstellen?
  • Die inspirierende Leitseite von Anja Förster und Dr. Peter Kreuz: www.foerster-kreuz.com

zuletzt bearbeitet am 18.05.2017 / 17:25 Uhr       zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht