Kann die Bergpredigt politisch orientieren?

nur mal so
zum Nachdenken und Weiter-Denken:

Gib es denn andere Möglichkeiten, auf politischen Terror zu reagieren, als jene, an die wir uns schon so lange gewöhnt haben?

Kann man eine friedliche Politik denken?
Kann man sich politisch an der Bergpredigt orientieren?

Mal abgesehen davon, ob solche Politik-Ideen durchsetzbar wären, scheint mir die Frage durchaus sinnvoll und lohnend.

Der von mir geschätzte Kabarettist Hagen Rether hat dazu einen Beitrag zum Ende des Jahres 2008 vorgetragen:

Kann man die Bergpredigt ins Texanische übersetzen?

Hätte man dem amerikanischen Präsidenten G.W. Bush die Bergpredigt als Maßstab für die Reaktionen auf den Terroranschlag am 11. September 2001 empfehlen sollen?

direkt zu Youtube

Das Schöne an Kabarett ist ja, dass man gedankliche Experimente unternehmen kann und sehr viel möglich ist.
Hier die entscheidende Passage:

„I had a dream. –
Stellen Sie sich vor, Amerika hätte nach dem 11. September nichts unternommen. –
Nicht. –
Die Flugzeuge wären in die Türme gekracht: Über 3000 Menschen wären gestorben.
Es wäre furchtbar gewesen!
Die ganze Welt hätte mitgetrauert.
Und Amerika hätte nichts getan.
Man hätte nicht an Vergeltung gedacht. –
Stellen Sie sich vor, Amerika wäre ein christliches Land:
Man würde nicht an Rache denken, sondern an Vergebung
.
Stellen Sie sich vor, die Bergpredigt wäre ins Texanische übersetzt worden.
( … )
Stellen Sie sich vor, Amerika hätte nach dem 11. September nichts unternommen.
Gar nichts.
( … )
Es wäre auf keinen Fall schlechter als heute.
Stellen Sie sich vor, sie hätten nichts gemacht.
Die Solidarität mit Amerika wäre ungebrochen
und statt Al Gore hätte Bush den Friedensnobelpreis abgeräumt … ”

Herr Rether lädt uns ein zu lernen, dass auch andere Sichten möglich sind.

Ich wünsche uns allen ein friedliches und kreatives neues Jahr 2009
mit vielen Einfällen jenseits der schon vorgedachten und gewöhnlichen Denk-Wege!

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zuletzt bearbeitet am 6. Oktober 2017                              zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

2 Kommentare

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  1. Sehr geehrter Herr Wehmeier,
    Ihre sehr kreative Deutung der biblischen Texte unterscheidet sich krass von dem, was ich als Theologe für zutreffend halte. – Das kann ich aber gut haben. – Wirklich störend finde ich an ihrem Beitrag ihre pauschale Abwertung einer gesamten Berufs-Gruppe. Solchen absoluten Be- und Ent-Wertungen gegenüber bin ich im Laufe meines Lebens immer skeptischer gegenüber geworden.

  2. Jeder Priester ist ein Schweinepriester

    Wo ist eigentlich das Paradies geblieben? Tatsächlich befinden wir uns noch immer mitten darin, aber wir sehen es nicht. Wir können es nicht sehen, weil Heerscharen von Schweinepriestern uns erzählen, das Paradies sei ein Obstgarten, in dem es Verbote einzuhalten gilt, die gar nicht einzuhalten sind. Diese Lüge verbreiten die Priester seit Jahrtausenden; zuerst, weil sie uns belügen mussten, und später, weil sie nicht mehr anders konnten. Das Lügen wird zur Gewohnheit, wenn die Wahrheit längst vergessen und die Lügerei umso besser bezahlt ist, je höher das Lügengebäude wird, das mit verbogenen Balken gerade noch errichtet werden kann. Unser schöner Garten Eden wurde zu jener „modernen Zivilisation“, in der das Lügen mittlerweile so gut bezahlt wird, dass die ehrliche Arbeit es kaum noch tragen kann.

    Alles begann mit der Erbsünde. Als noch niemand wusste, wie der Himmel auf Erden (Nachfrage auf Angebot) zu gestalten ist, in der niemand einen unverdienten Gewinn auf Kosten der Mehrarbeit anderer erzielen kann, durfte das arbeitende Volk nicht wissen, dass ein nachhaltiges Wirtschaften im Privatkapitalismus unmöglich und der nächste Krieg unvermeidlich ist. Priester wurden verpflichtet, allen Zinsverlierern zu erzählen, die freie Marktwirtschaft sei ein Obstgarten und manche Früchte (Kapitalrendite) seien eigentlich verboten aber wohl in der Praxis nicht zu vermeiden. So verschaffte die Erbsünde denen ein Auskommen, die außer lügen nichts gelernt hatten.

    Problematisch wurde es erst, als ein Prophet erklärte, dass mit konstruktiv umlaufgesichertem Geld (heiliger Geist) der Allokationsmechanismus zwischen Kreditangebot (Vater der Kultur) und Kreditnachfrage (Sohn der Kultur) erhalten bleibt, auch ohne dass das Finanzkapital (Hure der Kultur) mit dem Urzins (Frucht vom Baum der Erkenntnis) belohnt werden muss, damit es rentable Sachkapitalien (Brüder und Schwestern der Kultur) gebiert. In diesem Fall wäre das Kreditangebot sogar mit der Summe aller Ersparnisse (Mutter der Kultur) identisch, der Geldkreislauf (Baum des Lebens) stabil, der Geldverleih (Baum der Erkenntnis) gerecht, jede Geldbewegung (Geist) intelligent, jeder Anspruch auf Geld (Seele) gesichert, und Gott (künstlicher Archetyp: Jahwe = Investor) würde nicht mehr gebraucht.

    Das Paradies (freie Marktwirtschaft) von der Erbsünde (Privatkapitalismus) befreien und das auch noch ohne Verbote? Diese „Unverschämtheit“ konnte man nicht durchgehen lassen, denn dann würden sogar die Lügner wieder von ehrlicher Arbeit leben müssen. Also wurden alle Priester zu Schweinepriestern; und alle, die nicht gestorben sind, belügen uns noch heute.

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