aufmerksam

Unterricht nach erschütternden Gewalttaten

Zusammenfassung

Manche Themen sind existentiell und drängen sich für den Unterricht auf: z. B. Terror, Gewalt und wie wir damit umgehen können: Lohnende Herausforderungen.

Manche Themen sind aktuell und dringend.

Kaum jemand kann sich der Diskussion nach großen, terroristischen Verbrechen entziehen. So auch nach den blutigen Verbrechen von Paris am Abend des 13. November 2015.

Regelmäßig können solche Themen im Unterricht – auch im Religionsunterricht – angesprochen werden.

Meine Skizze für einen Unterricht

  1. Gefühls- und Interessenlagen austauschen
  2. Sichern, welche Informationen schon verfügbar sind
  3. Unklarheiten und Lücken füllen und dabei offene Fragen festhalten
  4. Entscheidung, in welcher Richtung die Interessenlage der Gruppe geht, und in welchen Schritten der Unterricht geplant ist.
  5. Kritisches und nachdenkliches Unterrichtsgespräch
  6. dazwischen eventuelle Recherche-Phasen
  7. eventuell ein selbst sorgfältig ausgwählter Impuls
  8. Zusammenfassung und Ergebnissicherung

wenige Hinweise

zu 2.: Viele Schülerinnen und Schüler wissen Teile der Nachrichtenlage, andere kennen nur Überschriften, manche sind schon sehr umfassend informiert.
Hier versuche ich, herauszufinden, was die Gruppen schon wissen, und Langeweile durch Wiederholungen zu vermeiden.

zu 5.: Mein Ziel ist es, die vielen selbstverständlichen Schnell-Schlüsse, Bestätigungen vor Vorurteilen oder auch vorgefasster Verschwörungstheorien zu erschüttern, in dem ich regelmäßig nachfrage, woher jemand etwas weiß und wie diese Informationen oder Einschätzungen bewertet werden können. Das ist Arbeit, lohnt sich aber.

zu 7.: Bin immer wieder erstaunt, wie schnell Journalisten und andere – je nach Bedarf – zu „Experten für …“ werden.
Immer achte ich auch auf den Aspekt der Selbstvermarktung. Auch dies kann man im Unterricht anschauen.

zu 8.: Eine Herausforderung. Sinnvoll, um zu bündeln und – vielleicht – auch, um weitere offene Fragen und Klärungsbedarf festzuhalten.

Meine Erfahrungen

Manche Gruppen winken schnell ab:
  • Das Thema geht ihnen zu nahe.
  • Sie haben schon zwei Unterrichtsstunden dazu gearbeitet und wollen dringend einen Themenwechsel.
Viele Gruppen sind dankbar:
  • Endlich darf der innere Druck ausgesprochen werden.
  • Ein emotional aufgeladenes Thema wird zum Unterrichtsgegenstand.
  • Wenn es gelingt, die Atmosphäre einer gemeinsamen Suchbewegung zu gestalten, kann eine entdeckende Haltung und ein respektvoller Umgang mit unterschiedlichen Bewertungsideen entstehen. Die endgültige Entscheidung bleibt bei den Schülerinnen und Schülern. Dass man sie so ernst nimmt, schätzen sie.
  • Die Begrenzung auf eine Doppelstunde wird von vielen als erträgliches Maß und als Chance, sich auch wieder zu distanzieren, wohlwollend angenommen.
Die Recherche-Kompetenz der Schüler/innen ist oft ausbaufähig!

Sätze wie „Hab ich im Internet gelesen.“ und „Habe ich im Fernsehen gesehen.“ und auch die Ergebnisse nach 10 bis 15 Minuten Recherche-Phase zeigen mir, dass wir Lehrkräfte hier noch einiges zu tun haben: Recherche-Routinen müssen beigebracht und eingeübt werden. Tun wir es!

Welche Erfahrungen haben Sie?

Ganz sicher bin ich nicht der einzige, der sich über Unterrichtsformen in solchen Situationen Gedanken macht.

Bitte teilen Sie Ihre Erfahrungen mit mir und meinen Leser/innen – über einen Kommentar oder einen Verweis auf diesen Text im eigenen Lehrer/innen-Blog. Danke.

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Einige, weiterführende Links

zuletzt bearbeitet am 4.04.2019 / 10:55 Uhr       zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Stimme bewusst einsetzen (Profession Lehrkraft – 18)

Zusammenfassung

Zum Welttag der Stimme

Für einen guten Unterricht sind Lehrpersonen auf eine gesunde und leistungsfähige Stimme angewiesen. – Bewusster Einsatz und Stimm-Hygiene sind darum wichtige Bestandteile professioneller Selbstfürsorge für Lehrende.

Lehrkräfte sind auf ihre leistungsfähige Stimme angewiesen.

Die meisten Lehrerinnen und Lehrer sagen, dass sie ohne ihre Stimme nicht unterrichten können:

  • moderieren, Zusammenhänge und Aufgaben darstellen
  • zur Aufmerksamkeit auffordern und disziplinieren
  • rückmelden, unterstützen und ermutigen

WVD_logo_1000Ich habe auch – im seltenen Ausnahmefall – schon „stimmlos“ unterrichtet und die gesamte Kommunikation mit der Klasse schriftlich über die Projektion stattfinden lassen. Das ist tatsächlich nur im äußersten Ausnahmefall zu empfehlen.

Der Welttag der Stimme – international: WVD – ist Anlass, über einen bewussten und pfleglichen Umgang mit der eigenen Stimme im Unterricht zu bloggen.

Steuern Sie die Belastung Ihrer Stimme.

Besonders belastend für die Stimme einer Lehrkraft sind

  • laute (große, methodisch ungeübte oder undisziplinierte) Klassen
  • lange Lehrervorträge in unruhiger Umgebung
  • dauernder Frontal-Unterricht, d.h. alles Unterrichtsgeschehen läuft über die Kommunikation mit dem Lehrer

Schon bei der Planung von Unterrichtstagen kann man darauf achten, eine Häufung solcher Situationen an einem Tag oder in einer Woche zu vermeiden: So kann z.B. Wissensinput auch über Medien (Lehrfilme, Informationsblätter oder Recherche-Aufgaben an die Schüler/innen) organisiert werden. Oder eine Aneignungsphase darf auch einmal als Gruppenarbeit mit anschließender Fragerunde zu den wenigen verbliebenen Unklarheiten geplant werden.

Schonung und Pflege der Stimme sind sinnvoll.

Viele Lehrkräfte schätzen ihre stimmliche Belastung als sehr hoch oder gar zu hoch ein (siehe auch Stimmt die Stimme, stimmt die Stimmung. In: PÄDAGOGIK 6’13 ).
Wenn die Stimme sich angestrengt anfühlt, brüchig oder gar heißer wird, soll dringend gehandelt werden.
Ich empfehle dringend, kompetenten Rat einzuholen:

  • Musikmediziner/innen
  • HNO-Fachärzt/innen
  • Stimm- und Atem-Therapeut/innen

Singen wird von den Kundigen immer wieder empfohlen: Singen macht Freude und pflegt Ihre Stimme, wenn sie eine sinnvolle Technik haben.

Zur Schonung der Stimme können auch Aufwärm- oder Ausgleich-Übungen gehören.

Ein bewusster Einsatz der Stimme senkt die Belastung Ihrer Stimme langfristig:

Setzen Sie Ihre Stimme ganz bewusst und behutsam ein.

Es gibt einen unguten Schwingkreis zwischen lauter Umgebung und lauter werdender Stimme der Lehrerinnen und Lehrer. Dieser teuflische Wettbewerb wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zu stimmlichen Problemen führen. Vielleicht nicht in den ersten Berufsjahren, langfristig aber dann doch.

Ich experimentiere mit Muster-Unterbrechungen, z.B.:

  • absichtlich immer leiser sprechen, wenn die Gruppe lauter wird
  • oder auch abwarten, bis die Gruppe aufnahmebereit ist und erklärtermaßen nicht gegen den Lärm der anderen Redenden ansprechen.

Lärmende Gruppen können auch als kritisches Feedback an den Unterricht gedeutet werden.

Wenn die Kurse oder Klassen dauernd laut sind, stelle ich mir als Lehrkraft die Frage, ob dies eventuelle auch mit meinem Unterricht (Methode, Einführung und auch Inhalt) zu tun haben kann.

Sollte ich einmal keine Deutungs-Ideen haben, so habe ich gute Erfahrungen mit einer direkten Rückfrage an die Gruppe (siehe Blog-Artikel „Feedback zu erfragen klärt“) gemacht.

Herzlichen Dank an das Institut für Musikmedizin für die Anregungen

Durch die Teilnahme an der wissenschaftlichen Studie mit einem sehr umfangreichen Fragebogen, Untersuchungen, Messungen der stimmlichen Belastung und anschließende Beratung wurde ich nochmals angeregt, über meinen Stimm-Einsatz zu reflektieren.

Dafür bin ich dankbar und empfehle das Institut gerne weiter.

Leider ist das hilfreiche Merkblatt des fim Stimmt die Stimme. Stimmt die Stimmung. bisher nicht online verfügbar.

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zuletzt bearbeitet am 13.10.2016 / 15:21 Uhr      zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

noch schnell … im Advent … (gut leben – 5)

Meine Entscheidung für diesen Advent.

Mein Abschied von der Eile im Advent

 

und wie ich darauf gekommen bin …

Schon wieder Herbst!

Der lange und schöne Spätsommer endet. – Die Zeit scheint zu fliegen.

Eine Chance zur Prüfung

In dieser Jahreszeit nehme ich mir regelmäßig vor, mich neu zu sortieren, Überflüssiges auszusondern, Gewohnheiten zu überprüfen und den Start in den Advent als Chance für neues Üben zu begreifen.

Wie oft spreche ich das Wort „schnell“?

Zur Zeit achte ich auf das Wort „schnell“: Ich habe es mir – wie viele andere – angewöhnt und nutze es häufig. Seit ich darauf achte, verrät das kleine Wörtchen mir die vielfältigen Einladung zu einer antrainierten Eile in meinem Leben.

Anregungen aus Yaloms Anleitung zum Glücklichsein.

Dieses Jahr bin ich von der Dokumentation über Irvin D. Yalom und seine Frau Marylin angeregt, auf ein zufriedenstellendes Leben zu achten: Was würde ich im Rückblick bereuen?

Dann möchte ich es lieber anderes versuchen: Lieber unter­breche ich den Zeitdrang und die gewohnte Schnelligkeit und konzentriere mich auf Wesentliches.

 

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zuletzt bearbeitet am 29. November 2014      zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

sich Pausen erlauben lernen (gut leben – 3)

wie Sie sehen –

wie Sie sehen - sehen Sie wenig, könnte Schnee sein
– sehen Sie wenig, bis fast nichts

Könnte Schnee sein.
Ist es auch.

Manchmal sind Pausen wichtig.

Eine Herausforderung, ja – gerade, wenn sehr viel zu erledigen ist.

Die Natur gibt uns im Winter vielfältige Einladungen, denn die Kälte macht manches langsamer.
Erst recht ist Schneefall ein Hinweis (zumindest für routinierte Rad- und Autofahrer/innen) langsam zu fahren, schon vorausschauend auf die nächste Bremsung oder Kurve achtend.

Pausen können andere Sichtweisen eröffnen.

Manches wird im gewonnenen Abstand in oder nach einer Pause auch anders wahrnehmbar und kann anders eingeordnet und mit anderem verbunden werden.

Es ist erlaubt, sich wohl zu fühlen.

So genieße ich den Wintereinbruch in Süddeutschland und nehme ihn als Impuls zum langsameren Wahrnehmen, gelassenen Bewegungs- und Arbeits-Tempo und zu bewusst gesetzten Pausen, die ich dann gegenüber anderen auch entschieden vertrete.

Mein Tipp: Gestatten Sie sich immer wieder Pausen – auch und gerade, wenn es hektisch und anstrengend ist.

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zuletzt bearbeitet am 25.01.2013       zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Profession Lehrkraft (5): Amoklauf – Was tun wir?

Zusammenfassung und Gliederung

Nach dem ersten Schock sind Eltern, Lehrer/innen und Erzieher/innen aufgefordert, einen eigenen Standpunkt zu entwickeln. Gespräche in den Gruppen über deren Eindrücke und Bewältigungsversuche sind dringend notwendig.
Die reflexartige Suche nach Schuldigen führt oft in Sackgassen.
Wie kann Schule menschlicher gestaltet und Schüler/innen und Lehrkräfte entlastet werden?

Zur Professionalität von Lehrkräften zähle ich wesentlich

  • persönliche Kompetenz (persönliche Bewusstheit, Selbstreflexivität, Lernbereitschaft, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit und Glaubwürdigkeit)
  • ausgewiesene Fachkompetenz für die unterrichteten Fächer
  • pädagogische Kompetenz (Zielgerichtetheit des pädagogischen Verhaltens auf dem Hintergrund eines eigenen pädagogischen Konzeptes)

Schock und Angst

Einen Tag nach einem blutigen Amoklauf eines bisher nicht auffälligen Schülers sind viele schockiert. Andere haben Angst, weil die Tat nach bisherigem Informationsstand nicht angekündigt war und daher auch nicht voraussehbar war. Da stellen sich viele die Frage: Kann so eine Tat auch an unserer Schule geschehen?

Material zur ersten Bearbeitung für sich selbst und im Unterricht

Julia Born von rpi-virtuell.net hat eine Zusammenfassung von Pressemeldungen und hilfreichen Links zur Arbeit zum Thema zusammen gestellt.

In dieser Linksammlung wird auch auf die Meinung des Kriminalpsychologen Jens Hoffmann von der TU Darmstadt verwiesen, der in einem Interview des Deutschlandradios vom 11. März 2009 Krisenteams an jeder Schule fordert und behauptet, das Gefährdungspotential einschätzen zu können.

Mir ist wichtig, auf die Notwendigkeit kollegialer Gespräche, Selbstversicherungen und die Entwicklung gemeinsamer Positionen im Kollegium hinzuweisen.

Auf jeden Fall erscheint mir dringend notwendig, dass in Schulklassen und Oberstufen-Kursen über die Fragen von Umgang mit Frustration, Enttäuschung und gar der Wahrnehmung, dass eine Klassenkameradin oder ein Klassenkamerade an die Grenzen gekommen ist und alleine nicht mehr weiter weiß, gesprochen wird. – Oft ist dies schon ein erster, wichtiger Schritt: Zu bemerken, dass man mit seinem Gefühl von Ärger und Wut nicht alleine steht. Und – wenn es gut geht – auch noch, dass andere – auch Lehrkräfte – dafür Verständnis aufbringen können.
Als Religions-Lehrer habe ich hier Möglichkeiten und Frei-Räume, die ich gerne für gewalt-präventive Unterrichts-Inhalte nutze.

Schule scheint für manche Jugendliche schrecklich zu sein.

Diese Tat macht meines Erachtens deutlich, dass unsere Schulen für manche Schüler/innen als schrecklich, beschämend, unterdrückerisch und unfair erlebt wird.

Ich fand dazu ein Youtube-Video von Swiss. In einem Rap wird versucht, das Erleben eines Amokläufers darzustellen:


direkt zu Youtube

Für mich stellen sich viele Fragen.

Manche stelle ich mir immer wieder.
Zu manchen Fragen habe ich Antwort-Ideen:

  1. Wie können Lehrerinnen und Lehrer ihren Kontakt mit Schülerinnen und Schülern so gestalten, dass möglichst wenig Kränkungen, Erniedrigungen, Abwertungen oder Stigmatisierungen dabei geschehen?
    Erste Ideen:
    > offen und nach Leistungsstand und Lern-Tempo differenziert unterrichten
    > in arbeitsfähigen Gruppen (bis maximal 25 Personen)
    > methodisch vielgestaltig
    > und mit möglichst hohen Freiheitsgraden
  2. Welche Wege können wir für die Bearbeitung solcher Erfahrungen erfinden, so dass Druck abgebaut werden kann und es nicht zu einem finalen Druck-Abbau in einem Amoklauf kommen muss? –
    Erste Ideen:
    > Ausbau der Beratungsmöglichkeiten in und um die Schule
    > und Ergänzung der Schulteams um sozialpädagogische und psychologische Fachpersonen: – Allerdings kostet Personal Geld. Dafür müssen sich politische Entscheidungsträger entscheiden. Diese können von mündigen Wählerinnen und Wählern darauf angesprochen und dafür motiviert werden. – ehrlicherweise muss man aber dazu sagen: Dann kann dieses Geld nicht an anderer Stelle für andere Zwecke eingesetzt werden.
  3. Wie können wir Schule gestalten, dass Schüler/innen darin Erfolgserlebnisse und nicht Frust erfahren?
    Erste Ideen:
    Erste Ansätze siehe Frage 1 und weitere Ansätze und Sammlungen bewährter Praktiken gibt es tatsächlich in reformpädagogischen Netzwerken, z. B. dem Archiv der Zukunft.
  4. Wie können Belastungssituationen von Lehrkräften so bearbeitet werden, so dass die den Unterricht gestaltenden Personen selbst in einer nicht aggressiven sondern wertschätzenden Grundstimmung handeln können?
    Erste Ideen:
    > Kollegiale Fallbesprechungsgruppen oder
    > Gruppen-Supervision für Lehrerinnen und Lehrer
  5. Wann werden die für die Schulverwaltungen Verantwortlichen wahrnehmen, dass Schulen oft am Rande der Überlastung oder tatsächlich überlastet den Umgang mit Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht mehr menschlich und produktiv leisten können?
    Stichwort dazu:
    > Die Klassenteiler sind aktuell zu hoch und werden erst zu spät gesenkt.
    > Die Deputat-Belastung ist zu hoch, wenn Lehrerinnen und Lehrer tatsächlich eine Lern- und Arbeitsbeziehung mit ihren Schülerinnen und Schülern aufbauen und pflegen sollen. (weiter: Kleiner Eindruck in den Alltag des engagierten Lehrers, Kai Winkler.)
    > Die Räume in den Schulen sind oft zu klein, schlecht ausgestattet und oft sind es zu wenig für sinnvollen und erfolgreichen Unterricht
    Erste Ideen:

    Das sind politische Fragen zur Verteilung von Geldern und entsprechenden Prioritätensetzungen! – Selbst bin ich an dieser Stelle eher resignativ bis sarkastisch: Ich stelle fest, dass in Sonntagsreden viel Unterstützung versprochen und im politischen Alltagsgeschäft wenig davon umgesetzt wird. Die Lehrkräfte können kaum mehr Druck erzeugen, da sind noch andere Personengruppen gefragt! – Ich rette mich in den kabarettistischen Blick.
  6. Wie werden Lehrer/innen, Schulleitungen und auch die Eltern in ihren Erziehungs- und Bildungsaufgaben unterstützt?
    Erste Ideen:
    Auch dies kostet voraussehbar Geld. Weiterführende Überlegungen gibt es natürlich auch zu dieser Frage, z.B. in Heft 3/2009 der Zeitschrift Pädagogik zu „Unterstützungssysteme“.
  7. Die Wahrnehmung der Kinder und Jugendlichen wird durch den Umgang mit modernen Medien grundsätzlich verändert und dies wird im Alltag der Familien und Schulen bislang zu oft noch ignoriert.
    Auf jeden Fall wird diese noch nicht produktiv aufgearbeitet. Und ich meine da nicht nur Gewaltspiele. -Die meine ich aber natürlich auch! – So haben Psychologen inzwischen gut erforscht, wie gewalthaltige Computer-Spiele die Tendenz zu Gewaltanwendungen fördern.Auch durch die Dauerpräsenz eines Themas werden möglicherweise der eine oder die andere zu unbedachten Taten eingeladen. Sogenannte „Nachahmungstäter“ oder „Trittbrettfahrer/innen“ drohen mit Gewalttaten und ängstigen ganze Schulen. Zum Beispiel: Amok-Lauf-Drohung an der Richard-Fehrenbach- und der Walther-Rathenau-Gewerbeschule in Freiburg. Dass die daraufhin veranlassten Einsätze viel Geld kosten und bei Feststellung der Täterschaft auch von diesen Personen bezahlt werden müssen, bedenken sie wahrscheinlich nicht.
    Erste Ideen:
    > Grundsätzlich bitte ich Erziehende über den Nutzungs-Umfang und die Nacharbeit von Medien-Nutzungen mit den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen nachzudenken.
    >“Elektronische Baby-Sitter“ erweisen sich möglicherweise kurzfristig als entlastend. Langfristig haben sie sicher fatale Folgen – für die Einzelperson und für das soziale Klima.
    > Alle für Schule Verantwortlichen werden sich mit dem rasanten Wandel auseinander zu setzen haben: Wir sollten nach neue Antworten auf die neuen Herausforderungen suchen. Die Such-Bewegung um die Video-Präsentation „shift happens“ von Karl Fisch kann dazu einen Anstoß gebe. (Eine deutschsprachige, etwas ältere Version findet Sie auch schon auf Youtube.) – Eine vermutlich neuere englische Version vom Herbst 2008 gibt es auch noch.
    > Eltern von getöteten Schüler/innen planen, eine kirchliche Stiftung «Stiftung gegen Gewalt an Schulen». Durch die Arbeit der Stiftung sollen Schulen in Deutschland sicherer werden, sagte Hardy Schober,
    Vorsitzender des «Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden». Kurzfristige Ziele seien die Veränderung des Waffengesetzes sowie das Verbot von sogenannten Killer-Spielen.

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Weiterführende Links

Dieser Beitrag gehört zur Reihe “Profession Lehrkraft”:

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zuletzt überarbeitet am 21. März 2013 / 9:35 Uhr zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Profession Supervision (3): Was ist alltägliche Hypnose?

Zimmermanns These: Hypnotische Phänomene sind alltäglich!

Der klinische Hypnose-Ausbilder, Hans-Peter Zimmermann, erzählt in einem 40-minütigen Podcast (HPZs-Power-Podcast Nr. 59), wesentliche Grundfragen über Hypnose.

Oft werden diese nach Meinung des Hypnose-Fachmanns unbewusst, sicher oft aber auch bewusst eingesetzt. – Wie bei vielen anderen wirkungsvollen Instrumenten kommt es wesentlich darauf an, mit welcher Absicht und welcher Haltung sie eingesetzt werden.
Die vielgestaltig möglichen alltäglichen Suggestionen aufzudecken ist das Ziel seines kostenlosen E-Books „Hypnose im Alltag“. Ich habe den Text mit Gewinn gelesen und viele bekannte Muster wieder erkannt.
Diesen Text und vieles andere Anregende finden Sie auf der Website von Herrn Zimmermann, die ich empfehlen kann:

  • sehr anregend
  • pfiffig und – auch medial – vielfältig
  • unterhaltsam und humorvoll
  • und freigiebig

Welchen Bezug gibt es zum Beratungsformat „Supervision“?

Aus meiner Praxis als Supervisor kenne ich vielfältige Formen von suggestiven Einflüssen auf meine Klientinnen und Klienten. Häufig stelle ich auch hoch wirksame Selbst-Suggestionen fest. – Manche Problem-Beschreibungen sind zum Beispiel so gut eingeübt und darum so hartnäckig, dass es schwer fällt, andere Blickweisen darauf zu wagen.

Wie können Sie selbst bemerken, dass jemand oder Sie selbst mit hypnotischen Vorgängen konfrontiert ist oder war?

Solche Beeinflussungen können aufgedeckt und in ihrer Wirkung (im Sinne der Klienten) umgestaltet werden!

Für einen angstfreien und unbefangenen Umgang mit hypnotischen Phänomenen im Alltag

Hans-Peter Zimmermanns Definition von hypnotischen Phänomenen, von Suggestionen ist weit gefasst und folglich kann er auch mit guten Gründen annehmen, dass viele solcher Beeinflussungen im Alltag stattfinden.

Schon seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit hypnotischen Phänomenen und Trance-Zuständen.
Das bedeutet nicht, dass ich mir einbilde, nicht selbst auch immer wieder in solche Beeinflussungen verstickt zu werden.

Im Laufe der Zeit habe ich den Mut entwickelt,

  • mit solchen hypnotischen Phänomenen zu rechnen
  • mich ihnen zu widersetzen, wenn ich sie erkenne
  • sie bewusst und wohl überlegt einzusetzen.

Ich bin gespannt, was Sie davon halten!

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Weiterführende Links

Artikel-Reihe zur „Profession der Supervision“.

Diese Reihe wird in loser Folge fortgeführt.

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Zuletzt bearbeitet: 4.09.2012 / 14:28 Uhr                           zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

60 Jahre Menschenrechtserklärung – Gemeingüter müssen auch geschützt werden!

Die Freiburger Kantstiftung veröffentlichte aus Anlass des heutigen Jahrestages der Veröffentlichung der Menschenrechtsdeklaration vor 60 Jahren eine Mitteilung an die Presse mit der Überschrift:

Kein Schutz der Menschenrechte ohne den Schutz ihrer natürlichen, kulturellen und sozialen Grundlagen!

Freiburger Kantstiftung

Diese Presseerklärung kann hier herunter geladen werden.

Ich meine, die Menschheit hat an diesen Themen noch viel zu lernen!

Dazu wünsche ich vielen den nötigen Mut.

– Ja, es bedarf einer bestimmten Art von Mut, auch abseits schon immer wieder gedachter und darum lieb gewonnener Wege und Muster zu denken und darin auch Lösungsansätze für möglich zu halten.

Advent 2008: sich selbst und anderen trauen

Dieses Jahr hat mich ein Gedanke von Hilde Domin in den Advent begleitet:

Das ,Wunder‘ … besteht für mich darin,

nicht im Stich zu lassen.

Sich nicht und andere nicht.

Und nicht im Stich gelassen zu werden.

Hilde Domin

Ich wünsche Ihnen viele Erfahrungen von Treue –
und in dieser Adventszeit auch immer wieder ein paar ruhige Minuten,
in denen Sie diese Erfahrungen genießen können.

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Beim Wechsel des dsl-Anbieters sollten Sie viel Geduld und Humor haben.

Mit vielen Menschen habe ich leidvolle Erfahrungen mit dem Wechsel meines dsl-Anbieters im September 2008 machen müssen.
Ich telefonierte sehr viel mit Computer-Stimmen und mit überwiegend freundlichen Menschen.

Zur Auflockerung möchte ich zuerst einen Witz zu diesem Thema mitteilen:
Der Abteilungsleiter zu einem Mitarbeiter im Verkauf: „Ich habe eben mit anhören müssen, wie sie sich mit einem Kunden gestritten haben. – Wissen Sie nicht, dass der Kunde immer recht hat?“ – Der Verkäufer antwortet: „Natürlich weiß ich das. Aber dieser Kunde bestand darauf, Unrecht zu haben!“
(frei nach: E. C. Hirsch: Der Witzableiter – oder Schule des Lachens; 87)

Chronologie langwieriger Bemühung um einen dsl-Internet-Zugang

  1. Ich hatte entschieden, meinen Vertrag bei 1und1 zu kündigen. – Ich finde, dies ist mein Recht als Kunde.
    Die Firma wollte dies kaum glauben und machte mir den Kündigungsvorgang nach meinem Empfinden einigermaßen unangenehm: Online zu kündigen war im ersten Schritt leicht.
    Allerdings sollte die Kündigung telefonisch verifiziert werden. Statt nun einfach meine Daten abzufragen und die Kündigung dann frei zu schalten, verwickelte mich der Mitarbeiter von 1und1 in ein unangenehmes Verkaufsgespräch, das ich nach einigen Minuten reichlich ärgerlich und energisch abbrach.
    Damit war der alte Vertrag gekündigt.

  2. Die Telekom bestätigte meinen Auftrag für die dsl-Schaltung und teilte mir mit, dass sie bis zu sechs Arbeitstagen benötige, um die dsl-Leitung frei zu schalten. – Allerdings beginne diese Frist erst, wenn der vormalige Dienstleister den dsl-Port frei gegeben hätte. Der Telekom-Brief deutete an, das könne dauern. Ich wurde um Zusendung der Kündigungsbestätigung von 1und1 per Fax gebeten.

  3. In meiner telefonischen Rückfrage bei der Telekom, ob diese lange Zeit der Leistungslücke ernst gemeint sei, ergab leider Gewissheit.
    Die Begründung für diese Auskunft hörte sich für mich nicht überzeugend an und klang sehr bürokratisch – etwa so: Ja, dann muss erst eine Auftragbestätigung verschickt werden, die Leitungen müssen gemessen werden und die Techniker müssten raus und müssten schalten. –
    Diese Begründung war für mich weder nachvollziehbar noch gar kundenfreundlich – Warum wird die schriftliche Bearbeitung und die technische Vorbereitung nicht bereits vor Schaltzeitpunkt vorgenommen? Und wird die Schaltung tatsächlich noch mit dem Schraubendreher am Schaltkasten vollzogen oder wird nicht sowieso fast alles inzwischen rechner-gesteuert geschaltet? – Warum dauert es dann so lange?

  4. Inzwischen warb die Firma 1und1 weiter um mich und schickte mir ein auf den ersten Blick sehr lukratives Angebot. Es unterbot die Telekom-Kosten. Außerdem bot Sie mir eine Rückabwicklung meines Auftrages an die Telekom an.
    Ich mag solches Gebaren nicht. Einer der Gründe für meine Wechselentscheidung war ja, dass das ursprünglich günstig klingende Angebot damals von und1 und die tatsächlichen Kosten und die tatsächliche Leistung sich dann doch zu meinem Nachteil unterschieden hatten.

  5. Meine Idee, die dsl-Leistungs-Unterbrechung in die Urlaubszeit vorzuverlegen überforderte die Mitarbeiter/innen von 1und1 offensichtlich:
    > Die erste Reaktion beim nach langen Telefonaten mit rechnergenerierten Stimmen und mehreren (leider nicht zuständigen) Menschen war: „Das ist nicht erlaubt. Das geht doch nicht!“
    Ich hatte den unkonventionellen Vorschlag unterbreitet, vorzeitig auf die Leistungen der Firma 1und1 zu verzichten, diesen Verzicht schriftlich zu erklären und die Firma von allen Anforderungen frei zu stellen. Gleichzeitig war ich selbstverständlich bereit, den Vertrag bis zum Vertragsende Mitte September 2008 zu bezahlen.
    > Zuerst bekam ich eine falsche Fax-Nummer genannte und wunderte mich einige Tage, dass ich keine Antwort bekam.
    > Die telefonische Nachfrage ergab, dass ich eine andere Nummer anzufaxen hätte.
    > Darauf erhielt ich zuerst eine inkompetente Antwort in der Art: Eine dsl-Portfreigabe in der Vergangenheit sei leider nicht möglich! – Da hatte jemand offensichtlich nicht verstanden, was ich wollte und das Briefdatum mit den Datum der Leistungsunterbrechung verwechselt. Kann ja mal vorkommen! Humor hilf!
    > Auf meine erneute Darstellung meiner Idee – nun per Mail, bekam ich eine im Ton sehr freundliche in der Sache aber unnachgiebige Reaktion: Die Firma bestehe darauf, meine – nunmehr nicht mehr gewünschte Leistung – bis zum vertraglich festgelegten Zeitpunkt zu erbringen. Danach werde „zeitnah“ der dsl-Port für den nächsten Provider frei geschaltet. –
    Faktisch blockiert 1und1 den Wechsel meines dsl-Ports also in einer Zeit, in der ich auf die schnelle Internbetverbindung ohne wesentliche Nachteile für mich verzichten könnte, weil Urlaub ist, und nötigt mir die Leistungslücke in eine meiner Hauptarbeitzeiten auf. Eine Begründung für die Ablehnung meines Vorschlages erhielt ich in dieser E-Mail nicht.
    Erstes Fazit: Sollte ich je Neigung verspürt haben, nochmals mit der Firma 1und1 einen Vertrag abzuschließen, so gibt es nun ein sehr gewichtiges Argument dagegen.

  6. Erneut bekam ich – dieses Mal schriftlich – bestätigt, dass die Firma 1und1 aus rechtlichen Gründen (Verweis auf die AGBs) eine vorzeitige Vertragsauflösung nicht möglich machen wolle.
    Der Nachsatz, ich könne bis 14 Tage vor Vertragsende meine Kündigung rückgängig machen, verlockte mich nach meinen bisherigen Erfahrungen nicht mehr.

  7. Am Tag nach dem Vertragsende funktionierte die Internet-Telefonie tatsächlich nicht mehr und einen weiteren Tag später war der dsl-Port von 1und1 offensichtlich frei gegeben. – Ich möchte zugestehen, das war tatsächlich „zeitnah“. – Erster Schritt erfolgreich bewältigt.

  8. Meine telefonische Rückfrage bei der Telekom am selben Tag (16.09.2008) gegen Abend ergab, dass diese von der Portfreigabe informiert waren.
    Nun bekam ich allerdings den 24.09.08 als voraussichtlichen dsl-Schalt-Termin genannt. Das sind – entgegen der schriftlichen Darstellung im Bestätigungsschreiben für den dsl-Auftrag – statt 6 nun 7 Arbeitstage (wenn ich Samstag und Sonntag ausspare)!

  9. Telefonische Verhandlungen erbrachten die Möglichkeit, den Schalt-Termin auf den 22.09. vor zu ziehen.

  10. Am 22.09. wollte ich mein dsl nutzen. Mein Rechner zeigte mir an, dass dsl am Router anlag. Ich benötigte nur noch die Zugangsdaten. Diese lagen mir nicht vor. Ich rief wieder bei der Telekom an und bat um Abhilfe. Die erste Reaktion war der Versuch, mich auf den 24.09. zu vertrösten und dann „würden die Zugangsdaten auch raus gehen“. – Für meine inzwischen misstrauischen Ohren konnte dies auch bedeuten, dass der Postweg dazu zu rechnen wäre.

  11. Ich wollte eine sofortige Mitteilung von Zugangsdaten. Dies wurde mir auch zugesagt. Telefonisch erhielt ich eine Sofort-Kennung aus 28 Zahlen und ein achtstelliges persönliches Passwort. – Leider funktionierte diese nicht. – In meinen erneuten telefonischen Rückragen waren ich leider nicht so erfolgreich, dass ich tatsächlich in die zuständige Fachabteilung zur Überprüfung der Kennung durchgedrungen wäre.

  12. Ich entschied mich nach ungefähr einer Stunde vergeblichen Verharrens in Warteschleifen und Telefonierens für das Warten und hoffte, am 24.09. die schriftliche Mitteilung für die Kennung meines dsl-Zugangs vorliegen zu haben.

  13. Am ursprünglich versprochenen Leistungsdatum, dem 24. Spetember, hatte ich – wie inzwischen befürchtet – keine Mitteilung über meine Zugangsdaten im Briefkasten.
    Ich telefonierte also wieder mit verschiedenen Hotline-Mitarbeiter/innen, erzählte meine Geschichte und machte deutlich, dass meine Geduld nun erschöpft sei. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Telekom waren freundlich, erklärten mir, dass in dieser Sache nur die zuständige Fachabteilung in Magdeburg behilflich sein könne, konnten mich aber mehrere Male nicht dort hin verbinden.

  14. Nach eineinhalb Stundem beharrlichen Wartens in Telefon-Warte-Schleifen und dazwischen kurzen Gesprächen mit freundlichen Menschen, erhielt ich schließlich die Auskunft, wo der Fehler lag: In der telefonischen Übermittlung hatte sich eine falsche Nummer in der langen Kette eingeschlichen. – Nach dieser Korrektur bin ich endlich wieder schnell online. – Bleibt zu hoffen, dass die endgültige Kennung tatsächlich bis spätestens 29. September, dem Verfallsdatum der Sofort-Kennung, bei mir eintrifft und auch funktioniert.
    Zweites Fazit: Beharrlichkeit und Geduld zahlen sich doch aus. – Schade, dass die Dienstleistung der Deutschen Telekom so schwer zu bekommen ist.

Ich bin noch neugierig, welche Telefon-Kosten bei dieser ganzen Aktion angefallen sind.
Darüber werde ich weiter berichten.

Erster Nachtrag:
Es machen sich auch andere Menschen Gedanken über die Verbesserung der Kundenorientierung des größten deutschenTelefonanbieters, sogar die eigenen Mitarbeiter/innen.
brand eins – die hervorragende, etwas andere Wirtschaftzeitschrift – dokumentiert im Heft vom August 2008 eine kritische Stimme aus der Mitarbeiterschaft der Deutschen Telekom. Lesen Sie weiter: … hier.

Zweiter Nachtrag vom 26.09.2008:
Zwei Tage nach Bereitstellungstermin von dsl bekomnme ich die Kennung per gelber Post zugestellt.
Diese Kennung funktioniert sofort.
Allerdings ist bei T-Online, dem Unternehmensteil der Deutschen Telekom, der uns dsl zur Verfügung stellt, nun nur noch meine Frau Kundin. Unser Telefon-Anschluss lautet auf beide Namen und wir sind ein Paar, welches unterschiedliche Nach-Namen hat. Das allerdings scheint T-Online zu überfordern: Sie nahmen einfach den kürzen Namen der beiden und definierten das Anbieter-Kunden-Verhältnis um. –
Mir fällt dazu nur ein, dass es wohl viele Menschen gibt, die sich ihren Beruf möglichst einfach machen – egal um welchen Preis.

Dritter Nachtrag vom 14. Oktober 2008:
Ein Herr von der Telekom ruft an und möchte sich erkundigen, ob wir mit unserem „neuen Anschluss, Hard- und Software“ zufrieden sind.
Als ich erstens mitteile, dass ich mit dem Ablauf des dsl-Wecdhsels nicht zufrieden bin und zweitens auch immer noch nicht einsehe, wie die zuständige Telekom-Abteilung, nämlich T-Online, unser Kundenverhältnis schlicht auf den kürzeren Namen von uns beiden umdefiniert, wird das Gespräch unterbrochen. Das Besetzt-Zeichen erklingt.
Ein Rückruf der Telekom bleibt aus: Möchte die Firma Telekom nur positives Kunden-Feedback und kann mit einer präzise vorgetragenen Kritik nichts anfangen? – Dieser Eindruck drängt sich mir auf.

Vierter Nachtrag vom 14. November 2008: Unerwünschte T-Net-Box war – entgegen anderslautender Zusage – aktiviert.
Sofort nach der schriftlichen Information der Telekom, uns stünde nun mit dem neuen T-Net-Anschluss auch eine Option für einen elektronischen Anrufbeantworter „T-Net-Box“ genannt zur Verfügung, hatte ich mit der angegeben Hotline telefonierte. Dort befragte mich ein unfreundlicher Herr, ob ich denn Anlass hätte für meine Annahme, dass die Box aktiv sei. Ich verneinte und informierte ihn, dass wir genau diese Aktivierung auf keinen Fall wünschten. Er habe das vermerkt, die Box werde nicht aktiviert, war die beruhigende Auskunft.
Dieser Tage rief mich eine Computer-Stimme an und teilte mir mit, ich hätte eine neue Nachricht. – Die Box war also – entgegen unseres ausdrücklichen Auftrags – doch aktivier worden. – Sie lässt sich telefonisch abstellen. Klar; das ist nicht wirklich schwierig. – Ich frage mich nur: Warum muss ich extra eine Maschine abstellen, die ich ausdrücklich gar nicht angestellt haben wollte?
Für solche Abläufe fehlt mir jedes Verständnis!

Zuletzt überarbeitet am 14. 11. 2008 / 20:37 Uhr

Mehr Leidenschaft und Vertrauen in die Schulen!

Eine bekannte Stimme für eine ganz bestimmte, erfolgreiche Art der vertrauensvollen und leidenschaftlichen Pädagogik ist Royston Maldoom. Er wurde als künstlerischer Leiter des Tanzprojektes „Rhythm is it!“ und den gleichnamigen Kino-Film über dieses Projekt bekannt.
Seither wird er von vielen Institutionen angefragt und hält Vorträge und erzählt von seinem Ansatz, den er in Schulen und auch außerschulisch erfolgreich umgesetzt hat.

Einen kleinen Einblick in seine Gedankenwelt bekommen Sie in einem knapp sechsminütigen, englischsprachigen Youtube-Film-Ausschnitt:

Royston Maldoom – Vertrauen, Leidenschaft, Tanz, Pädagogik

Der direkte Link zu Youtube

Worin ich übreinstimme:

  • Die Lehrperson ist das Hauptmedium, um einen Rahmen für gelingende Lehr-Lern-Prozesse zu schaffen.
    Darum ist ihre persönliche Kompetenz systematisch zu pflegen und auszubauen.
  • erfolgreich Lehrende sind neugierige und offene Menschen, die Freude am Kontakt mit anderen Menschen haben.
  • Wenn ich es vermögen, anderen Menschen (besonders Kindern und Jugendlichen) etwas zuzutrauen, werden sie meine Lern-Anregungen wahrscheinlich leichter aufnehmen können und besser lernen.
  • Vortäuschen und „Spielen“ geht nicht: Fast alle Menschen bemerken das „falsche Spiel“ im unehrlichen Kontakt.
    Kinder und Jugendliche sind hier besonders sensibel, bemerken und nehmen übel.
  • Daraus folgt meine Bereitschaft, auch mal unangenehm, herausfordernd und ehrlich zu sein, statt gute Laune vorzutäuschen, die gar nicht da ist.

Auch kleine Schritte sind Bewegungen in Richtung einer Verbesserung.

Man muss sich dabei nicht an solchen pädagogischen Höchstleitungen messen, wie sie im aufwändigen Projekt „Rhythm is it!“ erbracht wurden, sonst ist die Ent-Täuschung auch schon voraussehbar.
Andererseits kann manches von der Haltung dieses begeisterten und begeisternden Künstlers und Pädagogen Royston Maldoom eine Anregung oder Bestätigung für den pädagogischen Alltag ergeben.

Bei Veränderungsbewegungen sind Kolleginnen und Kollegen sehr hilfreich.

Wer sich – besonders als Lehrkraft – darin unterstützen lassen möchte, sollte allerdings nicht allein bleiben, sondern sich mit anderen Gleichgesinnten zusammen tun und sich wechselseitig anregen und unterstützen.

Für den Start einer solchen Lernbewegung kann eine Gruppensupervision sehr förderlich sein.
Mein Angebot einer Gruppensupervision für Lehrkräfte finden Sie hier.

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zuletzt bearbeitet am 5.01.2014 / 12:48 zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht