Meine Anliegen und Angebote: Ich rege an, entwickle, vernetze, begleite Ihr Lernen und coache/supervidiere.

ultra-kurze, formale Version

Als zertifizierter Coach und Supervisor (DGSv) unterstütze ich sozial, lehrend und leitend Handelnde, Ihre Aufgaben erfolgreich, zufrieden und anhaltend gesund auszuüben.

stichwortartig

  • höre professionell zu
  • suche/finde Verbindendes
  • lerne gerne und fortwährend
  • rege an: zu
    Klarheit, Klärung und Verständnis
    Zusammenarbeit
    praktikablen Lösungen und
    Perspektiven-Vielfalt

pragmatischer Impuls

Mit hilfreichen Gewohnheiten anzufangen,
ist ein guter Anfang

und aufzuhören
mit Ablenkungen, Abwertungen, Hass
und anderen sich selbst und andere zerstörenden Verhaltensweisen.

ausführlicher formuliert

Mehr Möglichkeiten (er-)finden, Verbindendes wahrnehmen, ermöglichen, anreichern, reflektieren, entscheiden und gut leben, wirksam (zusammen-)arbeiten, (sich) verstehen, entwickeln, wagen und erproben.

[Mehr lese Sie gerne hier, ausführlich formuliert.]

zuletzt bearbeitet am 17.02.2024/15:51 h      zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Profession Lehrkraft (4): Unterrichtsstörungen und Chaos im Klassenzimmer begrenzen

Zur Professionalität von Lehrkräften zähle ich

  • persönliche Kompetenz (persönliche Bewusstheit, Selbstreflexivität, Lernbereitschaft, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit und Glaubwürdigkeit)
  • ausgewiesene Fachkompetenz für die unterrichteten Fächer
  • pädagogische Kompetenz (Zielgerichtetheit des pädagogischen Verhaltens auf dem Hintergrund eines eigenen pädagogischen Konzeptes)

Zurecht werden Schulen kritisiert, wenn Unterricht nicht stattfindet oder statt dessen Chaos im Klassenraum herrscht.

Regelmäßig nehmen Medien sich der Themen Unterrichtsstörungen, fehlender Lernbereitschaft von Schüler-Gruppen und der Ohnmacht einzelner Lehrkräfte an. So zeigte das Magazin Panorama im Ersten Deutschen Fernsehen am 5. Juli 2007 erschreckende Ausschnitte aus Video-Clips, die im Internet über Youtube frei zugänglich waren. Zwischenzeitlich ist die Paorama-Sendung vom 5. Juli 2007 nicht mehr im Netz zugänglich. Das Manuskript der Panorama-Sendung steht aber weiter zur Verfügung und ist hier verlinkt.

Zusammenfassend einige Eindrücke zu solchen Szenen:

  1. Es ist uangenehm laut im Klassenraum.
  2. Die Persönlichkeitsrechte der Beteiligten werden in den ursprünglichen Videos missachtet, denn jeder Mensch hat ein Recht darauf, mitzubestimmen ob und wie man Filmaufnahmen von ihr/ihm machen darf. – Im von Panorama ausgestrahlten Video wurden die Gesichter aus diesen Gründen unkenntlich gemacht. – Viele Schulen ergänzen derzeit Ihre Schulordnungen und verbieten Aufzeichnungen vom Unterricht ohne Genehmigung noch einmal ganz ausdrücklich.
  3. Die Schulordnung wird krass missachtet: Es wird durcheinander gesprochen, gepöbelt und geraucht. Jeder tut, was gerade einfällt.
  4. Man kann Schülerinnen und Schüler dabei beobachten, wie sie jeden Unterricht unmöglich machen.
  5. Man kann ohnmächtige oder teilnahmslose, das heißt wirkungslose Lehrer beobachten.
  6. In diesem Chaos ist offensichtlich kein vernünftiges Lernen möglich.
  7. Update: Inzwischen fällt mir auch die Beziehungslosigkeit zwischen allen Beteiligten auf.

Bemerkenswert finde ich dabei,

  • dass solche Filmausschnitte große Aufmerksamkeit bekamen (über 89.200 Klicks; Stand: 7.11.2008)
  • dass dieses Video unter „fun“ bei isnichwahr.de verlinkt ist, also als „lustig“ bewertet wird
  • dass die zuständigen Leitungen von Schulen und Schulaufsicht diese „Fälle“ herunterspielen und ausweichend reagieren
  • dass in diesem Video-Ausschnitt und der zugehörigen Kommentierung des Redakteurs und in einer Bemerkung des Psychologen Prof. Dr. U. Schaarschmidt der Eindruck nahe gelegt wird, dies sei der „Normalfall“. –
    Hier widerspreche ich energisch: In meinem Erfahrungsbereich sind solche Zustände absolut undenkbar!
    Allerdings kommen immer wieder Klassen-Situationen vor, in denen Kolleg/innen und ich entstehendes Chaos begrenzen und unterbinden müssen.

Auf eine so extreme Unterrichtsstörung muss man nachdrücklich reagieren!

Solche Situationen sind oft das Ende einer langen, mühsamen und erfolglosen Geschichte von Lehr-Lern-Bemühungen.

Ich behaupte: Szenen dieser Art sind nicht der Normalfall von Unterricht – auch nicht an den angeblich so „schwierigen“ Berufsschulen.
(Ich unterrichte selbst an einem technischen Berufsschulzentrum in Freiburg und weiß, wovon ich schreibe!)

Andererseits kann ich mir aus meinen Erfahrungen als Lehrer-Coach gut vorstellen, wie sich solche Situationen im Laufe der Zeit bei einzelnen Lehrerinnen und Lehrern und einzelnen Klassen entwickeln und zuspitzen können.

Ist es erst einmal zu solch chaotischen Verhältnissen gekommen, ist Veränderung dringend notwendig.
Allerdings ist ein Umgestaltung solcherart eskalierter Situationen mühsam.

Was kann eine Lehrkraft in einem solchen Umfeld tun?

  • Allein kommen Lehrpersonen in solchen Problem-Lagen nicht mehr weiter.
    Hier sind das Klassen-Lehrer-Kollegium, die Schulleitung und die Schulbehörde – als verantwortliche Leitungsinstanzen – gefordert.
  • Außerdem ist externe Hilfestellung von sozialpädagogischem und psychologischem Fachpersonal, besonders Schulsozialarbeitern gefragt.
    (Leider wird an dieser Stelle immer noch gespart. Es ist nach meiner Erfahrung und Bewertung eindeutig die falsche Stelle!)
  • Den betroffenen Lehrkräften ist dringend persönliche Hilfestellungen von Fachpersonen zu wünschen, denn solche Erlebnisse sind hoch belastend für die Betroffenen.
    Ein erster Schritt dazu kann kollegiale Beratung, eine Supervision, ein Coaching oder auch eine Gruppensupervision für Lehrkräfte sein.

Weitere Aspekte von möglichen Unterrichtstörungen:

  • Je größer Klassen sind, weil wieder „gespart“ wird, und je unterschiedlicher und/oder „schwieriger“ die Geschichte der einzelnen Schülerinnen und Schüler ist, um so wahrscheinlicher kann eine Klasse sich so entwickeln, dass Unterricht in diesem Rahmenbedingungen zumindest anstrengend, wenn nicht unmöglich wird.
  • Je weniger Eltern und andere Erziehungsinstanzen vor den Schulen erfolgreich waren, um so mehr Erziehungsarbeit bleibt den Lehrkräften – unter Beibehaltung Ihres inhaltlichen Unterrichtsauftrags.
  • Wenn Lehrkräfte in ihrer Rolle zunehmend verunsichert werden und zu diesem Themenbereich keine oder wenig kollegialer Austausch und wenig hilfreiche Fortbildungsangebote – auch Supervisionen oder Coaching – angeboten werden, reagieren Lehrerinnen und Lehrer auch wahrscheinlicher ungünstig, zum Beispiel eskalieren statt überlegt und entschieden zu korrigieren.
  • Manche Unterrichtsstörung ist auch ein Hinweis auf Veränderungsbedarf.
    Statt einzelne Personen (Schülerin, Schüler oder Lehrerin oder Lehrer) dafür verantwortlich zu machen, kann es auch sehr sinnvoll sein, nach dem „Aussagewert“ oder der Nachricht hinter der als „gestört“ wahrgenommenen Situation zu suchen. – Oft benötigen Betroffene, um dies sehen zu können, einigen Abstand und Entlastung. – Reflexionen in kollegialen Gesprächen, kollgialen Beratungen und auch Supervision/Coaching sind dazu hilfreich.
    Dazu zähle ich auch die zunehmende Heterogenisierung der Schülergruppen über kulturelle Vielfalt. (Zum Beispiel kommt es zu einem kulturellen Zusammenstoß, wenn arabisch-stämmige, junge Männer mit einer weiblichen Lehrkraft konfrontiert werden und lernen müssen, dass im westlich geprägten Deutschland auch Frauen mit Männern gleichberechtigte Leiterinnen von Unterricht oder Betrieben sein können. – Dazu fällt uns in der Lehrerschaft oft noch wenig ein!)
  • Es gibt immer noch viel zu wenig „bewegte Pädagogik“, also die Durchlässigkeit der Unterrichtssituationen für den natürlichen Bewegungsdrang der Schüler*innen.
    Aktuell dazu: Bent Freiwald in krautreporter.de „Warum Kinder in der Schule nicht stillsitzen sollten. – Es schadet nicht nur ihrer Gesundheit, sie lernen deshalb auch schlechter.“

Es gibt schon hilfreiches und anregendes Material zur Vorbeugung von Unterrichtsstörungen. Einige Beispiele:

Dieser Text gehört zur Artikelreihe Profession Lehrkraft.

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wesentlich entwickelt im November 2008;
zuletzt überarbeitet am 12.07.2023 und ergänzt um den TAZ-Link am 17.10.2023      zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Kollegialer Arbeitsstil hilft Professionals

In unterschiedlichen Arbeitsstellen, Arbeitsgruppen oder Teams habe ich in meinem bisherigen Arbeitsleben allermeist gute Erfahrungen mit einer gewollten und gepflegten Zusammenarbeit gemacht. Das nenne ich Kollegialität.
In diesem Text möchte ich zur Erprobung kollegialer Arbeitsformen ermutigen.
Meine Praxisbezüge und -beispiele beziehe ich dabei aus dem Lehrerberuf, den ich aktuell an einem beruflichen Schulzentrum in Freiburg ausübe. Sie können jedoch – so meine ich – ohne Probleme auf andere Bereiche übertragen werden.

Gemeinsam wirksam werden

Insbesondere in der Arbeit mit Gruppen oder der Leitung sind gemeinsame Eckpunkte und gegenseitige Unterstützung wesentlich und verstärken die Wirksamkeit.

Praxisbeispiel: Für die Leitung einer Klasse ist es offensichtlich nützlich, wenn die Lehrkräfte sich auf gemeinsame pädagogische Leitlinien verständigt haben und diese gemeinsam vertreten. Vom Einzelkämpfer*innen-Dasein möchte ich nachdrücklich abraten.

Gemeinsam angenehmer arbeiten

Bei Aufgaben mit kreativen Anteilen sind vielfältige Ideen und der Austausch derselben ohne Zweifel zielführend. Niemand muss das Rad neu erfinden und die Ideen zu teilen, kann vielfältig entlasten und macht die Arbeit angenehm.

Außerdem ist ein angenehmes Arbeitsklima stabilisierend. Humor und gemeinsames Lachen geht oft leichter zu mehreren und kann eine angenehme (Pausen-)Auszeit sein. (Für Sie getestet.)

Praxisbeispiel: Bei Unterrichts-Konzeptionen und Erstellung von Unterrichtsmaterial kann ein gemeinsames Brainstorming zu Beginn hilfreich sein. Man könnte sich arbeitsteilig bei der Ausarbeitung entlasten.

Gemeinsam widerstandsfähiger und gesünder bleiben

Wenn die Herausforderungen größer oder gar grenzwertig werden, ist ein kollegiales Umfeld und kollegiale Unterstützung wesentlich für

  • die Selbstreflexion in durch Sprechen
  • mentale Unterstützung
  • Suche nach mehr Lösungswegen

Praxisbeispiel: In vielen Gesprächen im Lehrer*innen-Zimmer werden anstrengende Situationen aus dem Unterricht kollegial nachbesprochen. Während des informellen Sprechens im wohlwollenden Rahmen wird den Vortragenden in der Regel schon ein wenig klarer erkennen, wo die Probleme liegen könnten. Durch die kollegiale Anteilnahme und Unterstützung – eventuell auch durch Anreicherung durch eigene Erfahrungen – werden alternative Verhaltensmöglichkeiten sichtbar.

Gemeinsam anspruchsvollere Aufgaben oder Konflikte bewältigen

Aus dem bisher formulierten ergibt sich für mich klar, dass für anspruchsvollere Aufgaben mehr als nur ein Kopf, eine Person, eine Idee oder eine naheliegende Handlungsmöglichkeit nötig sind. Gemeinsam kann eine höhere Qualität erreicht werden. Im Umgang mit Menschen kann die kollegiale Fallbesprechung, Feedback und oder auch kollegiale Kritik zur Professionalisierung führe.

Praxisbeispiel: Die Professionalisierung des informellen Austauschs – oft in Pausen – über herausfordernde und als problematisch erlebte Unterrichts-Situationen in einer Pädagogischen Fall-Besprechungsgruppe kann ich allen Lehrkräften nur empfehlen.

zuletzt leicht bearbeitet am 10.04.2022/19:46 Uhr zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Tipps für ein erfolgreiches Schuljahr und den Weg zur Freude am Lernen

Auf meinem Unterrichtsblog habe ich vier Hinweise für die strukturierte Vorbereitung auf das neue Schuljahr, einen möglichst gelingenden Start und den Weg zur Freude am Lernen (ja, das kann es geben) zusammengestellt.

Start- und Schluss-Punkte sind ja Gelegenheit für grundsätzliche Gedanken.

A) Legen Sie Ihre Ziele und günstige Wege dorthin fest und bedenken Sie die Fallen.

B) Schaffen Sie sich ein gutes Lernumfeld.

C) Entwickeln Sie ein Interesse und Freude am Lernen

D) Nutzen Sie die lange Zeit und finden Sie Freundinnen und Freunde.

Die langen Schultage und die manchmal herausfordernden Situationen sind auch Gelegenheiten, Menschen genauer kennen zu lernen und jene zu finden, mit denen Sie länger etwas zu tun haben wollen, also deren Freund*in Sie werden wollen.

Herzlich wünsche ich allen viel Freude und Anregungen im neuen Schuljahr und immer wieder viel Erfolg!

Den ausführlichen Text können Sie im Unterrichtsblog Große Fragen lesen.

zuletzt bearbeitet am 9.09.2021/11:55 Uhr      zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Unübersichtlichkeit und Unsicherheit gelassen aushalten

Besonders in unübersichtlichen Zeiten
– und sicherlich überhaupt im Leben –
ist die hier von Rilke ausgedrückte Fähigkeit,
das Offene auszuhalten
und Vertrauen in Lösungen zu haben,
erstrebenswert und hilfreich.

In einem modernen Emoticon, dem shruggy, wird dieser Haltung Ausdruck verliehen:

aus meines Wissens dreizehn japanischen Schriftzeichen zusammengesetztes Schulter-Zuck-Zeichen

„… und ich möchte Sie, so gut ich es kann, bitten, lieber Herr, Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst liebzuhaben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten. Und es handelt sich darum, alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein.“

Rainer Maria Rilke

Zitiert aus einem Brief an Franz Xaver Kappus,
geschrieben in Worpswede bei Bremen, am 16. Juli 1903

Davon wünsche ich allen Leserinnen und Lesern
und auch mir selbst
mehr
und übe mich selbst darin.

Weiterführende Links für Nonkonformisten

entwickelt im Dezember 2020;
zuletzt bearbeitet am 18.01.2024 zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Anleitung (eines Praktikums oder Referendariats) als Selbst-Reflexion

In vielen sozialen Berufen gehört die Einführung von Neulingen in die Profession selbstverständlich zum Berufsbild.

Ein Praktikum ist Gelegenheit für Einblicke und erste Probe-Handlungen im neuen, beruflichen Umfeld.

Ein Referendariat ist darüber hinaus Gelegenheit, langsam in die Berufsrolle hineinzuwachsen und dabei unterstützt zu werden.

Dabei gewinnen nicht nur die Praktikantin / der Praktikant oder die Referendarin / der Referendar:
Auch die Anleitenden können sich ihrer Rolle versichern und neue Einsichten entdecken.
In dem ich die Rahmenbedingungen und wesentlichen Aspekte meiner Berufsrolle kurz darstelle, werde ich mir dieser wieder bewusst oder bewusster.
Ich selbst formuliere aktuell meine Freude an Kontakt mit vielen Menschen und die Lust, ihnen Lerngelegenheiten zu geben.

Beispielsweise – hier am Berufsbild des Allgemeinbildners in den beruflichen Schulen – meine aktuelle Stichwort-Liste:

  • Grundsätzlich muss ich organisieren, dass ich zum vereinbarten Zeitpunkt mit den nötigen Informationen am vereinbarten Ort bin (Selbstorganisation).
  • Mein Ziel ist, Lernprozesse bei den Schülerinnen/Schülern anzuregen und zu begleiten (Dazu gehören Information, Instruktion und möglichst vielfältige Lernaktivitäten der Schülerinnen/Schüler.)
  • Unterricht definiere ich als zielgerichtetes und bewusstes Handeln der Lehrkraft und der Schülerinnen/Schüler.
  • Unterricht wird geplant und vorbereitet (sinnvolle Archivierung von geleisteten Vorbereitungen).
  • Die Lehrkraft steuert soziale Prozesse, reguliert und bewertet. Dazu bedarf es auch der Absprachen (siehe nächster Punkt).
  • Nach meiner Vorstellung kooperieren Lehrkräfte mit Kolleg/innen, Ausbilder/innen und Erziehenden und … .
  • Sie reflektieren auf ihre eigene Praxis und bilden sich fort (in manchen Situationen können solche Impulse auch von den Praktikant/innen, aus Pausengesprächen oder aus der Zeitungslektüre stammen).
  • Zu einem für mich zufriedenstellenden Berufsbild als Lehrkraft gehören auch die ausbalancierten Polaritäten von Aktion und Entspannung und Routine und Innovation (herkömmlich „Work-Live-Balance“ genannt).

Welche Erfahrungen und Einschätzungen haben Sie?

Ich bin dankbar für diese Anregungen und leite gerne an.
Ich freue mich über Ihren Kommentar-Beitrag.

zum Anfang des Artikels

ursprünglich verfasst im Frühjahr 2014
zuletzt aktualisiert am 15.10.2019 / 17 Uhr          zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

anspruchsvoll entscheiden: systemisch konsensieren

Kurzfassung

  • Mehrheitsentscheidungen führen immer wieder zu unangenehmen Wirkungen. Machtspiele sind lästig und langfristig schädlich, zum Beispiel, weil sich weniger mächtige als „Verlierer und Verliererinnen“ empfinden.
  • Immer den Konsens in einem Gespräch zu suchen, kann anstrengend sein!

Ein pfiffiger Perspektiven-Wechsel führt zu unerwartet hoch akzeptierten Lösungen: durch „konsensieren“.

Jetzt gibt es eine leistungsfähige online-Werkzeug für dieses Verfahren: acceptify.at
Und mit fast jedem Umfrage-Werkzeug ist das auch einfach abbildbar: Ändern Sie die Überschrift – im Sinne von – „Wieviel WIDERSTAND haben Sie gegen diese Themen?“

Mehrheitsentscheidungen haben deutliche Nachteile.

Immer wieder wird begründet bezweifelt, ob die üblichen Mehrheitsentscheidungen günstig sind, denn es gibt häufig „Verlierer“ oder taktisch Unterlegene.

Dank an den Hinweisgeber

Im Januar 2017 wurde ich durch meinen aufmerksamen, ständig neue Ideen findenden Freund Gunnar Thörmer auf eine interessante Alternative aufmerksam:

Das SK-Prinzip oder „konsensieren“

Im privaten Bereich und in kleinen Gruppen geben wir uns normalerweise Mühe, eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung – also einen guten Konsens – zu finden. Die Schäden an den Beziehungen wären sonst einfach zu hoch.

Wie kann dieses Prinzip auch für größere Gruppen mit verträglichem Aufwand angewendet werden?
Wir suchen auch dort Lösungen, die für die allermeisten Fälle ohne „Verlierer“ oder „Überstimmte“ ausgehen könnten.

Der Dreh: Die Perspektive wird auf die Widerstände gegen die einzelnen Optionen gewendet. Das heißt, die normalerweise schwarz-weiß unterscheidende Mehrheitswahl wird in Stufen aufgebrochen.
Jede Lösungsmöglichkeit wird nach „Widerstand“ auf einer Skala von
00 (ohne Widerstand = eine mögliche Ja-Stimme im Mehrheitswahlmodus) bis
10 (geht gar nicht = mögliche Nein-Stimme im Mehrheitswahl-Modus)
bewertet und anschließend verrechnet.

Vorteile

  • In einer ersten Zwischenphase können weitere Lösungen oder Lösungsvarianten vorgeschlagen werden. Damit ergibt sich eine deutliche Steigerung der Beteiligungsmöglichkeiten.
  • Der Charme dieser Vorgehensweise ist, dass man mit diesem Verfahren mehrere Ja- oder Nein-Stimmen und auch noch alle Abstufungen dazwischen zu allen zur Auswahl stehenden Möglichkeiten abgeben kann.
  • Die Konsens-Lösungen werden sehr gut von allen aus der Entscheider-Gruppe akzeptiert.
  • Allermeist gibt es keine „Verlierer“; alle sind am erfolgreichen Konsens beteiligt. (Manchmal ist eine Moderation sinnvoll.)
  • Der Fokus wird durch das Verfahren auf kreative und sinnvolle Lösungen und weg vom reinen Macht-Erhalt verschoben. (Darum kann man das Verfahren mit Recht „systemisch“ nennen.)

Nachteile

  • Das Verfahren entspricht nicht unseren eingeübten Wege und Erwartungen. Es bedarf einer Hin- und Einführung.
  • Es ist aufwändig (zeitlich und inhaltlich).
  • In den meisten Geschäftsordnungen von Entscheidungsgremien sind Mehrheitsentscheidungen als Standard-Verfahren festgelegt. Daher muss nach dem Konsensieren noch ein formaler Mehrheitsbeschluss über die einvernehmlich gefundene Lösung herbeigeführt werden.
    (Das sollte dann auch kein wirkliches Problem mehr darstellen.)

Ein leistungsfähiges – und kostenpflichtiges – online-Tool

Meine ersten Tests in 2017 mit https://www.konsensieren.eu/de/ sind positiv verlaufen. Inzwischen habe ich das Verfahren vielfach erproben. Beispielsweise wurde es bei Entscheidungen über Wahl-Themen im Unterricht einsetzt. Manchmal waren allerdings entweder das Schulnetz oder die Server des Anbieters – oder gar beide – überfordert,

Seit einiger Zeit gibt es ein leistungsfähigeres und intuitiv nutzbares Nachfolge-Werkzeug:
acceptify

Noch einige, wenige Tipps für den Admin / den Anlegenden:
  • Ich arbeite in der Regel mit wenig Sicherheit und hoher Anonymität, d.h. mit öffentlichem Link und ohne Anmeldung via Email-Adresse.
    Das setzt ein gewisses Vertrauensverhältnis unter den Teilnehmenden voraus.
  • Legen Sie bitte fest, dass das Ergebnis schon vor Ende des Bewertungszeitraumes sichtbar wird!
  • Ich finde es sinnvoll, die sogenannte „Passivlösung“ auszuschließen, also die Teilnehmer*innen zu nötigen, sich die Mühe der Positionierung auch wirklich zu machen.
  • Oft bitte ich die Teilnehmenden, auf Fragen und Variationen der Themen zu verzichten und kläre die Alternativen vorher. Das spart Zeit und schränkt ein.

Weniger komfortabel und optisch anspruchsvoll und genauso wirksam sind andere Tool

Selbst arbeite ich z.B. mit mentimeter.com.
Nur die Überschrift wird entsprechend angeglichen und es wird nach Widerstand gefragt.

Bin gespannt auf Ihre Erfahrungen und Einschätzungen.

Freue mich über Kommentare und besonders über Erfahrungsberichte.

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Weiterführende Links

ursprünglich veröffentlicht im Januar 2017;
zuletzt überarbeitet am 23.03.2021 / 9 Uhr      zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Welche Bilder sind hilfreich?

Zusammenfassung

Wer Feuer und Flamme ist,
kann sich auch verbrennen oder ausbrennen.

Bilder entwickeln manchmal ein ungewolltes Eigenleben.

Wofür brennst Du?

Der Ausgangspunkt meiner Überlegungen zu diesem Thema war eine Diskussion zwischen Lehrkräften. Dort wurde das Feuer-Bild verwendet:

„Wofür brennst Du?“

Luke Porter
hat dieses Bild zur freien Nutzung auf Unsplash veröffentlicht. Danke.

Das Bild für den Hauptantrieb oder die Mission eines Mitmenschen scheint verständlich: Feuer wärmt und kann weiter gegeben werden. Manchmal sprechen wir auch von „Fackelträgern“ und meinen damit eine ansteckende und inspirierende Person, die für eine Idee sehr überzeugend eintritt.

Das Feuer-Bild halte ich für gefährlich

Zum selben Wortfeld gehört auch Verbrennen, Ausbrennen und der inzwischen in Mode gekommene populär-medizinische Sammelbegriff „Burnout“.

Welche Bilder nutzen wir?

Das bringt mich zur Frage, mit welchen Bildern wir von uns und uns Wichtigem sprechen.

Die Antwort ist nicht beliebig, sondern durchaus bedeutsam, weil Bilder mächtige Bestandteile der Wahrnehmung und sprachlicher Verständigung sind.

Dazu habe ich neulich einen wunderbaren Buchtitel entdeckt:

„Glauben Sie ja nicht, wer Sie sind!“

Copyright Illustration: Lisa Höfner, 2017.
Quelle: Höfner, E. Noni: Glauben Sie ja nicht, wer Sie sind!
Grundlagen und Fallbeispiele des Provokativen Stils. Heidelberg, Carl-Auer Verlag, 4. Aufl. 2016

Für mich bedeutet dieser Buchtitel, dass wir mit unseren Bildern von uns selbst, anderen und Inhalten, die uns beschäftigen, unsere Wahrnehmungen und Entwicklungen begrenzen können.

Hinterfragen wir sie nochmals!

Der Inhalt des Buches ist übrigends auch empfehlenswert, wenn auch herausfordernd – oder gerade deshalb.

Herbst, Advent und Weihnacht und die Zeit zwischen den Jahren können Mußezeiten sein.

Diese Zeit und die Jahreswende können dazu einladen und Gelegenheiten sein, über unsere Vorstellungen und Bilder nochmals nachzusinnen, sie zu überprüfen und eventuell andere zu wählen.

So wünsche ich mögliche Unterbrechungen,
Muße und Erholung
und einen guten Start in das neue Jahr 2018!

zum Anfang des Artikels

Weiterführende Links

  • Unsplash – eine Quelle hoch aufgelöster, gemeinfreier Bilder
  • DIP (Deutsches Institut für provokative Therapie), München

zuletzt bearbeitet am 30.11.2017 / 18:30 h      zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht


									

Unterrichtsinhalte darstellen und am Schluss wiederholen (Profession Lehrkraft – 23)

Der Wunsch nach Ergebnissicherungen

Beim Auswerten des zurückliegenden Schuljahres stieß ich auf mehrfach wiederholte Wünsche meiner Schülerinnen und Schüler aus dem Technischen Gymnasium nach mehr gemeinsamen Ergebnissicherungen.

Tatsächlich baue ich meine Unterrichtssituationen nach dem konstruktivistischen Lernverständnis auf und da sind gemeinsame Ergebnissicherungen genau nicht zielführend.

Was steckt hinter dem nachdrücklich geäußerten Wunsch?

Tatsächlich könnte sich dahinter der Wunsch nach mehr Über- und Durchblick durch den zuweilen abstrakten und auch komplexen Stoff des Oberstufen-Stoffes in Religion verbergen.

Anregung: Advance Organizer

Durch den Blogbeitrag eines didaktisch gründlich denkenden, jungen Kollegen über die Methode „Advance Organizer“ bin ich zu Experimenten angeregt worden. (Leider ist das Blog inzwischen nicht mehr erreichbar, darum der Link zum twitter-Account des Autors.)

Ich hatte die Methode Advance Organizer auch schon früher gelegentlich eingesetzt, dann aber wieder vergessen.
Inzwischen habe ich gute Erfahrungen und auch positive Rückmeldungen aus Oberstufenklassen.

Übersicht am Anfang und Wiederholen am Ende

Nun werde ich diesen Impuls wieder aufgreifen und dadurch eine Klammer um meinen Unterricht bauen: Schon früh in einer komplexen Unterrichtseinheit werde ich einen groben Überblick anbieten und am Ende die Schüler*innen gründlich wiederholen lassen.

Letztes gelingt mir ganz gut, in dem ich die Schüler*innen dazu auffordere, Fragen zum Stoff zur Wiederholungsstunde mitzubringen:

  • Die Fragen sollen zuerst Wissensfragen sein. Sie werden in einer Liste notiert.
  • Anschließend wird eine sinnvolle Reihenfolge gefunden und sie werden beantwortet.
  • Wenn am Ende der Fragen noch Zeit über ist, „drohe“ ich mit neuem Stoff. Das ist unangenehm!
  • Darum dürfen später auch noch mögliche Prüfungsfragen gestellt werden. (Darunter verstehe ich Fragen, auf die die fragestellende Person auch die Antwort kennt. – Also ein kleiner Rollenwechsel: Was könnten Sie fragen, wenn Sie Lehrkraft wären.)

Je besser sich die Schüler*innen auf die Wiederholungen vorbereiten, umso mehr profitieren sie. Das lernen sie in der Regel sehr schnell.

Und die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Herzlichen Dank fürs Teilen und die Anregung (mit Literatur-Link).

Wünsche allen Lehrenden gute Erholung, weiter viel Freude am Unterrichten und Weiter-Lernen!

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Weiterführende Links

zuletzt bearbeitet am 21.12.2018 / 18:37 h        zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

nach Klassenarbeiten auswerten (Profession Lehrkraft – 22)

Zusammenfassung

  • Waren die Aufgaben in der Klassenarbeit so zu erwarten und zumutbar?
  • Wie haben sich die Schülerinnen und Schüler vorbereitet und welche Note erwarten sie?
  • Wie können möglicherweise ungeschickte Vorgehensweisen beim Lernen und Vorbereiten auf Klassearbeiten angesprochen und verändert werden?
  • Wie kann die Lehrkraft für mehr Lernerfolg bei den Schüler*innen sorgen?

Auswertung hilft weiter!

Klassenarbeiten und Klausuren auszuwerten, hat vielfältige Effekte

  • Schülerinnen und Schüler können Ihre Eindrücke systematisch ausdrücken
  • Möglicherweise missverständliche oder als zu schwer empfundene Aufgabenstellungen werden identifiziert
  • Lehrkräfte bekommen Rückmeldungen und können ihre Lernanregungen verbessern
  • Die Schüler*innen schätzen die Intensität Ihrer Vorbereitung ein
  • Sie legen Ihre Leistungserwartung offen
  • Langfristig können sie ihre Lernbemühungen besser steuern.

Meine vormalige Praxis

Schon seit längerer Zeit ließ ich die Schüler*innen vor der Rückgabe der Klassenarbeiten eine Selbsteinschätzung notieren. Manche mochten das nicht. Ich hielt es dennoch für zielführend.

Nach der Besprechung des Erwartungshorizontes forderte ich sie zu einem Vergleich mit der tatsächlichen Leistungsbewertung auf.
Wenn es eine deutliche Abweichung gab, sollten sie sich über mögliche Erklärungen Gedanken machen und diese möglicherweise auch mit mir besprechen.

Besonders bei kräftigen Abweichungen oder fehlenden Erklärungen, war mir ein Austausch wichtig: Wie lernen sie im und nach dem Unterricht und vor der Klassenarbeit? Wie könnten bessere Leistungen erreicht werden? wie konnte ich meine Lern-Anregungen verbessern?

Durch Kollegen Spitau angeregte Weiterentwicklung meiner Praxis

Der Kollege Marcel Spitau hatte einen Fragebogen ausgegeben und ihn nach der Rückgabe mit den Schüler*innen besprochen.

Seinen Fragebogen habe ich inzwischen mehrfach weiter entwickelt, angereichert und graphisch aufbereitet.

Inzwischen habe ich die Vorgehensweise, diesen Fragebogen (für die Mittelstufe in der Du-Form) an die Klassenarbeit anzuhängen. Die Schüler*innen sollen sich drei bis fünf  Minuten am Ende der Klassenarbeit nehmen und den Bogen spontan ausfüllen.

Mit der Rückgabe der Klassenarbeiten liefere ich auch eine Auswertung und bespreche diese.

Anschließend werden die Schüler*innen dann zu Deutung der möglichen Differenz zwischen der erwarteten und der tatsächlichen Leistung aufgefordert.

Abschließen lade ich sie ein, Ihre Ziele zu formulieren. So kommen die Schüler*innen zunehmend mehr in die Selbstverantwortung für ihre Leistungen.

Mit diesem erweiterten Verfahren habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht.

Wer hat Erfahrungen mit solchen oder ähnlichen Verfahren?

Bin sehr an kollegialem Austausch interessiert!

Welche Vorgehensweise haben Sie?

zum Anfang des Artikels

Weiterführende Links

zuletzt bearbeitet am 29.01.2018 / 14:40 h      zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht