Schule verbessern (2): reflektieren und Lernen organisieren

Zusammenfassung

Schulen haben das Ziel, Schüler/innen in ihrem Lernen zu fördern,
während sich unsere  Welt in rasenden Tempo verändert.
Dies bedeutet, dass auch die Institutionen des Lernens (Schulen und  Fortbildungseinrichtungen) sich weiter entwickeln müssen, um ihre Ziele zu erreichen!

Meine Erfahrung mit Institutionen sind allerdings, dass einmal entwickelte und eingeübte Abläufe selten nochmals überdacht werden und so Entwicklungen nicht stattfinden.
Regelmäßige Reflexionen können allen an Schulen Beteiligten zum Lernen und zur Weiterentwicklung helfen.

Gliederung

Vom Ziel der Schule her denken: „Lernen möglich machen“

Wie im ersten Text zu dieser Reihe schon angedeutet, halte ich es für wesentlich, dass die Schulen selbst zu lernenden Organisationen werden.

Denn das Haupt-Ziel schulischer Einrichtungen ist es, Lernprozesse (besonders für die Schülerinnen und Schüler dort) möglich zu machen.

Dieses Ziel kann umso wirksamer angesteuert und umso glaubwürdiger vertreten werden, je konsequenter es auch auf die eigene Praxis (des Unterrichtens und der Verbesserung der Schul-Organisation) angewendet wird.

Dafür benötigen die Lehrkräfte und die Leitenden eine entsprechende Haltung:
„Es gibt noch etwas zu lernen!“

Wer schon annimmt, dass sie oder er schon alles weiß, wird konsequenterweise aufhören zu lernen. Dass ich es grundsätzlich für nicht realistisch halte, habe ich im ersten Artikel zu dieser Reihe schon ausführlich dargestellt: Die Welt, unsere Umwelt, ändert sich zu schnell, um tatsächlich annehmen zu können, wir hätten schon alles Notwendige gelernt.

Selbst beschreibe ich mich als neugierigen Menschen und ich vermute, dass diese Fähigkeit, andere Sichtweisen und andere Menschen interessant zu finden, mir viele Freude an meinem Umgang mit Schülerinnen und Schülern ermöglicht.
Ich nehme tatsächlich an und werde darin fast täglich bestätigt, dass ich noch etwas dazu-lernen kann. – In dieser Haltung bin ich bereit, mir Neues beizubringen und beibringen zu lassen.

Ein wesentlicher, erster, einfacher und hoch wirksamer Schritt: „regelmäßig reflektieren“

Wer immer aktiv ist und nicht auch einmal in Ruhe zurück schaut, wir nur zufällig ungünstige Verhaltensweisen entdecken und sich einen mühsamen Weg immer und wieder vornehmen.

Ich schlage vor, regelmäßig nach Aktivitäten, Projekten oder Arbeitszeiträumen auch auszuwerten – neudeutsch: zu reflektieren.
In der Reflexion werden die Ziele mit den Erträgen verglichen und die förderlichen und hinderlichen Faktoren und Verhaltensweisen benannt. So kann jemand entdecken, wie ein Ziel günstiger (einfacher, weniger anstrengend oder auch effektiver – oder: ohne weniger Ärger bei Betroffenen) erreicht werden kann.
Manchmal führt eine solche Reflexion auch dazu, die Ziele selbst zu hinterfragen – oder auch zu bemerken, dass die Zielvorstellungen gar nicht vorhanden oder undeutlich sind.

In einem der nächsten Beiträge in dieser Reihe werde ich dies am Beispiel des nachhaltigen Lernens deutlich machen und dazu einen Vorschlag vorlegen.

Auch Kommentare sind mir herzlich willkommen!

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Zuletzt geändert am 11. Mai 2013                zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Schule verbessern (1): im rasanten Wandel

Kurze Zusammenfassung und Gliederung

Die Welt, für die Kinder, Jugendliche, Auszubildende und Studierende gebildet und ausgebildet werden sollen, verändert sich mit zunehmender Geschwindigkeit. Die Steigerungsraten sind exponentiell.
Damit werden die Rahmenbedingungen für Schulen, Ausbildungen und Studiengänge extrem unübersichtlich.
Klagen helfen nicht! – Alle Beteiligten sollten sich damit auseinander setzen und produktiv nach Lösungswegen und Lösungen suche.

Bleiben Sie positiv gestimmt und formulieren Sie auch positiv.

Mit diesem Artikel beginne ich eine lose Reihe mit gesammelten Ideen und Überlegungen zur Verbesserung der Schulen.

Gejammert und beklagt wird genug über:

  • mangelnde Ausstattung der Schulen und Klassenzimmer
  • die optimierbare Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer
  • fehlende Schlüsselqualifikationen, Grundbildung und auch Erziehung von Schülerinnen und Schülern
  • schlechtes Image der Lehrkräfte und der Schulen, Ausbildungen und Studiengänge

Aus meiner Kenntnis hirnphysiologischer Bedingungen des menschlichen Lernens weiß ich, dass Verneinungen vom Gehirn ignoriert werden. Damit sind Negativ-Aussagen genau nicht produktiv handlungsleitend, sondern sie wirken in die unerwünschte Richtung: Die beklagten Zustände werden in dieser Negativ-Sprache für das Gehirn statt dessen bestätigt und verfestigt!

Bedenkenswerte Ansätze und gute Praxis wird hier gesammelt und weiter gegeben.

Es gibt eine Menge guter Ideen und bedenkenswerter Ansätze. Manchmal sind sie allerdings etwas versteckt. Manchal wundere ich mich im Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen, dass diese von einer Quelle oder eine Idee noch nichts erfahren hatten.
Dies war dann zuletzt der Anstoß für diese Reihe: Wenn ich etwas Anregendes finde oder schon kenne, von dem ich annehme, dass diese Idee oder Praxis aufbauende für gute Schulen der Zukunft sein könnte, werde ich davon dieser Reihe „Schule verbessern“ berichten.

Shift happens! – Did You Know?

Schon vor über einem Jahr wurde ich auf eine kurze Präsentation aufmerksam: Der US-Amerikaner Karl Fisch hatte in sechs Minuten die immensen Veränderungen in unserer Gesellschaft und die sich in rasantem Tempo verändernden Anforderungen an die zukünftigen Generationen eindrucksvoll zusammen gestellt. – Er gab seiner Präsentation den hintergründig anlautenden Titel „Shift happens!“

Neulich stieß ich wieder darauf und stellte fest, dass es inzwischen mehrere aktualisierte Versionen und auch eine etwas ältere deutsche Version im Netz gibt:

Did You Know 3.0 – Shift happens! (by Karl Fisch)


Das zum zugehörigen Team- und Schul-Entwicklungsprozess gehörendes Blog „Fischbowl“ (Dort finden Sie auch den Text der ursprünglichen Power-Point-Präsentation vom August 2006 und Vieles mehr.)

Den Hinweis auf dotSUB.com ist dotsub.com und die neueste Version – mit dem Vorteil, dass man die Untertitel in vielen Sprachen wählen kann, fand ich beim Torsten Meyer, Erziehungswissenschaftler an der Universität Hamburg.

Eine aktualisierte, deutsche Version von März 2009:


direkt zu Youtube
[Ursprünglich entwickelt von Karl Fisch, unterstützt von Scott McLeod. Dann ins Deutsche übersetzt von Bernd Nürnberger und schließlich weiter angepasst in März 2009 von Barry van Setten.]

Weitere Hintergrund-Informationen und Versionen:

Einige bemerkenswerte und herausfordernde Aussagen:

  • Ganz viele Rahmenbedingungen ändern sich in zunehmender Geschwindigkeit. Die Kurve verläuft exponentiell!
  • Die Bevölkerungsanteile der Weltbevölkerung werden sich sicher verschieben.
  • Das verfügbare Wissen wächst rasend schnell und die Zugangsmöglichkeiten für viele Menschen wachsen noch schneller.
  • Durch expotenziell wachsende Medien-Nutzung verändert sich unsere Wahrnehmung der Welt und die Bewertung des Wissens
  • Schließlich können wir annehmen, dass die Anforderungen an erfolgreiche Lernumgebungen sich auch verändert haben.

Nun beginnt die pädagogische Herausforderung

Was bedeutet dieser Wandel für Schülerinnen und Schüler und natürlich auch für Lehrerinnen und Lehrer?
Die Diskussionen haben in manchen Kollegien und Meinungsgruppen und der pädagogischen Theorie begonnen.
Nun sind die Lehrkräfte gefordert, Versuche zu starten, zu erproben und Erfahrungen zu sammeln.

Die Lehrkräfte und die Schule sollen selbst in einen Lernprozess eintreten.
(Mehr dazu bald in einem nächsten Text in dieser Reihe.)

Weitere Tipps und Hinweise und selbstverständlich auch Diskussionsbeiträge sind sehr erwünscht

Wenn Sie Material verfügen

  • über Ausgangspunkt für neue Entwicklungen
  • über erfolgsversprechende Ideen
  • oder gelingende Praxis

bitte ich um einen Hinweis und möchte diese Tipps und Materialien dann gerne wieder hier veröffentlichen.

Auch Kommentare sind mir herzlich willkommen!

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    Zuletzt geändert am 10. Mai 2013 / 17:47 Uhr      zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

    Profession Lehrkraft (6): passende Arbeitsstrukturen entwickeln

    Kurze Zusammenfassung und Gliederung

    Lehrkräfte sind gut beraten, wenn sie ihren Arbeitsalltag klug gestalten und sich dabei entlastende Routinen erfinden – wie sich dies in vielen anderen Berufen mit Gestaltungsspielraum auch bewährt haben.

    Zur Professionalität von Lehrkräften zähle ich wesentlich

    • persönliche Kompetenz (persönliche Bewusstheit, Selbstreflexivität, Lernbereitschaft, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit und Glaubwürdigkeit)
    • ausgewiesene Fachkompetenz für die unterrichteten Fächer
    • pädagogische Kompetenz (Zielgerichtetheit des pädagogischen Verhaltens auf dem Hintergrund eines eigenen pädagogischen Konzeptes)

    Passende Rhythmen für die Arbeit

    Was manche Neider den Lehrkräften gerne vorwerfen „vormittags recht und nachmittags frei!“, war schon immer falsch. Das Körnchen Wahrheit in diesem Sponti-Spruch ist die Freiheit vieler Lehrkräfte, sich für einen Teil der Arbeitszeit eine eigene Zeit-Struktur zu gestalten. Für manche Kolleg/innen ist dies allerdings auch eine Last.
    Tatsache ist, dass die Unterrichtszeiten und die Lehrpläne vorgegeben sind.
    Nicht vorgegeben ist, wie der Unterricht vorbereitet, nachbereitet und weiter entwickelt wird. In meiner Lehrer-Ausbildung wurde zum Thema „Selbst-, Zeit- oder Ziel-Management“ nichts gelehrt. Was ich in diesem Kompetenzbereich kann, habe ich in der Jugendarbeit und in Fortbildungen kennen gelernt und über eine reflektierte Praxis in einem guten Team eingeübt.

    Ähnlich wie Freiberufler/innen (Dieses Feld kenne ich aus eigener Anschauung.) ist es für Lehrkräfte demnach wichtig, Tages-, Wochen- und Jahres-Strukturen für die Arbeitsverteilung einzuüben.

    Tages- und Wochen-Struktur

    • eine eigene und angepasste Tagesstruktur mit hilfreichen, weil entlastenden Routinen zu entwickeln.
    • Wie andere Berufsgruppen mit Gestaltungsspielräumen haben auch Lehrkräfte ihre Arbeit zu planen, nach Prioritäten zu gewichten und die Tätigkeiten in die verfügbare Zeit einzuplanen.
    • Oft werden dabei nach meiner Beobachtung an mir selbst und an anderen die Nachbereitung von Unterricht und die Dokumentation von Ideen für die Verbesserung vernachlässigt.
    • Selbst entlaste ich mich mit Checklisten für Routine-Abläufe und Standard-Formaten für die Vor- und Nachbereitung von Unterricht.
    • Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, in Wochen zu planen und plane daher in jeder Woche Arbeitszeiten für die Reflexion von Unterricht und die Weiterentwicklung von Unterrichtsansätzen ein, damit der Alltag nicht genau diese für den Erfolg von Unterricht so wichtigen Tätigkeiten „auffrisst“.
      Ich hänge für jede Woche ein Blatt in mein Planungs-Buch – günstig bei der Firma ORG-Rat per Direkt-Versand zu bekommen.
      So sieht ein solcher Wochen-Plan bei mir aus:
    Ein Planungs-Raster für jede Woche

    Mein Raster für die Wochenorganisation

    Meine Vorlage für das Schuljahr 2011/2012 können Sie als WORD-Datei hier herunterladen und für sich bearbeiten. Ich finde, diese einmalige Mühe für die routinierte Vorbereitung der Unterrichtswochen lohnt sich.

    Ein guter Rhythmus für das Schuljahr

    • Unterrichtseinheiten und Klassenarbeiten/Klausuren sollen auch mit Rücksicht auf die Arbeits- und Lerneffektivität für die Schüler/innen in den Ablauf eines Unterrichtsjahres eingepasst werden.
    • Ein anderer Blick ergibt sich aus der verträglichen Verteilung von Korrektur-Zeiten für die Lehrerinnen und Lehrer über das Schuljahr hinweg.
    • In unterrichtsfreien Zeiten – landläufig auch „Schulferien“ genannt- plane ich konzentrierte Phasen, in denen ich neue Unterrichtsansätzen und neue Inhalte erarbeite.
    • Nach Abschluss größerer Unterrichtseinheiten und mindestens zu Halbjahren sind Zwischen-Reflexionen sinnvoll:
      > Habe ich meine Ziele erreicht?
      > Woran erkenne ich dies?
      > Möchte ich etwas verändern?
    • Insgesamt empfinde ich das Arbeitsjahr – hier also das Schuljahr – als sinnvolle Zeiteinheit für die Zielplanung. Am Ende des auslaufenden und zu Beginn des neuen Schuljahres sind Zeiten für die Formulierung von Zielen (inklusive einer Abwägung, welche Ziel-Möglichkeiten sinnvoll und auch wirklich leistbar sein werden) einzuplanen.
    • Auch die tatsächlichen Urlaubswochen gehören in diesen Plan eines Schuljahres.

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    Hilfreiche Links

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    Profession Lehrkraft (5): Amoklauf – Was tun wir?

    Zusammenfassung und Gliederung

    Nach dem ersten Schock sind Eltern, Lehrer/innen und Erzieher/innen aufgefordert, einen eigenen Standpunkt zu entwickeln. Gespräche in den Gruppen über deren Eindrücke und Bewältigungsversuche sind dringend notwendig.
    Die reflexartige Suche nach Schuldigen führt oft in Sackgassen.
    Wie kann Schule menschlicher gestaltet und Schüler/innen und Lehrkräfte entlastet werden?

    Zur Professionalität von Lehrkräften zähle ich wesentlich

    • persönliche Kompetenz (persönliche Bewusstheit, Selbstreflexivität, Lernbereitschaft, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit und Glaubwürdigkeit)
    • ausgewiesene Fachkompetenz für die unterrichteten Fächer
    • pädagogische Kompetenz (Zielgerichtetheit des pädagogischen Verhaltens auf dem Hintergrund eines eigenen pädagogischen Konzeptes)

    Schock und Angst

    Einen Tag nach einem blutigen Amoklauf eines bisher nicht auffälligen Schülers sind viele schockiert. Andere haben Angst, weil die Tat nach bisherigem Informationsstand nicht angekündigt war und daher auch nicht voraussehbar war. Da stellen sich viele die Frage: Kann so eine Tat auch an unserer Schule geschehen?

    Material zur ersten Bearbeitung für sich selbst und im Unterricht

    Julia Born von rpi-virtuell.net hat eine Zusammenfassung von Pressemeldungen und hilfreichen Links zur Arbeit zum Thema zusammen gestellt.

    In dieser Linksammlung wird auch auf die Meinung des Kriminalpsychologen Jens Hoffmann von der TU Darmstadt verwiesen, der in einem Interview des Deutschlandradios vom 11. März 2009 Krisenteams an jeder Schule fordert und behauptet, das Gefährdungspotential einschätzen zu können.

    Mir ist wichtig, auf die Notwendigkeit kollegialer Gespräche, Selbstversicherungen und die Entwicklung gemeinsamer Positionen im Kollegium hinzuweisen.

    Auf jeden Fall erscheint mir dringend notwendig, dass in Schulklassen und Oberstufen-Kursen über die Fragen von Umgang mit Frustration, Enttäuschung und gar der Wahrnehmung, dass eine Klassenkameradin oder ein Klassenkamerade an die Grenzen gekommen ist und alleine nicht mehr weiter weiß, gesprochen wird. – Oft ist dies schon ein erster, wichtiger Schritt: Zu bemerken, dass man mit seinem Gefühl von Ärger und Wut nicht alleine steht. Und – wenn es gut geht – auch noch, dass andere – auch Lehrkräfte – dafür Verständnis aufbringen können.
    Als Religions-Lehrer habe ich hier Möglichkeiten und Frei-Räume, die ich gerne für gewalt-präventive Unterrichts-Inhalte nutze.

    Schule scheint für manche Jugendliche schrecklich zu sein.

    Diese Tat macht meines Erachtens deutlich, dass unsere Schulen für manche Schüler/innen als schrecklich, beschämend, unterdrückerisch und unfair erlebt wird.

    Ich fand dazu ein Youtube-Video von Swiss. In einem Rap wird versucht, das Erleben eines Amokläufers darzustellen:


    direkt zu Youtube

    Für mich stellen sich viele Fragen.

    Manche stelle ich mir immer wieder.
    Zu manchen Fragen habe ich Antwort-Ideen:

    1. Wie können Lehrerinnen und Lehrer ihren Kontakt mit Schülerinnen und Schülern so gestalten, dass möglichst wenig Kränkungen, Erniedrigungen, Abwertungen oder Stigmatisierungen dabei geschehen?
      Erste Ideen:
      > offen und nach Leistungsstand und Lern-Tempo differenziert unterrichten
      > in arbeitsfähigen Gruppen (bis maximal 25 Personen)
      > methodisch vielgestaltig
      > und mit möglichst hohen Freiheitsgraden
    2. Welche Wege können wir für die Bearbeitung solcher Erfahrungen erfinden, so dass Druck abgebaut werden kann und es nicht zu einem finalen Druck-Abbau in einem Amoklauf kommen muss? –
      Erste Ideen:
      > Ausbau der Beratungsmöglichkeiten in und um die Schule
      > und Ergänzung der Schulteams um sozialpädagogische und psychologische Fachpersonen: – Allerdings kostet Personal Geld. Dafür müssen sich politische Entscheidungsträger entscheiden. Diese können von mündigen Wählerinnen und Wählern darauf angesprochen und dafür motiviert werden. – ehrlicherweise muss man aber dazu sagen: Dann kann dieses Geld nicht an anderer Stelle für andere Zwecke eingesetzt werden.
    3. Wie können wir Schule gestalten, dass Schüler/innen darin Erfolgserlebnisse und nicht Frust erfahren?
      Erste Ideen:
      Erste Ansätze siehe Frage 1 und weitere Ansätze und Sammlungen bewährter Praktiken gibt es tatsächlich in reformpädagogischen Netzwerken, z. B. dem Archiv der Zukunft.
    4. Wie können Belastungssituationen von Lehrkräften so bearbeitet werden, so dass die den Unterricht gestaltenden Personen selbst in einer nicht aggressiven sondern wertschätzenden Grundstimmung handeln können?
      Erste Ideen:
      > Kollegiale Fallbesprechungsgruppen oder
      > Gruppen-Supervision für Lehrerinnen und Lehrer
    5. Wann werden die für die Schulverwaltungen Verantwortlichen wahrnehmen, dass Schulen oft am Rande der Überlastung oder tatsächlich überlastet den Umgang mit Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht mehr menschlich und produktiv leisten können?
      Stichwort dazu:
      > Die Klassenteiler sind aktuell zu hoch und werden erst zu spät gesenkt.
      > Die Deputat-Belastung ist zu hoch, wenn Lehrerinnen und Lehrer tatsächlich eine Lern- und Arbeitsbeziehung mit ihren Schülerinnen und Schülern aufbauen und pflegen sollen. (weiter: Kleiner Eindruck in den Alltag des engagierten Lehrers, Kai Winkler.)
      > Die Räume in den Schulen sind oft zu klein, schlecht ausgestattet und oft sind es zu wenig für sinnvollen und erfolgreichen Unterricht
      Erste Ideen:

      Das sind politische Fragen zur Verteilung von Geldern und entsprechenden Prioritätensetzungen! – Selbst bin ich an dieser Stelle eher resignativ bis sarkastisch: Ich stelle fest, dass in Sonntagsreden viel Unterstützung versprochen und im politischen Alltagsgeschäft wenig davon umgesetzt wird. Die Lehrkräfte können kaum mehr Druck erzeugen, da sind noch andere Personengruppen gefragt! – Ich rette mich in den kabarettistischen Blick.
    6. Wie werden Lehrer/innen, Schulleitungen und auch die Eltern in ihren Erziehungs- und Bildungsaufgaben unterstützt?
      Erste Ideen:
      Auch dies kostet voraussehbar Geld. Weiterführende Überlegungen gibt es natürlich auch zu dieser Frage, z.B. in Heft 3/2009 der Zeitschrift Pädagogik zu „Unterstützungssysteme“.
    7. Die Wahrnehmung der Kinder und Jugendlichen wird durch den Umgang mit modernen Medien grundsätzlich verändert und dies wird im Alltag der Familien und Schulen bislang zu oft noch ignoriert.
      Auf jeden Fall wird diese noch nicht produktiv aufgearbeitet. Und ich meine da nicht nur Gewaltspiele. -Die meine ich aber natürlich auch! – So haben Psychologen inzwischen gut erforscht, wie gewalthaltige Computer-Spiele die Tendenz zu Gewaltanwendungen fördern.Auch durch die Dauerpräsenz eines Themas werden möglicherweise der eine oder die andere zu unbedachten Taten eingeladen. Sogenannte „Nachahmungstäter“ oder „Trittbrettfahrer/innen“ drohen mit Gewalttaten und ängstigen ganze Schulen. Zum Beispiel: Amok-Lauf-Drohung an der Richard-Fehrenbach- und der Walther-Rathenau-Gewerbeschule in Freiburg. Dass die daraufhin veranlassten Einsätze viel Geld kosten und bei Feststellung der Täterschaft auch von diesen Personen bezahlt werden müssen, bedenken sie wahrscheinlich nicht.
      Erste Ideen:
      > Grundsätzlich bitte ich Erziehende über den Nutzungs-Umfang und die Nacharbeit von Medien-Nutzungen mit den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen nachzudenken.
      >“Elektronische Baby-Sitter“ erweisen sich möglicherweise kurzfristig als entlastend. Langfristig haben sie sicher fatale Folgen – für die Einzelperson und für das soziale Klima.
      > Alle für Schule Verantwortlichen werden sich mit dem rasanten Wandel auseinander zu setzen haben: Wir sollten nach neue Antworten auf die neuen Herausforderungen suchen. Die Such-Bewegung um die Video-Präsentation „shift happens“ von Karl Fisch kann dazu einen Anstoß gebe. (Eine deutschsprachige, etwas ältere Version findet Sie auch schon auf Youtube.) – Eine vermutlich neuere englische Version vom Herbst 2008 gibt es auch noch.
      > Eltern von getöteten Schüler/innen planen, eine kirchliche Stiftung «Stiftung gegen Gewalt an Schulen». Durch die Arbeit der Stiftung sollen Schulen in Deutschland sicherer werden, sagte Hardy Schober,
      Vorsitzender des «Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden». Kurzfristige Ziele seien die Veränderung des Waffengesetzes sowie das Verbot von sogenannten Killer-Spielen.

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    Dieser Beitrag gehört zur Reihe “Profession Lehrkraft”:

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    zuletzt überarbeitet am 21. März 2013 / 9:35 Uhr zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

    Profession Supervision (3): Was ist alltägliche Hypnose?

    Zimmermanns These: Hypnotische Phänomene sind alltäglich!

    Der klinische Hypnose-Ausbilder, Hans-Peter Zimmermann, erzählt in einem 40-minütigen Podcast (HPZs-Power-Podcast Nr. 59), wesentliche Grundfragen über Hypnose.

    Oft werden diese nach Meinung des Hypnose-Fachmanns unbewusst, sicher oft aber auch bewusst eingesetzt. – Wie bei vielen anderen wirkungsvollen Instrumenten kommt es wesentlich darauf an, mit welcher Absicht und welcher Haltung sie eingesetzt werden.
    Die vielgestaltig möglichen alltäglichen Suggestionen aufzudecken ist das Ziel seines kostenlosen E-Books „Hypnose im Alltag“. Ich habe den Text mit Gewinn gelesen und viele bekannte Muster wieder erkannt.
    Diesen Text und vieles andere Anregende finden Sie auf der Website von Herrn Zimmermann, die ich empfehlen kann:

    • sehr anregend
    • pfiffig und – auch medial – vielfältig
    • unterhaltsam und humorvoll
    • und freigiebig

    Welchen Bezug gibt es zum Beratungsformat „Supervision“?

    Aus meiner Praxis als Supervisor kenne ich vielfältige Formen von suggestiven Einflüssen auf meine Klientinnen und Klienten. Häufig stelle ich auch hoch wirksame Selbst-Suggestionen fest. – Manche Problem-Beschreibungen sind zum Beispiel so gut eingeübt und darum so hartnäckig, dass es schwer fällt, andere Blickweisen darauf zu wagen.

    Wie können Sie selbst bemerken, dass jemand oder Sie selbst mit hypnotischen Vorgängen konfrontiert ist oder war?

    Solche Beeinflussungen können aufgedeckt und in ihrer Wirkung (im Sinne der Klienten) umgestaltet werden!

    Für einen angstfreien und unbefangenen Umgang mit hypnotischen Phänomenen im Alltag

    Hans-Peter Zimmermanns Definition von hypnotischen Phänomenen, von Suggestionen ist weit gefasst und folglich kann er auch mit guten Gründen annehmen, dass viele solcher Beeinflussungen im Alltag stattfinden.

    Schon seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit hypnotischen Phänomenen und Trance-Zuständen.
    Das bedeutet nicht, dass ich mir einbilde, nicht selbst auch immer wieder in solche Beeinflussungen verstickt zu werden.

    Im Laufe der Zeit habe ich den Mut entwickelt,

    • mit solchen hypnotischen Phänomenen zu rechnen
    • mich ihnen zu widersetzen, wenn ich sie erkenne
    • sie bewusst und wohl überlegt einzusetzen.

    Ich bin gespannt, was Sie davon halten!

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    Weiterführende Links

    Artikel-Reihe zur „Profession der Supervision“.

    Diese Reihe wird in loser Folge fortgeführt.

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    Zuletzt bearbeitet: 4.09.2012 / 14:28 Uhr                           zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

    Profession Supervision (2): Forschung über systemische Team-Aufstellungen

    Von meinem vielseitig interessierten Web-Berater; Gunnar Thörmer, erhielt ich den Hinweis auf dieses Video über die Erforschung von systemischem Aufstellen, hier genauer: systemischen Team-Aufstellungen.
    Die private Universität Witten/Herdecke erforschte im Rahmen einer Dissertation Beziehungsgeflechte in Familienunternehmen (Wie stehen wir zueinander? …)
    Die Begleitung durch Prof. Dr. Fritz B. Simon bürgt für Seriosität.

    Auch die anfängliche Skepsis gegenüber der Behauptung, dass es so etwas wie eine „Raum-Sprache“ gibt, wird im Film-Ausschnitt benannt.

    Hier nun wird von der Forschung zu dieser Raumsprache berichtet. Reale Beratungsfälle werden in zwei Versuchsreihen mit unterschiedlichen Personen sehr aufwendig bearbeitet und anschließend die Übereinstimmungen untersucht.

    Das zentrale Forschungsanliegen wird von Peter Schlötter so formuliert:
    Gibt es eine allgemeingültige, nicht verbale Sprache von Stellungen von Personen im Raum zueinander, die Menschen tendenziell verstehen?

    Vertraute Sprache und ihre Entdeckung

    direkt zum MySpace-Video von Peter Schlötter

    Die Ergebnisse dieser Forschung sind überzeugend eindeutig:

    1. Ja es gibt eine von vielen Menschen intuitiv verstandene „Sprache“, mit deren Hilfe Stellungen im Raum als Aussage über Beziehungen verstanden und gedeutet werden können.
    2. Es gibt hohe Übereinstimmungen im Auffinden von „Lösungs-Stellungen“.

    Damit wird die Wirkung der Arbeit mit systemischen Aufstellungen wissenschaftlich erwiesen. – Auch zuerst skeptische Versuchspersonen zeigen sich beeindruckt und bescheinigen dem Forschungsansatz größtmögliche Objektivität.

    Inzwischen sind die Forschungsergebnisse auch publiziert (Vertraute Sprache und ihre Entdeckung: Systemaufstellung sind kein Zufallsprodukt – der empirische Nachweis) und rezensiert.

    Dieser Artikel gehört zur Reihe „Profession Supervision“.

    Diese Reihe wird in loser Folge fortgeführt.

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    Zuletzt bearbeitet: 15.11.2009 / 07:24 Uhr zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

    selbstmotiviert lernen (1): eigene Ziele, Meilen- und Stolpersteine festhalten

    Mit diesem Beitrag eröffne ich eine neue thematische Reihe zu einem meiner Lieblings-Themen, der Gestaltung von effektiven Lernprozessen.

    In lockerer Folge werde ich immer wieder darauf zurückkommen und weiter schreiben.

    Was früher „Lerntagebuch“ hieß, wird heute „Portfolio“ genannt.

    Früher hätte man ein „Lerntagebuch“ angefertigt, in dem die Ausgangslage, die Ziele, Kriterien für die Zufriedenheit mit dem erreichten und – bei ganz gewitzten Auftraggebern – auch noch die Stolpersteine und die Belohnung am Ende, wenn das Ziel erreicht wurde, notiert wurde.

    Heute wird eine solche Sammlung von Reflexionen „Portfolio“ genannt.
    Manchmal wird unter diesem Begriff auch nicht nur die gebündelte Reflexion sondern auch die Sammlung der Ergebnisse selbst verstanden.

    Eine Form, die auch die für Jugendliche spannenden neuen Medien einbeziehen, sind Blogs mit beiden Aspekten: Ergebnissen und Reflexionen zu einem Unterrichtsprojekt, dazu noch öffentlich zugänglich, also „echt“ und wichtig.
    Eine sehr kundige Einführung und Sammlung von Erfahrungen und Praxisbeispielen zum Lernen mit „neuen Medien“ findet sich bei Lisa Rosa in Ihrem Blog „shift – Weblog zu Schule und Gesellschaft.

    Wer die eigenen Ziele kennt, kann sie auch anstreben.

    Der erste Schritt, ist ein Ziel zu haben: Irgend etwas möchte ich lernen, herausfinden oder üben.
    Wenn ich mir dann noch die Mühe mache, dieses Ziel auch schriftlich fest zu halten, bemerke ich, ob ich mir darüber im Klaren bin, mir selbst sicher bin oder doch noch etwas undeutlich blieb und noch geklärt werden sollte.

    Wer sich der eigenen Fallen bewusst ist, kann diese eher vermeiden.

    Wer kennt das nicht? Ich habe mir etwas vorgenommen, fange an und lande dann doch (wie schon so oft) bei einer ganz anderer Tätigkeit. Vielleicht ist dies der Hinweis auf einen oft begangenen Umweg, sozusagen eine ständige Einladung an mich selbst, nicht die Hauptsache sondern eine viel lieber geübte Nebensache zu tun.
    Wer Arbeitsblätter erstellen soll, kennt vielleicht die Verlockungen moderner Textverarbeitungsprogramme, das Aussehen des Textes mit den vielfältigen Möglichkeiten „zu optimieren“ – ein oft begangener Umweg.

    Wer Hilfen kennt, kann sich unterstützen lassen.

    Auch die Möglichkeiten der Unterstützung für die Erreichung des Ziels zu beachten und zu nutzen, ist sinnvoll und kann das Ziel erreichbarer werden lassen.

    Es motiviert zusätzlich, wenn ich mir für das Ziel eine Belohnung überlegt habe.

    Gerade lohnende, also oft schwierige Ziele bedürfen einer großen Kraftanstrengung und meistens auch eines Durchhaltewillens. Um diese Kraft und Disziplin auch wirklich aufzuwenden, kann ich mich mit einer selbst ausgelobten Belohnung zusätzlich motivieren.

    Selbst habe ich gute Erfahrungen mit der Übung „Vertrag mit mir selbst“.

    Folgende – oder ähnliche Fragen – beantworte ich für mich selbst schriftlich:

    1. Was möchte ich (bis wann) erreichen?
      (Woran werde ich bemerken, dass ich dieses Ziel erreicht habe?)
    2. Was werde ich für dieses Ziel (bis wann jeweils) tun?
    3. Mit welchen drei ersten Schritten beginne ich (bis wann jeweils)?
    4. Was könnte ich tun, um nicht erfolgreich zu sein?
    5. Wer oder was könnte mich (wie) in meinem Ziel unterstützen?
    6. In welchen Zeiträumen werde ich wieder über diese Ziele und wie weit ich gekommen bin nachdenken?
      (Diese Termine werden in meine Terminplanung übertragen.)
    7. Wie werde ich mich selbst für meinen Erfolg belohnen?
      (Wie werde ich mit wem mein erfolgreich erreichtes Ziel feiern?)

    Diese Übung kann sowohl am Anfang des Unterrichtsjahres, einer Unterrichtseinheit oder eines Themas in der Beratung stehen. Sehr empfehlenswert ist es, sich schriftlich fest zu legen. Wesentlich sind auch die (mit sich selbst) vereinbarten Überprüfungs-Termine. – Entschiedenheit ist gefragt.

    Dieser Beitrag gehört zur Reihe „selbstmotiviert lernen“:

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    Zuletzt überarbeitet am 7. 07. 2017 zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

    Profession Lehrkraft (3): Impulse zur Selbstreflexion von Lehrkräften

    Zur Professionalität von Lehrkräften zähle ich wesentlich

    • persönliche Kompetenz (persönliche Bewusstheit, Selbstreflexivität, Lernbereitschaft, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit und Glaubwürdigkeit)
    • ausgewiesene Fachkompetenz für die unterrichteten Fächer
    • pädagogische Kompetenz (Zielgerichtetheit des pädagogischen Verhaltens auf dem Hintergrund eines eigenen pädagogischen Konzeptes)

    Wie haben Lehrkräfte ihre eigenen Schul-Erfahrungen in Erinnerung?

    Um diese zu erreichen, ist es meiner Erfahrung nach sinnvoll, sich die eigene schulische Erfahrung und die Einstellung zur Schule und zur Bildung bewusst zu machen. Denn, wenn ich über meine eigene Schüler-Zeit nachgedacht habe, kann ich vielleicht besser nachvollziehen, warum ich bestimmte Schüler-Typen nicht leicht erreiche: Sie haben vielleicht eine völlig andere Erlebniswelt und gehen von einer ganz anderen Einstellung aus auf die Unterrichts-Situation und die -Inhalte zu.
    Daraus kann dann auch eine Gabe zur Selbstbeobachtung entwickelt werden. Diese Selbstreflexivität ist wesentlich, um sich gezielt eine eigene Unterrichtshaltung und einen eigenen Stil anzueignen. Diese Übung, über dich selbst nachzudenken und dabei das Nach-Fühlen nicht zu vergessen, kann vielfältige Rückfälle in Lehr-Lern-Muster aus der eigenen Schulzeit vermeiden helfen.

    Eine kleine kabarettistische Anregung kann der Musiklehrer Hans Klaffl bieten

    Er ist sehr nachdenklich darüber,
    wie aus ganz normalen Menschen Lehrer werden können.

    direkt zu youtube

    Unter Stress fallen viele Menschen in früher gelernte Muster zurück.

    Nach meinen Beobachtungen an mir selbst und anderen neigen Menschen unter Stress, sich an alte Muster aus früherem Erleben anzulehnen. Bei Lehrer/innen bedeutet dies, dass auch differenziert ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer mit einer Fähigkeit zu einem abwechslungsreichen und anregendem methodischem Unterrichtsstil unter Stress wieder in die ur-alten Verhaltens-Muster ihrer eigenen Lehrer, also in den Lehrer-Vortrag-Stil, zurückfallen.

    Fachdidaktisch sind Ziele häufig gut, pädagogisch oft weniger gut beschrieben.

    In der Ausbildung von Lehrkräften wird die fachliche Auswahl entsprechender Unterrichtsinhalte meines Erachtens gut bearbeitet.

    Weniger ausreichend für die komplexe Situation vieler Unterrichtssituationen fällt die Fähigkeit von Lehrkräften zu einem pädagogisch-zielstrebigen Verhalten im Unterrichts aus.
    Erschwerend kommt hinzu, dass in vielen Kollegien die Sprachfähigkeit zu pädagogischen Fragestellungen ungeübt ist. Gute Ratschläge wie „Augen zu und durch!“ oder „Lob der Disziplin!“ helfen da nicht wirklich weiter.
    Solange Lehrkräfte in schwierigen Unterrichtssituationen nicht auf die kollegiale Unterstützung und Vernetzung zurückgreifen können, werden sie wahrscheinlich scheitern.

    Schon inder Ausbildung zur Lehrerin / zum Lehrer stellt sich die Frage – oder sollten die Kandidat/innen sich die Frage stellen, ob sie diesen Beruf mit allen pädagogisch-vielfältigen Herausforderungen auch wirklich ergreifen wollen. Dazu können Basis-Seminare zur Erhebung der Selbst-, Sozial- und Stress-Bewältigungs-Kompetenz hilfreich sein. Ein sehr anregendes Beispiel dafür aus der Praxis der Lehrer/innen-Ausbildung der Universität Kassel wird in einem Artikel des TAGESSPIEGEL vom 10.03.2009 rasgestellt.

    Auch die Einsicht, dass Supervision und Coaching bereits in der Ausbildung zur Lehrerin / zum Lehrer sinnvollerweise bekannt gemacht und eingeübt werden sollen, bricht sich langsam Bahn. (So waren sich Fachleute für die Lehrer-Ausbildung bei einer Konferenz im Mai 2011 darin einig und empfahlen den Einbau von Supervision und Coaching bereits in der Lehrer-Ausbildung.)

    Ein eigenes Unterrichtskonzept könnte hilfreich sein.

    Als jemand, der früher in anderen pädagogischen Zusammenhängen gearbeitet hat, ist es mir selbstverständlich, vor dem Start eines größeren Projekts ein pädagogisches Konzept zu schreiben.

    In einem solchen Konzept könnte stehen

    • Wie ich über „lehren“ und „lernen“ denke
    • Welche Rahmenbedingungen ich für meine Unterrichtstätigkeit sehe
    • Welche Fähigkeiten und Fertigkeiten ich als Lehrkraft mitbringe
    • Wo ich Grenzen spüre und mich weiter entwickeln möchte oder muss
    • Welche Werte und Inhalte mir wichtig sind
    • Wie ich mich als Lehrkraft selbst beschreibe
    • Welcher methodische Weg aus all dem folgerichtig von mir angestrebt wird

    Die Anfertigung eines solchen pädagogischen Konzepts für jede einzelne Lehr-Persönlichkeit kann vielfältige Selbst-Einsichten bereit stellen und die beklagte Sprachunfähigkeit in pädagogischen Fragen etwas mindern.
    Wenn in Kollegien über so begründete pädagogische Haltungen und Handlungsideen ein Austausch beginnt, kann eine neue Haltung zur Rolle als Lehrer/in entwickelt werden.
    Dann sind auch Auswertungen am Ende eines Schuljahres allein oder im kollegialen Umfeld möglich, um den Lernprozess der professionellen Lehrkraft zu fördern.

    Wenn ich meine Ziele und Ansprüche definiert habe, kann ich eher beschreiben, ob und wie ich diese erreicht habe. – Viele Lehrkräfte würden sich vermutlich wundern, wie erfreulich die Bilanz auch ausfallen kann und wie ermutigend es ist, bewusste Ziele zu erreichen und dies auch zu bemerken.
    (Hier können Sie weiterlesen: …  Zum Feedback von Schülerinnen und Schüler
    zum anonymen Feedback von Schüler/innen an Lehrkräfte über schule.net
    Zur Auswertung von Unterricht … )

    Auf solcher zielgerichteten, nachdenklichen und selbstreflexiven Haltung von Lehrkräften aufbauend sind dann auch Methoden-Trainings, Supervisionen und kollegiale Beratungsformen produktiv.
    Selbstverständlich können Coaching, Supervision und auch manche kollegiale Beratung auch eine Unterstützung auf dem Weg zu einer solchen, ausdrücklichen und formulierten Professionalität sein.

    Meine eigene Erfahrung: Schüleraktivierender Unterricht kann auch entlasten.

    Der erfreuliche Nebeneffekt einer neuen Unterrichtshaltung mit mehr Aufmerksamkeit für die Lern-Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler ist eine deutliche Verlagerung der Anstrengung in die Vor- und Nachbereitung und ein entspannteres Unterrichten.

    Methoden ohne dazu passendes Konzept können zu Chaos und zu Unterrichtsstörungen führen!

    Ohne Selbstreflexion und persönlichen Lernwille der Lehrpersonen sind die sogenannten „modernen und offenen Unterrichtsmethoden“ der sprichwörtliche Flicken neuen Stoffs auf die brüchige alte Kleidung und führen entgegen allen Verheißungen zu mehr Enttäuschungen aller Beteiligten und entsprechend mehr „Unterrichts-Störungen“!
    Dazu können Sie mehr im nächsten Beitrag lesen.

    Ist das nicht sehr anspruchsvoll? –
    Ja, der Lehrberuf ist anspruchsvoll und kann sehr schön sein!

    Ich habe nie behaupten wollen, dass Lernprozesse zu organisieren und zu unterstützen einfach sei.
    Ich meine aber, diese Anstrengung lohne sich.
    Wenn ich meine Ziele, Methoden und Erfahrungen beschrieben habe, kam ich dafür eine Vorstellung und dann die Möglichkeit entwickeln, mich darüber auszudrücken und damit mit Kolleginnen und Kollegen und Interessierten gemeinsame Vorstellungen finden und wirksam sein.
    Das macht mir große Freude und ist ein sehr zufriedenstellendes Gefühl.

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    Weiterführende Link-Empfehlungen

    Dieser Beitrag gehört zur Reihe “Profession Lehrkraft”:

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    zuletzt überarbeitet am 22.01.2019 Uhr       zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

    Ein kabarettistischer Blick auf die Bildungspolitik

    „Bildung ist eine wichtige Aufgabe
    – für die Zukunft!“

    In Sonntagsreden kann man diesen oder ähnliche Sätze immer wieder hören.

    Ich erlebe, dass die Rahmenbedingungen für die Bildung, für Kindergärten, Schulen und Ausbildungen – entgegen allen schönen Versprechungen in Sonntags-Reden – leider ausgesprochen unterfinanziert sind. Vieles scheint bei der Verteilung der Mittel dann doch noch wichtiger als Schule und Bildung zu sein.

    Manchmal hilft Humor oder ein kabarettistischer Blick.

    Ich hoffe auf ein – hoffentlich auch irgendwie – befreiendes Lachen oder wenigstens Schmunzeln von Ihnen.
    Nach der Entspannung können Sie vielleicht besser und wollen dann auch unter nachweislich ungünstigen Rahmenbedingungen pädagogisch arbeiten.


    direkt zu Youtube

    Oder: Volker Pispers zu den Lehrern bei Youtube. Mein zweiter Tipp!

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    Aus der  Reihe “Profession Lehrkraft”:

    und:

    zuletzt überarbeitet am 9. Juli 2010 / 15:10 Uhr          zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

    Beim Wechsel des dsl-Anbieters sollten Sie viel Geduld und Humor haben.

    Mit vielen Menschen habe ich leidvolle Erfahrungen mit dem Wechsel meines dsl-Anbieters im September 2008 machen müssen.
    Ich telefonierte sehr viel mit Computer-Stimmen und mit überwiegend freundlichen Menschen.

    Zur Auflockerung möchte ich zuerst einen Witz zu diesem Thema mitteilen:
    Der Abteilungsleiter zu einem Mitarbeiter im Verkauf: „Ich habe eben mit anhören müssen, wie sie sich mit einem Kunden gestritten haben. – Wissen Sie nicht, dass der Kunde immer recht hat?“ – Der Verkäufer antwortet: „Natürlich weiß ich das. Aber dieser Kunde bestand darauf, Unrecht zu haben!“
    (frei nach: E. C. Hirsch: Der Witzableiter – oder Schule des Lachens; 87)

    Chronologie langwieriger Bemühung um einen dsl-Internet-Zugang

    1. Ich hatte entschieden, meinen Vertrag bei 1und1 zu kündigen. – Ich finde, dies ist mein Recht als Kunde.
      Die Firma wollte dies kaum glauben und machte mir den Kündigungsvorgang nach meinem Empfinden einigermaßen unangenehm: Online zu kündigen war im ersten Schritt leicht.
      Allerdings sollte die Kündigung telefonisch verifiziert werden. Statt nun einfach meine Daten abzufragen und die Kündigung dann frei zu schalten, verwickelte mich der Mitarbeiter von 1und1 in ein unangenehmes Verkaufsgespräch, das ich nach einigen Minuten reichlich ärgerlich und energisch abbrach.
      Damit war der alte Vertrag gekündigt.

    2. Die Telekom bestätigte meinen Auftrag für die dsl-Schaltung und teilte mir mit, dass sie bis zu sechs Arbeitstagen benötige, um die dsl-Leitung frei zu schalten. – Allerdings beginne diese Frist erst, wenn der vormalige Dienstleister den dsl-Port frei gegeben hätte. Der Telekom-Brief deutete an, das könne dauern. Ich wurde um Zusendung der Kündigungsbestätigung von 1und1 per Fax gebeten.

    3. In meiner telefonischen Rückfrage bei der Telekom, ob diese lange Zeit der Leistungslücke ernst gemeint sei, ergab leider Gewissheit.
      Die Begründung für diese Auskunft hörte sich für mich nicht überzeugend an und klang sehr bürokratisch – etwa so: Ja, dann muss erst eine Auftragbestätigung verschickt werden, die Leitungen müssen gemessen werden und die Techniker müssten raus und müssten schalten. –
      Diese Begründung war für mich weder nachvollziehbar noch gar kundenfreundlich – Warum wird die schriftliche Bearbeitung und die technische Vorbereitung nicht bereits vor Schaltzeitpunkt vorgenommen? Und wird die Schaltung tatsächlich noch mit dem Schraubendreher am Schaltkasten vollzogen oder wird nicht sowieso fast alles inzwischen rechner-gesteuert geschaltet? – Warum dauert es dann so lange?

    4. Inzwischen warb die Firma 1und1 weiter um mich und schickte mir ein auf den ersten Blick sehr lukratives Angebot. Es unterbot die Telekom-Kosten. Außerdem bot Sie mir eine Rückabwicklung meines Auftrages an die Telekom an.
      Ich mag solches Gebaren nicht. Einer der Gründe für meine Wechselentscheidung war ja, dass das ursprünglich günstig klingende Angebot damals von und1 und die tatsächlichen Kosten und die tatsächliche Leistung sich dann doch zu meinem Nachteil unterschieden hatten.

    5. Meine Idee, die dsl-Leistungs-Unterbrechung in die Urlaubszeit vorzuverlegen überforderte die Mitarbeiter/innen von 1und1 offensichtlich:
      > Die erste Reaktion beim nach langen Telefonaten mit rechnergenerierten Stimmen und mehreren (leider nicht zuständigen) Menschen war: „Das ist nicht erlaubt. Das geht doch nicht!“
      Ich hatte den unkonventionellen Vorschlag unterbreitet, vorzeitig auf die Leistungen der Firma 1und1 zu verzichten, diesen Verzicht schriftlich zu erklären und die Firma von allen Anforderungen frei zu stellen. Gleichzeitig war ich selbstverständlich bereit, den Vertrag bis zum Vertragsende Mitte September 2008 zu bezahlen.
      > Zuerst bekam ich eine falsche Fax-Nummer genannte und wunderte mich einige Tage, dass ich keine Antwort bekam.
      > Die telefonische Nachfrage ergab, dass ich eine andere Nummer anzufaxen hätte.
      > Darauf erhielt ich zuerst eine inkompetente Antwort in der Art: Eine dsl-Portfreigabe in der Vergangenheit sei leider nicht möglich! – Da hatte jemand offensichtlich nicht verstanden, was ich wollte und das Briefdatum mit den Datum der Leistungsunterbrechung verwechselt. Kann ja mal vorkommen! Humor hilf!
      > Auf meine erneute Darstellung meiner Idee – nun per Mail, bekam ich eine im Ton sehr freundliche in der Sache aber unnachgiebige Reaktion: Die Firma bestehe darauf, meine – nunmehr nicht mehr gewünschte Leistung – bis zum vertraglich festgelegten Zeitpunkt zu erbringen. Danach werde „zeitnah“ der dsl-Port für den nächsten Provider frei geschaltet. –
      Faktisch blockiert 1und1 den Wechsel meines dsl-Ports also in einer Zeit, in der ich auf die schnelle Internbetverbindung ohne wesentliche Nachteile für mich verzichten könnte, weil Urlaub ist, und nötigt mir die Leistungslücke in eine meiner Hauptarbeitzeiten auf. Eine Begründung für die Ablehnung meines Vorschlages erhielt ich in dieser E-Mail nicht.
      Erstes Fazit: Sollte ich je Neigung verspürt haben, nochmals mit der Firma 1und1 einen Vertrag abzuschließen, so gibt es nun ein sehr gewichtiges Argument dagegen.

    6. Erneut bekam ich – dieses Mal schriftlich – bestätigt, dass die Firma 1und1 aus rechtlichen Gründen (Verweis auf die AGBs) eine vorzeitige Vertragsauflösung nicht möglich machen wolle.
      Der Nachsatz, ich könne bis 14 Tage vor Vertragsende meine Kündigung rückgängig machen, verlockte mich nach meinen bisherigen Erfahrungen nicht mehr.

    7. Am Tag nach dem Vertragsende funktionierte die Internet-Telefonie tatsächlich nicht mehr und einen weiteren Tag später war der dsl-Port von 1und1 offensichtlich frei gegeben. – Ich möchte zugestehen, das war tatsächlich „zeitnah“. – Erster Schritt erfolgreich bewältigt.

    8. Meine telefonische Rückfrage bei der Telekom am selben Tag (16.09.2008) gegen Abend ergab, dass diese von der Portfreigabe informiert waren.
      Nun bekam ich allerdings den 24.09.08 als voraussichtlichen dsl-Schalt-Termin genannt. Das sind – entgegen der schriftlichen Darstellung im Bestätigungsschreiben für den dsl-Auftrag – statt 6 nun 7 Arbeitstage (wenn ich Samstag und Sonntag ausspare)!

    9. Telefonische Verhandlungen erbrachten die Möglichkeit, den Schalt-Termin auf den 22.09. vor zu ziehen.

    10. Am 22.09. wollte ich mein dsl nutzen. Mein Rechner zeigte mir an, dass dsl am Router anlag. Ich benötigte nur noch die Zugangsdaten. Diese lagen mir nicht vor. Ich rief wieder bei der Telekom an und bat um Abhilfe. Die erste Reaktion war der Versuch, mich auf den 24.09. zu vertrösten und dann „würden die Zugangsdaten auch raus gehen“. – Für meine inzwischen misstrauischen Ohren konnte dies auch bedeuten, dass der Postweg dazu zu rechnen wäre.

    11. Ich wollte eine sofortige Mitteilung von Zugangsdaten. Dies wurde mir auch zugesagt. Telefonisch erhielt ich eine Sofort-Kennung aus 28 Zahlen und ein achtstelliges persönliches Passwort. – Leider funktionierte diese nicht. – In meinen erneuten telefonischen Rückragen waren ich leider nicht so erfolgreich, dass ich tatsächlich in die zuständige Fachabteilung zur Überprüfung der Kennung durchgedrungen wäre.

    12. Ich entschied mich nach ungefähr einer Stunde vergeblichen Verharrens in Warteschleifen und Telefonierens für das Warten und hoffte, am 24.09. die schriftliche Mitteilung für die Kennung meines dsl-Zugangs vorliegen zu haben.

    13. Am ursprünglich versprochenen Leistungsdatum, dem 24. Spetember, hatte ich – wie inzwischen befürchtet – keine Mitteilung über meine Zugangsdaten im Briefkasten.
      Ich telefonierte also wieder mit verschiedenen Hotline-Mitarbeiter/innen, erzählte meine Geschichte und machte deutlich, dass meine Geduld nun erschöpft sei. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Telekom waren freundlich, erklärten mir, dass in dieser Sache nur die zuständige Fachabteilung in Magdeburg behilflich sein könne, konnten mich aber mehrere Male nicht dort hin verbinden.

    14. Nach eineinhalb Stundem beharrlichen Wartens in Telefon-Warte-Schleifen und dazwischen kurzen Gesprächen mit freundlichen Menschen, erhielt ich schließlich die Auskunft, wo der Fehler lag: In der telefonischen Übermittlung hatte sich eine falsche Nummer in der langen Kette eingeschlichen. – Nach dieser Korrektur bin ich endlich wieder schnell online. – Bleibt zu hoffen, dass die endgültige Kennung tatsächlich bis spätestens 29. September, dem Verfallsdatum der Sofort-Kennung, bei mir eintrifft und auch funktioniert.
      Zweites Fazit: Beharrlichkeit und Geduld zahlen sich doch aus. – Schade, dass die Dienstleistung der Deutschen Telekom so schwer zu bekommen ist.

    Ich bin noch neugierig, welche Telefon-Kosten bei dieser ganzen Aktion angefallen sind.
    Darüber werde ich weiter berichten.

    Erster Nachtrag:
    Es machen sich auch andere Menschen Gedanken über die Verbesserung der Kundenorientierung des größten deutschenTelefonanbieters, sogar die eigenen Mitarbeiter/innen.
    brand eins – die hervorragende, etwas andere Wirtschaftzeitschrift – dokumentiert im Heft vom August 2008 eine kritische Stimme aus der Mitarbeiterschaft der Deutschen Telekom. Lesen Sie weiter: … hier.

    Zweiter Nachtrag vom 26.09.2008:
    Zwei Tage nach Bereitstellungstermin von dsl bekomnme ich die Kennung per gelber Post zugestellt.
    Diese Kennung funktioniert sofort.
    Allerdings ist bei T-Online, dem Unternehmensteil der Deutschen Telekom, der uns dsl zur Verfügung stellt, nun nur noch meine Frau Kundin. Unser Telefon-Anschluss lautet auf beide Namen und wir sind ein Paar, welches unterschiedliche Nach-Namen hat. Das allerdings scheint T-Online zu überfordern: Sie nahmen einfach den kürzen Namen der beiden und definierten das Anbieter-Kunden-Verhältnis um. –
    Mir fällt dazu nur ein, dass es wohl viele Menschen gibt, die sich ihren Beruf möglichst einfach machen – egal um welchen Preis.

    Dritter Nachtrag vom 14. Oktober 2008:
    Ein Herr von der Telekom ruft an und möchte sich erkundigen, ob wir mit unserem „neuen Anschluss, Hard- und Software“ zufrieden sind.
    Als ich erstens mitteile, dass ich mit dem Ablauf des dsl-Wecdhsels nicht zufrieden bin und zweitens auch immer noch nicht einsehe, wie die zuständige Telekom-Abteilung, nämlich T-Online, unser Kundenverhältnis schlicht auf den kürzeren Namen von uns beiden umdefiniert, wird das Gespräch unterbrochen. Das Besetzt-Zeichen erklingt.
    Ein Rückruf der Telekom bleibt aus: Möchte die Firma Telekom nur positives Kunden-Feedback und kann mit einer präzise vorgetragenen Kritik nichts anfangen? – Dieser Eindruck drängt sich mir auf.

    Vierter Nachtrag vom 14. November 2008: Unerwünschte T-Net-Box war – entgegen anderslautender Zusage – aktiviert.
    Sofort nach der schriftlichen Information der Telekom, uns stünde nun mit dem neuen T-Net-Anschluss auch eine Option für einen elektronischen Anrufbeantworter „T-Net-Box“ genannt zur Verfügung, hatte ich mit der angegeben Hotline telefonierte. Dort befragte mich ein unfreundlicher Herr, ob ich denn Anlass hätte für meine Annahme, dass die Box aktiv sei. Ich verneinte und informierte ihn, dass wir genau diese Aktivierung auf keinen Fall wünschten. Er habe das vermerkt, die Box werde nicht aktiviert, war die beruhigende Auskunft.
    Dieser Tage rief mich eine Computer-Stimme an und teilte mir mit, ich hätte eine neue Nachricht. – Die Box war also – entgegen unseres ausdrücklichen Auftrags – doch aktivier worden. – Sie lässt sich telefonisch abstellen. Klar; das ist nicht wirklich schwierig. – Ich frage mich nur: Warum muss ich extra eine Maschine abstellen, die ich ausdrücklich gar nicht angestellt haben wollte?
    Für solche Abläufe fehlt mir jedes Verständnis!

    Zuletzt überarbeitet am 14. 11. 2008 / 20:37 Uhr