Wozu helfen Blogs im Unterricht? (Profession Lehrkraft – 15)

Zusammenfassung

Blogs sind inzwischen recht einfach zu erstellen und können den Unterricht vielfältig unterstützen:

  • als Link-Katalog
  • als Quelle für Arbeitsblätter und Beschreibungen von Unterrichtsmethoden
  • als Unterrichts-Protokoll
  • und mehr: z.B. Reflexionsebene, Diskussionsforum, Portfolio

Ich mache Mut zur Erkundung und zum Experiment.

Einen Blog zu starten ist inzwischen recht einfach. – Ich ermutige zu Experimenten.

Inzwischen ist es nicht mehr schwer, einen „Blog aufzusetzen“, wie die Blogger sagen, also einen Blog einzurichten.

Ich habe mehrjährige, gute Erfahrungen mit der Bloggersoftware WordPress.com und kann dieses Paket empfehlen.

Man muss dafür auch nicht unbedingt bezahlen. Ich rate sogar dazu, zuerst einmal eine kostenfreie Variante zu erproben. Wer weiß, ob sich die Methode als passend und hilfreich erweist und Sie Freude am Bloggen und am Einbinden in den Unterricht entwickeln.
Wenn nicht: Ein Blog kann auch wieder gelöscht werden.

Selbst habe ich mich vor vielen Jahren für einen Blog mit eigenem Namen entschieden. Dafür wird dann eine jährliche „Miete“ für den Namen und den Speicherplatz auf einem Server fällig. Ich empfehle dafür die Firma Host Europe.

Lassen Sie sich auf eine Experiment und einige Versuche ein.
Ich habe Freude entwickelt und bekomme positive Rückmeldungen zu meinem, inzwischen großen Blog-Projekt.

Blog als Link-Katalog

Jahrelang sammle ich schon für den Unterricht interessante Links auf einer eigenen Blogseite mit dem Titel Material zum Unterricht.

Dadurch bin ich sehr flexibel und kann im Unterrichtsgeschehen direkt auf Fragen oder Interessenlagen der Schülerinnen und Schüler reagieren und biete immer mal wieder etwas mediale Abwechslung.

Außerdem hilft mir diese Seite, Ordnung auf meinem Schreibtisch zu halten:

  • Was sich bewährt hat, wird in die Linksammlung aufgenommen.
  • Andere, weniger hilfreiche Quellen/Links kann ich wieder vergessen oder auch wieder aus der Link-Liste löschen.

Blog als Quelle für Arbeitsblätter und -methoden

Auch Routinen im Unterricht können als Arbeitsblätter hinterlegt werden. Beispielsweise

  • Welche Regeln gelten bei Ihnen bei der Notengebung?
  • Was erwarten Sie für eine GfS?
  • Wie kann ich erfolgreich lernen?

Blog als Unterrichts-Protokoll: Plakat-Wand

Angeregt durch die MOOC-gestützte Fortbildung OpenReli2013 im Herbst und die Jahrestagung für die Religionslehrer/innen der beruflichen Schulen in Rastatt habe ich mich zu einem Unterrichtsprojekt zu großen Fragen entschlossen.

Die Ergebnisse der beiden Unterrichtsreihen veröffentliche ich – zur Freude der Schülerinnen und Schüler – in einem eigenen Blog zu den großen Fragen:

Ausblick

Weiter kann ich mir vorstellen,

  • Die Schülerinnen und Schüler zur Formulierung ihrer Reflexionen anzuregen
  • Blogs von Schülerinnen und Schülern als Lerntagebücher verfassen zu lassen
  • Diskussionen über Blog-Kommentare zu fördern

Update 2.04.2016: Datenschutz beachten!

Inzwischen habe ich an einem Punkt wesentlich dazu gelernt: Für die Daten der Schülerinnen und Schüler bedarf es einer sehr sorgfältigen Handhabung, um die hohen Ansprüche der Datenschutz-Bestimmungen zu erfüllen.

Für mich heißt dies, dass ich keine persönlichen Email-Adressen, schon gar keine Links zu Websites, Sozial-Media-Kanälen und auch keine Gravatare der Schüler mehr akzeptiere, sondern – um die Anonymität im Netz zu wahren – auf der Nutzung von Wegwerf-Email-Adressen (z.B. mailinator.com) beharre.

So gewährleiste ich, dass auch später keine Zuordnung außerhalb der Klasse zu den einzelnen Autorinnen und Autoren möglich wird.

Bereits erstelle Kommentare habe ich mühsam nachträglich bereinigt.
Wer sich diese Gedanken vor dem Auftrag an die Klassen gemacht hat, erspart sich einige Mühe in der Nacharbeit.

Herzlichen Dank an Kolleginnen und Kollegen für Anregungen

Vielen Dank an dieser Stelle an Gunnar Thörmer, der mich vor Jahren in die WordPress-Software eingeführt hat und mir immer wieder Tipps und Links zu interessanten Themen sendet.

Herzlichen Dank auch

  • an das Team von OpenReli2013
  • an die Workshop-Leiter der Jahrestagung in Rastatt 2013

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Weiterführende Links

zuletzt bearbeitet/ergänzt am 17.10.2016 / 17:27 Uhr       zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Lehrer lernen (Profession Lehrkraft – 7)

Zusammenfassung

Wer konzeptorientiert und klug plant,
den Unterricht systematisch vorbereitet
und diese Vorlagen, weil sie gut geordnet abgelegt wurden, wieder findet,
wird Freude an der Arbeit als Lehrerin/Lehrer und qualitativ guten Unterricht erleben.

Gliederung

Meine Empfehlungen

  1. Formulieren Sie ein persönliches Konzept von Ihrem Unterricht.
  2. Durch Routinen kann das Umfeld von Unterricht energiesparend geplant werden.
  3. Systematische, schriftliche Vorbereitungen von Unterricht fördert Qualität und entlastet langfristig.
  4. Ein einfaches, sinnvolles weil inhaltliches Ordnungssystem kann auch angewendet werden.
  5. Wer regelmäßig reflektiert, kennt die Erfolge und den Verbesserungsbedarf.
  6. Kollegiale Entlastungsmöglichkeiten
  7. Die Anstrengung lohnt sich schon bald – spätestens aber nach ein bis zwei Unterrichtsjahren!

Weiterführende Links

Zur Professionalität von Lehrkräften zähle ich wesentlich

  • persönliche Kompetenz (persönliche Bewusstheit, Selbstreflexivität, Lernbereitschaft, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit und Glaubwürdigkeit)
  • ausgewiesene Fachkompetenz für die unterrichteten Fächer
  • pädagogische Kompetenz (Zielgerichtetheit des pädagogischen Verhaltens auf dem Hintergrund eines eigenen pädagogischen Konzeptes)

Nach einer notwendigen kreative Pausen lege ich neue Texte zum Beruf des Lehrers / der Lehrerin vor.

Nach drei Monaten kreativer Pause habe ich neue Texte zur Profession als Lehrer/Lehrerin verfasst:
Sie sind unter der Navigationsleiste beim Menü-Punkt „Schule und Unterricht“ hinterlegt.
Im Wesentlichen geht es um eine systematische, konzeptorientierte und in der Praxis durch Routinen entlastende Arbeitshaltung.

Meine Empfehlungen sind:

  1. nach einem persönlichen Unterrichts-Konzept zu arbeiten
  2. klug zu planen
  3. den Unterricht systematisch und schriftlich vorzubereiten
  4. ein einfaches und sinnvolles Ordnungssystem zu entwickeln und einzuhalten
  5. regelmäßig zu reflektieren und so Erfolge und Verbesserungsbedarf heraus zu finden
  6. sich durch Kooperation, Arbeitsteilung und gegenseitige Unterstützung zu entlasten
  7. Was sich auf den ersten Blick anstrengend anhört, lohnt sich  –  schon bald!

1. Formulieren Sie ein persönliches Konzept von Ihrem Unterricht.

Für sich selbst schriftlich nieder zu legen, wie Lernen gestaltet, wie Unterricht vorbereitet, durchgeführt und nachbereitet wird, führt zur Klarheit über die Aufgaben. Insbesondere erscheint es mir hilfreich, sich der eigenen Erfahrungen mit Schule, der Vorstellung vom Lernen und schließlich der Werte und der Wahl der Mittel beim Unterrichten zu versichern.

Mehr dazu können Sie hier lesen.

2. Durch Routinen kann das Umfeld von Unterricht energiesparend geplant werden.

Jedes Schuljahr richte ich Hefter zur Dokumentation des Unterrichts in den einzelnen Klassen.
Dazu habe ich inzwischen ein Formblatt, eine Art Checklist, entwickelt. So behalte ich den Überblick.

Eine andere Form haben die Sitzpläne.

Wieder eine andere Form habe ich für die wochenweise Planung meiner Unterrichtswochen zur Einlage in mein Kalender-Ringbuch entwickelt.

3. Systematische, schriftliche Vorbereitungen von Unterricht fördert Qualität und entlastet langfristig.

Seit Anfang meiner Unterrichtstätigkeit fertige ich meine Vorbereitungen schriftlich an und dokumentiert meine Erfahrungen in regelmäßigen Abständen.
Im Laufe der Zeit sammeln sich so viele unterschiedlich gelungene Unterrichtsansätze an, die dann zum Ausgangspunkt für Überarbeitungen oder Neukonzeptionen werden können.

Die vorgeplante Unterrichts-Skizze mit Zeit-, Ziel-, Teilziel- und Methoden-Angaben hilft mir, im Unterricht souverän über die Zeit und die Inhalte zu verfügen und entsprechend dem Prozess zu- und abgeben zu können: Wenn ein Schritt intensiver gestaltet wird und dadurch mehr Zeit in Anspruch nimmt, so kann dies wahrgenommen und entsprechend für die weitere Planung berücksichtigt werden. Dies gilt sowohl für die einzelnen Unterrichtstunden als auch für gesamte Unterrichtseinheit.

Mehr dazu lesen Sie hier.

4. Ein einfaches und sinnvolles Ordnungssystem kann auch angewendet werden.

Im Laufe der Zeit habe ich mir ein einfaches und an inhaltlichen Stichpunkten orientiertes Ordnungssystem für Material und Unterrichtsentwürfe (sowohl als Kopie-Vorlage als auch als Datei, d.h. im PC) erarbeitet.
Inhaltliche Sortier-Kriterien haben meiner Erfahrung nach eine längere Haltbarkeit als die Ordnung nach Lehrplan-Nummern oder -Einheiten: Lehrpläne werden sich ändern, inhaltliche Zusammenhänge auch, aber viel seltener.

Mehr dazu lesen Sie hier.

5. Wer regelmäßig reflektiert, kennt die Erfolge und den Verbesserungsbedarf.

Eine regelmäßige Reflexion (am Ende der Unterrichtseinheit oder auch allgemeiner in der Hälfte und am Ende des Schulhalbjahres) verhilft zu bewussten Erfolgserlebnissen oder auch zur realistischen Erkenntnis, wo noch Verbesserung notwendig ist.

Mehr dazu können Sie hier lesen.

6. Kollegiale Entlastungsmöglichkeiten

zum Beispiel:
Grundinformationen und Formular zur Anmeldung der vier Auswahlthemen durch die Schülerinnen und Schüler für die Präsenationsprüfung in Baden-Württemberg (pc-tauglich)

Spätestens wenn die Ideen bei der Erstellung einer neuen Unterrichtseinheit ausgehen oder Konflikte zu bearbeiten sind, hilft ein gepflegtes Netzwerk von kollegialen Kontakten.

Noch hilfreicher sind eingeübte Praktiken der kollegialen Unterstützung in Fallbesprechungsgruppen, kollegialer Beratung, gegenseitigen Unterrichtsbesuchen oder auch Gruppensupervisionen.

Mehr dazu lesen Sie hier.

7. Die Anstrengung lohnt sich schon bald!

Diese Skizze einer systematischen Arbeit einer konzeptorientierten unterrichtlichen Arbeiten und der regelmäßigen Auswertung und Verbesserung liest sich vielleicht besonders anstrengend.

Tatsächlich erlebe ich diesen Weg als herausfordernd und besonders in engen Arbeitsphasen auch als Prüfung meiner Konsequenz; langfristig hat sich das Vorgehen allerdings bereits gelohnt:  Im Laufe der ersten Jahre (drei bis fünf) hat sich so zunehmend ein Erfahrungs- und Material-Schatz angehäuft, der entlastet, sicheres und überlegtes Handeln fördert und Unterrichts-Qualität garantiert.

Nach zehn Jahren Unterrichtstätigkeit geht mir zwar die Arbeit nicht aus, aber das geordnete Material und die abgespeicherten Unterrichtskonzenpte machen mich freier für andere, wichtige Aspekte der Lehr-Tätigkeit (z.B. zunehmend mehr Schüler/innen, die sich unangemessen verhalten und mir auffallen).

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Weiterführende Links

zu Grundlagen

zu unmittelbar umsetzbaren Hilfen

  • Erprobte Unterrichtsmethode: Vierfach effektiv lernen
    (eine gehirngerechte, schüleraktive Wiederholungs-Methode)
  • Schule verbessern (3): nachhaltig lernen lehren
    These: Die Form der Klassenarbeiten hat auch eine wesentliche Bedeutung für das Lernverhalten der Schüler/-innen. Langfristiges und damit nachhaltiges Lernen der Schüler hängt auch von der Unterrichtsgestaltung durch die Lehrer/-innen ab!

zum Thema „Enlastungen und Lehrer-Gesundheit“

zuletzt leicht überarbeitet am 7.11.2016     zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht