Andere könnten recht haben (Wandel lernen – 9)

Zusammenfassung der Shruggie-Haltung

Leben wir unaufgeregt und realistisch
mit der Überforderung angesichts der Komplexität:

  • Wir können die Welt nicht überblicken und die meisten Prozesse nicht steuern!
  • Rechnen wir humorvoll und zuversichtlich
    mit einer guten Zukunft.
  • Handeln wir, wo wir es können.

Ein realistischer Blick auf die komplexe Welt

Wir leben in einer Wachstumsgesellschaft.
Es „wachsen“:

  • Wirtschaftsleistung
  • verfügbares Wissen
  • Freiheitsgrade
  • Energiebedarf
  • Umweltbelastung
  • Unübersichtlichkeit
  • Unsicherheit
  • und damit die Herausforderungen an einzelne, Gruppen und ganze Gesellschaften, damit umzugehen.

Ein gängiger Bewältigungs-Versuch ist die Reduktion der Komplexität durch das feste, zuweilen fanatische Behaupten einer – meistens – einfachen Wahrnehmung, Meinung oder Deutung.

Was, wenn Kontrolle eine Illusion ist?

Wenn wir uns die Begrenzungen unserer Lösungsansätze eingestehen?

Wie ändert sich das Bild der Welt, wenn wir sie realistisch anschauen und unsere Wahrnehmungen von Wunschdenken oder Größenphantasien befreien?

¯\_(ツ)_/¯-Haltung: Gelassen und humorvoll mit Komplexität rechnen.

Mit der ¯\_(ツ)_/¯-Haltung können wir entspannt und gelassen in die Welt blicken. – Diskussionen können friedlich und entspannt verlaufen.

Wir haben bisher keine bewährten Verfahren und kaum angemessene Sprache für den Umgang mit Komplexität und tasten uns langsam und mühsam heran.
Tatsächlich neigen wir zu sprachlich linearen (und damit vereinfachte) Darstellungen.

Komplexität entsteht andererseits aus der Gleichzeitigkeit sehr unterschiedlicher Phänomene mit ganz unterschiedlichen Logiken, ist demnach genau nicht linear beschreibbar.

Das ist herausfordernd, teilweise verwirrend. Manchmal wird es unangenehm empfunden und fordert „Überforderungsbewältigungskompetenz“. Das ist die Übersetzung des Fachbegriffs „Ambiguitätstoleranz“: Wir sind genötigt, die Gleichzeitigkeit von vielfältigen Widersprüchlichkeiten auszuhalten.

Wie wäre es mit:

  • humorvoll mit den Schultern zu zucken
  • uns der begrenzten Reichweite eigener Einsicht einzugestehen
  • probeweise zu handeln
  • dabei realistisch zu sein
  • und auf eine gute Zukunft zu hoffen.

Dafür gibt es im Netz das Emoticon „Shruggie“:

shruggieEine alte Weisheit

In meiner Studienzeit lernte ich die Werke von Hans-Georg Gadamer über die Wissenschaft vom Verstehen, die Hermeneutik, kennen.
Herrn Gadamer wird als Haltung für erfolgreiches Verständnis der Satz „Der andere könnte Recht haben.“ zugeschrieben.

Respekt gegenüber den Beweggründen des Gegenübers als Chance

Darauf kann man mit der Hintergrundweisheit der Gewaltfreien Kommunikation (GfK) ankoppeln: Alle menschlichen Handlungen werden von Bedürfnissen angetrieben. Wenn wir uns dahin empathisch einfühlen, können wir (vielleicht) verstehen und Lösungen er-finden.

Es ist erstaunlich, welche Spiel- und Handlungsräume sich aus der ¯\_(ツ)_/¯-Haltung ergeben.

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zuletzt leicht überarbeitet am 25.05.2020 / 17:17 Uhr       zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

zum Tag des digitalen Lernens

Zusammenfassung

Modernes Leben und Arbeiten wird heute immer auch medial und mit mobilen Geräten bewältigt. – Ständig gibt es etwas Neues hinzu zu lernen.

Ich lasse mich herausfordern.

Solche Aktionstage sind mir immer auch ein wenig suspekt, scheinen sie mir doch anzuzeigen, dass da (noch) Mangel herrscht.

Manchmal wird er Handlungsbedarf dann im Schreiben darüber erschöpft.

Ich lernte heute komfortabler zu twittern

Heute hatte ich etwas Muse, mich um mein persönliches Twitter-Experiment zu kümmern: Schon länger bin ich mit meiner Handhabung des Miniblogs unzufrieden.

Ich wusste zwar, dass es hilfreiche Werkzeuge gibt, kannte sie aber noch nicht (gut): Es blieb Unzufriedenheit und immer wieder ärgerliche oder umständliche Aktionen in den Diskussionen.
Tweetdeck hilft mir ab heute weiter.
Den Tipp habe ich aus dem empfehlenswerten Lehrerblog von teacheridoo.

Zweitens habe ich bei dieser Gelegenheit gleich die schon lange anhängende Aufgabe, einen neuen Neewsfeed-Reader zu erproben, erledigt.
Auch diesen Tipp (die Firefox-Ergänzung bamboo) habe ich bei teacheridoo gefunden (wie das halt so läuft, wenn man auf einem Blog weiterliest). Danke.

Haben wir eine Wahl?

Nicht zufällig wird an einem solchen Tag auch über die Zwänge der neuen Technologien und die Gefahren diskutiert.

Florian Blaschke vom Magazin t3n bloggt über seinen bewussten Ausstieg aus facebook

und die Medien-Coach-Frau Dr. Kerstin Hoffmann kommentiert provokative mit ihrem Slogan „Web – oder stirb!“.

Digitale Technologie hat auch eine Bedeutung im Unterricht.

Diese Aussage erscheint mir so platt, dass sie kaum noch Nachrichtenwert hat. Und sie wird vielfach wiederholt und diskutiert.

In vielen Kollegien allerdings oft ausschließlich in einer reflexhaften Abwehrhaltung (oft aus Angst vor Kontrollverlust:

  • Die Inhalte sind nicht mehr kontrollierbar.
  • Die Interaktionen sind nicht mehr kontrollierbar.
  • Die Jugendlichen schauen sich gefährlich/jugendgefährdende Inhalte an.
  • Sie werden sich mobben …

Nach wie vor bin ich für einen bewussten Einsatz moderner Kommunikationsmedien in der Schule und im Unterricht. – Für mich heißt dies auch, die Nutzung zu regulieren und auch zu begrenzen.

Andererseits kann ich mir nichts mehr anderes vorstellen, als moderne Kommunikationsmedien immer wieder in den Unterricht einzubeziehen und so den Unterricht an die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen anzuschließen.

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zuletzt bearbeitet am 13.03.2014 / 19:13 Uhr      zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht