Feedback von Schüler/innen einholen

Schuljahresende ist ein günstiger Zeitpunkt.

Das nahe Ende des Schuljahres ist eine günstige Zeit, sich von ausgewählten Lerngruppen eine Rückmeldung ein zu holen. (In der sozialwissenschaftlichen Fachsprache werden solche Rückmeldungen als „Feedback“ bezeichnet.)

Anonymität hilft der Wahrheitsfindung.

Im Gegensatz zu den Empfehlungen für ein persönliches Feedback halte ich beim Feedback in der Schüler-Lehrer-Beziehung Anonymität für sinnvoll. So kann schon die Idee, eine Rückmeldung hätte (langfristig) Auswirkungen auf die Leistungsnoten, im Keim umgangen werden.

Formalisierte Fragebögen ermöglichen bei wiederholter Anwendung die Einordnung.

Durch die mehrmalige Verwendung formalisierter Fragebogen-Formen kann die Lehrkraft im Laufe der Jahre zwischen Gruppen und Konzepten vergleichen und so die Rückmeldungen der Schüler/innen-Gruppen besser einordnen.

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Zuletzt überarbeitet am 9. März 2019      zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Lernprozesse im Unterricht auswerten

Ich unterstelle allen Menschen zuerst einmal die Fähigkeit zur Neugierde und zum Lernen.

Meine Grundannahme ist, dass Menschen ursprünglich sehr neugierig und wissensdurstig sind und wir deshalb auf einer grundsätzlichen Bereitschaft zum Lernen aufbauen können.

(Dass viele Situationen den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen als wenig einladend zum Lernen erscheint, möchte ich hier nicht abstreiten. Das wird zu einem anderen Zeitpunkt auch einmal eine bearbeitenswerte Frage sein.)

Wenn die Schüler/innen wissen, was sie lernen wollen/sollen, gelingt es auch (besser).

In meinem Unterricht wird zu Beginn die Ausgangslage der Schülerinnen und Schüler erhoben. Dazu gehört die Frage nach den Vorkenntnissen, den Interessen, (inhaltlichen und methodischen) Erwartungen und Befürchtungen und die Information über Lernziele und mein eigenes Grundanliegen mit meinem Unterricht.
Abschließend an diese Standard-Fragen zu Beginn einer Unterrichtseinheit stelle ich die – für viele ungewohnte – Frage, woran die Schüler/innen am Ende erkennen werden, ob der Unterricht für sie ertragreich, also „gut“ war.
Alle diese Informationen werden zu Beginn der Einheit schriftlich für jede lernende Person und auch für mich als Lehrkraft festgehalten.

Zum Ende der Unterrichtseinheit wird dann bilanziert.

Solche oder ähnliche Fragen können dabei hilfreich sein:

  1. Welche erwarteten Inhalte wurden zufriedenstellend bearbeitet?
  2. Welche Fragen bleiben offen?
  3. Hat der Unterricht persönliche Kompetenzen gefördert?
  4. Kann das Erlernte auf andere Bereiche übertragen werden?
    (Zum Beispiel: Wurden Methoden erarbeitet, die sich auch zu anderen Themenstellungen sinnvoll einsetzen lassen?)
  5. War die Kurs-Gruppe oder Klasse hilfreich für das Lernen – oder: Was war nicht hilfreich?
  6. Welche Verhaltensweisen der Lehrkraft waren dem Lernen förderlich? – oder: Was hat gehindert?
  7. Bewerten Sie den Unterricht mit einer Schulnote und begründen Sie diese Wertung.

Im anschließenden Gespräch erfahren die Schülerinnen und Schüler mehr über die Einschätzungen der Lehrkraft und die Schüler/innen haben die Möglichkeit, ihre Eindrücke, Bewertungen und Ideen mitzuteilen.

Meine Erfahrungen mit Auswertungen von Unterricht sind positiv.

Das bedeutet nicht, dass alle Teilnehmer/innen meines Unterrichts begeistert sind.
In der Regel schätzen Schüler/innen meinen Unterricht besser ein, als ich selbst.
Gerade, wenn ich mich von einer Gruppen habe „herausfordern“ lassen, bin ich häufig überrascht, wie gut die Schüler/innen unterscheiden können und mir rückmelden, dass sie meinen Einsatz schätzen- auch wenn er sie gelegentlich anstrengt.

Wenn die Lehrkraft sich die Noten der Schüler/innen für den eigenen Unterricht begründen lässt, erfährt man als Lehrkraft eine Menge über die Wirkungen von eigenem Verhalten und auch viele Anregungen für die Optimierung des eigenen Unterrichtshandelns.
Dazu möchte ich ermutigen.

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zuletzt bearbeitet am 16.07.2013 / 15:47 Uhr        zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Feedback zu erfragen klärt

Stimmen unsere Bilder?

In fast jeder Lebenslage haben wir Bilder und Vorstellungen von uns und anderen im Kopf

  • Was von dem, was ich ausdrücken wollte, ist von der anderen Person wie verstanden worden?
  • Wie wirke ich auf mein Gegenüber?
  • Was erwartet oder benötigt mein Gegenüber?
  • Was habe ich beim anderen erreicht oder auslösen?

Ob diese Vorstellungen von uns selbst oder den anderen zutreffen, ist immer wieder unsicher.

Normalerweise missverstehen wir uns

Der Normalfall in der Kommunikation ist nicht das passgenaue Verstehen sondern leider allzu oft ein teilweises oder sogar vollständiges Miss-Verstehen!

Allermeistens ist das nicht wirklich schlimm, weil die nächste Information uns über unser Missverständnis wieder aufklärt.

Was können wir tun?

  1. Wir könnten die Möglichkeiten der Missverständnisse einfach übersehen.
  2. Wir können sehr viel Enerie dafür aufwenden, über unsere Unsicherheiten, wie etwas angekommen sein könnte, zu phantasieren und nachzusinnen.
  3. Energiesparender ist es da höchstwahrscheinlich, wenn wir unser Gegenüber fragen, was und wie es bei ihm angekommen ist, was wir ausgedrückt oder getan haben.

Zugegeben, das erfordert immer wieder neuen Mut und auch Energie.
Es klärt aber, gibt uns ein wenig mehr Einblick in die Realität aus der Sicht unserer Umgebung, erspart uns manche Spekulation und Täuschung und damit schließlich auch manche spätere Ent-Täuschung.

Für pädagogisch oder sozial tätige Menschen könnte ein (formalisiertes) Feedback – wie in einem eigenen Beitrag über Feedback von Schülerinnen und Schülern beschrieben – hilfreich sein.

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zuletzt bearbeitet am 15.03.2014 / 17:11 Uhr zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht