mit Weglassen Ziele fördern (Wandel lernen – 6)

Die Idee der Entgiftung stammt von Peter Drucker

Fredmund Malik greift eine Idee des ideenreichen Denkers über Management auf, der die Notwendigkeit der Entgiftung für alle Lebensformen beobachtete und diese auf Einzelne und Organisationen übertrug.

Regelmäßige Bestandsaufnahme

Der österreichische Management-Denker und Berater Prof. Dr. F. Malik formuliert die entscheidende Frage: “Was von all dem, was wir heute tun, würden wir nicht mehr neu beginnen, wenn wir es nicht schon täten?” – Mag sein, dass Vieles von unseren Tätigkeiten einmal sinnvoll war. Jetzt geht es um die Überprüfung, ob es aktuell noch sinnvoll ist.

Hören Sie auf, “falsche Dinge” zu tun. Entsorgen Sie!

Malik empfiehlt eine konsequente Vorgehensweise. Er macht deutlich, dass es nach der Bestandsaufnahme nicht mehr darum geht, ob ich eine als aktuell nicht mehr sinnvolle Handlung weiter führen werde oder nicht, sondern immer die Frage zu stellen ist, wann ich damit aufhören werden.

Beginnen Sie Veränderungsprozesse mit der Frage nach den Streichungen

Damit geht Malik unkonventionell aber sehr wirksam vor.
Durch die “Entschlackung” oder “Entgiftung” werden bisher gebundene Energien für neue Aufmerksamkeiten und Lernprozesse frei.

Eine gesunde Balance zwischen “Routine und Entwicklung”

Das hat mich angesprochen, weil ich die Tendenz gut kenne, Neues anzupacken – ohne Ausgleich.
Wenn wir Überholtes entsorgen, entsteht neuer Raum und wird Energie wieder frei für Veränderung und Entwicklung.

Weiterführende Links

zuletzt bearbeitet am 20.01.2012          zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Konferenzen nerven

Es gibt viele schlechte Erfahrungen mit Konferenzen.

Fällt Ihnen bei “Konferenz” auch“Bremsscheibe” ein?

Ein Künstler aus Freiburg hatte mich schon vor Jahren beeindruckt und angeregt:
Er hatte aus Draht eine Konferenz-Gruppe gestaltet. – Der Tisch war aus einer Brems-Scheibe gefertigt.
Er spiegelt die Erfahrung vieler Menschen:
Sie haben keine guten Erinnerungen an diese Arbeitsform: Man sitzt – oft unter Zeitdruck – zusammen und erledigt Aufgaben (informiert werden, Meinung bilden, koordinieren und entscheiden). -

Konferenzen können effektiv gestalten werden und machen sogar Spaß!

Konferenzen werden dann effektiv und gut, wenn

  • sie gut vorzubereitet wurde
  • sie klug moderiert werden
  • ungute Stimmung vermieden wird
  • die Aufgaben sachgerecht und effektiv erledigt werden.

Selbst mag ich gut vorbereitet und effektiv geleitete Konferenzen, weil so notwendige Meinungsbildungen, Absprachen und Entscheidungen sinnvoll bearbeitet werden können.
Leider habe ich auch immer wieder erlebt, dass sinnlos Zeit und Energie von vielen Menschen “verbrannt” wurde, weil unnötige oder nicht gut vorbereitete Konferenzen durchgeführt wurden.

Ich empfehle:

1. Zu klären, ob die Konferenz überhaupt notwendig und angemessen ist.
So können Informationen oft viel angenehmer auf andere Weise (Aushang, Rundbrief oder -mail, Intranet-Information usw.) verteilt werden.
2. Informieren Sie die Teilnehmenden:
Für Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozesse kann es sinnvoll und notwendig sein, dass die betroffenen Personen sich in einem Raum versammeln.
Informieren Sie die Teilnehmerinne und Teilnehmer vor der Konferenz.

  • über die Themen
  • über die Ziele (Information, Meinungsbildung oder Entscheidung?)
  • über bereits vorhandene Vorinformationen (Geschichte der Frage, frühere Entscheide, Vor-Entscheidungen der Leitung, Modelle)

3. Auch methodische Gedanken sind für die Konferenzvorbereitung sinnvoll:

  • Mit welchem Verfahren soll das Ziel erreicht werden?
  • In welcher Zeit?
  • Mit welcher Moderation? (Sehr entlastend und klärend ist, wenn die Moderation von den inhaltlichen Interessen getrennt handeln kann.)
  • Wie können die Konferenz-Teilnehmer/innen einbezogen werden?
    (Z. B. in die Vorbereitung, durch Sammlung und Gewichtung der Punkte, …)
  • Welche Punkte sind sinnvoll für den Anfang, welche für später?

4. … Ergebnisse zu erreichen und diese auch in einem Ergebnis-Protokoll festzuhalten.

Hilfsmittel zum download

Für Ihre effektive Konferenz-Gestaltung schlage ich Ihnen hier zwei vorbereitete Formen vor und biete diese zum kostenlosen herunterladen (download) an:

  • Formular zur vorbereitenden Sammlung von Tagesordnungspunkten – mit der Aufforderung, sich schon bei der Bennenung von Konferenz-Punkten auch Gedanken über Ziel, Methode, Zeitbedarf und mögliche Moderator/innen zu machen
    (Word-Datei, 26 KB – für Ihre Zwecke angleichbar)

Weitere Hilfen

Wenn Sie als Klassen-Lehrer/in mit Ihren Konferenzen und oder Elternabenden Unterstützungsbedarf haben sollten, könnten Sie sich in einer kollegialen Beratung oder in einer Gruppensupervision unterstützen lassen.

Interessante Links

zuletzt bearbeitet am 23. November 2011 / 20:09 Uhr      zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

in Muse lernen (Profession Lehrkraft – 9)

Nach den ersten beiden Wochen des neuen Schuljahres in Baden-Württemberg fiel mein Blick auf:

tempo_runter

Auf dem Vorplatz der größten Grundschulen im Land wird um die Verminderung des Tempos gebeten.
Obwohl damit sicher die Autofahren gemeint sind, schlage ich den Lehrerinnen und Lehrern, den Schülerinnen und Schülern und auch den Eltern vor, sich von diesem Bild anregen zu lassen und auch das Tempo zu verringern.

Lernen wird nur mit Muse, ausreichend Zeit und gelassenem Vertrauen erfolgreich sein.

Zu Beginn des neuen Schuljahres werden viele Sachverhalte geklärt, neue Gruppen gebildet und Beziehungen geknüpft, neue Methoden erprobt und viel muss neu organisiert werden und sich darum erst einspielen.

Leicht gerät man als Lehrkraft in dieser Startzeit in eine Art “inneren Laufschritt”.
Doch das hohe Tempo kann erstens nicht auf Dauer durchgehalten werden und tut zweitens weder den Schülerinnen und Schüler, noch deren Lernprozessen und auch nicht den Lehrkäften gut.

Dieser Text gehört zur Artikelserie “Profession Lehrkraft”:

zuletzt bearbeitet am: 14.10.2011/8:35 Uhr zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Verlernen Sie das Aufschieben per eMail-Kurs

Wer kennt das nicht?

Ich sollte, müsste dringend … -
und habe wieder nicht das Dringende
sondern alles mögliche andere geschafft.
Oft steigt dann die Unzufriedenheit und der Druck.
Manchmal leiden Menschen auch richtig unter ihrem Verhalten.

Der Persönlichkeits-Coach Roland Kopp-Wichmann aus Heidelberg bietet

1. einen Test zu möglichen Hintergründen des Aufschiebens an

Die Auswertung könnte Ihnen weiter helfen.
Zum Online-Test
geht es hier lang.

2. einen Kurs per eMail:
Alle vier Tage bekommen Sie eine Mail

  • mit Hintergrundwissen
  • und praktischen Anregungen.

Direkt zur Buchung des eMail-Kurses:

Für einen Überblick über die Inhalte
und eine spätere Buchung besuchen Sie bitte sein persoenlichkeitsblog.de
und den Beitrag vom 8. Mai 2011
mit dem pfiffigen Motto

“Wenn Sie etwas aufschieben wollen,
sollten sie das immer sofort tun.”

zum Anfang des Artikels

zuletzt bearbeitet am 03.06.2011           zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Guter Start ins Schuljahr

Zusammenfassung

Der Beginn eines neuen Schuljahres ist eine Chance, sich neu für eine erfolgreiche Lern-Strategie zu entscheiden, die regelmäßige Mitschriften, Nacharbeiten und Wiederholungen beinhaltet und durch ein entsprechendes Lehrer-Verhalten unterstützt wird.

Gliederung

Ein Schuljahres-Beginn ist eine neue Chance zur Verbesserung.

Für die Schülerinnen und Schüler und die Lehrkräfte hat in dieser Woche ein neues Schuljahr begonnen: Jeder Neuanfang kann auch als Chance für eine Veränderung zu einem erfolgreichen Lernen begriffen werden.
Dazu ist es hilfreich, einen kurzen Gedanken an die bisherigen Versuche zu verwenden und zu bewerten, welchen Erfolg die bisherige Praxis erbrachte. -
Wer damit zufrieden ist, hat keine Veranlassung etwas zu verändern.
Viele Schülerinnen und Schüler nehmen sich zu Beginn des Schuljahres aber vor “mehr zu lernen” und “bessere Noten” zu erreichen. -

Dazu habe ich ein paar Empfehlungen:

Statt auf “den letzten Drücker” besser regelmäßig lernen

Die neurobiologischen Erkenntnisse der letzten Jahre bestätigen klar: Regelmäßiges Lernen ist dem saisonalen oder Kurz-Zeit-Lernen weit überlegen. Dies ist im Aufbau und der Funktion unseres Gehirns begründet.

Im Oberen Teil des Tafelbildes wird das bei den meisten Schülerinnen und Schülern übliche “Kurz-Zeit- oder Kellner-Lernen” skiziert. Es ist geprägt vom Lernen “kurz vor knapp” und führt leider bei hohem Aufwand doch häufig wieder zu sehr schnellem Vergessen.

Verabschieden Sie sich von uneffektivem Kurzzeit-LernenAm unteren Rand des Tafelbildes wird deutlich, wie wir erfolgreich lernen:

  • regelmäßig
  • in kleinen Portionen.

Dafür gibt es viele gute Gründe aus neurobiologischen Erkenntnissen der letzten Jahre.

Meine Behauptung:
Die meisten Schülerinnen und Schüler, die bisher erst kurz vor der Klassenarbeit oder der Prüfung gelernt hatten, müssen nicht wesentlich mehr tun! Wenn sie ihre Lern-Antrengungen besser über die Zeit verteilen, werden sie im Laufe der Zeit deutlich erfolgreicher lernen und damit auch bessere Noten bekommen.

Wir alle wissen, dass Sportler sinnvollerweise regelmäßig trainieren. So ist es auch Schülerinnnen und Schülern zu empfehlen, wichtigen Stoff regelmäßig zu bearbeiten, zu üben und zu wiederholen.

Ein erfolgreiches Verfahren für das schulische Lernen in drei Schritten

Wie schon in einem früheren Beitrag in diesem Bog über das erfolgreiche Lernen von Schülerinnen und Schülern dargestellt, empfehle ich drei Schritte:

  1. Im Unterrich in Stichworten regelmäßig mitschreiben und dabei großzügige Ränder lassen
  2. Jede Unterrichtsstunde zu Hause kurz nacharbeiten und die wichtigsten Inhalte in eigenen Worten auf den rechten Rand zusammen schreiben.
  3. Regelmäßige und geplante Wiederholungen, wenn ungefähr die Hälfte des Stoffes vergessen ist.

Was sich nach viel Aufwand und Anstrengung anhört, ist was Dauer ein auch nervenschohnendes Verfahren und führt in der Regel binnen weniger Monate zu erkennbar besseren schulischen Leistungen.

Lehrkräfte können dieses Umdenken fördern

Die Lehrerinnen und Lehrer können das notwendige Umdenken vom oft beklagten Kurz-Zeit-Lernen zu nachhaltigen und erfolgreicheren Lernwegen unterstützen. Ja sie sollten es meines Erachtens dringend tun!
Unter anderem können Sie zu Beginn des Schuljahres die Bedeutung der Mitschriften hervorheben und Beispiele für eine sinnvolle Mitschrift als Tafelanschrieb anbieten.
Auch die kurze Wiederholung des Lernstoffs der letzten Unterrichtsstunden (mit der Möglichkeit, dabei die Mitschriften zu nutzen) können Schüler/innen dazu bringen, ihre Notizen sorgfältig und geordnet zu führen und auch dabei zu haben.

Schließlich können die Lehrer/innen über die Gestaltung der Klassenarbeiten das längerfristige Lernen und Wiederholen befördern.
Insbesondere in der Mittel- und Oberstufe ist dies auch im Blick auf Abschluss-Prüfungen eine sinnvolle Maßnahme.
Ich wiederhole dann vor der Klassenarbeit einen angekündigten Teil des früher behandelten Stoffes und baue in die Klassenarbeit eine Wiederholungsfrage ein.

Viel Erolg wünsche ich allen Schülerinnen und Schülern, allen Lehrerinnen und Lehrern und – nicht zu vergessen – den vielen Eltern, die sich in der Unterstützung ihrer Kinder engagieren.

zum Anfang des Artikels

Weiterführende Links

Tipps für Schülerinnen und Schüler

Vier Tipps für Lehrkräfte:

  1. Eine erproble Unterrichtsmethode: Vierfach effektiv lernen (eine gehirngerechte, schüleraktive Wiederholungs-Methode für den Unterricht)
  2. Die Artikel-Reihe zur Profession der Lehrerinnen und Lehrer
  3. Die Artikel-Reihe zur Schul-Entwicklung, besonders der dritte Text ” Schule verbessern (3): nachhaltig lernen lehren” (These: Die Form der Klassenarbeiten hat auch eine wesentliche Bedeutung für das Lernverhalten der Schüler/innen. Langfristiges und damit nachhaltiges Lernen der Schüler hängt auch von der Unterrichtsgestaltung durch die Lehrer/innen ab!)
  4. Eine Gruppe von Kolleg/innen, die sich gemeinsam auf einen begleiteten Lernweg machen, also eine Gruppen-Supervision, könnte die Weriterentwicklung der eigenen Profession und die Steigerung der Arbeitszufriedenheit fördern:
    Informationen über den Neustart einer Gruppensupervision für Lehrerinnen und Lehrer am 22. 10. 2010 / 16-18 Uhr finden Sie hier. (pdf-download, 130 KB)

zuletzt bearbeitet am 6. Oktober 2010 / 15:30 Uhr              zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Bau einer demokratischen Schule für Huamachuco/Peru

Im Rahmen einer Schulpartnerschaft

Schon seit über zwei Jahren kooperiert die freie demokratische Schule Kapriole e. V. in Freiburg mit peruanischen Lehrkräften beim Aufbau einer demokratischen Schule in den Höhen der nördlichen Anden.
edhu_logoIch unter­stütze dies und empfehle Ihnen dieses Projekt.

Was bisher geschah:

  • Ein Trägerverein für die Schule und ökologische Bildung wurde gegründet.
  • Die Schule wurde im Frühjahr 2009 von den peruanischen Behörden genehmigt.
    Sie bleibt eine Privatschule und wird von staatlicher Seite nicht bezuschusst. -
    Seither wird in eine ersten Gruppe noch in provisorischen Räumen unterrichtet.
  • Nach der Bildungsreise des ersten Lehrers, Valerio Narvaes Polo, hat Com­promiso Wilson
    (ein kleiner Förderverein, bei dem ich mich engagiere) ein Praktikum
    des zweiten Lehrers, Wilson Ruiz Carrion aus Huama­chuco, in der Kapri­ole in Freiburg zur päda­go­gischen Weiter­bil­dung gefördert.
  • Die Planungen für den Schulbau mit Internatsplätzen in vier Bauabschnitten für dann insgesamt 90 Schüler/innen in sechs Klassen ist abgeschlossen.
  • Im Juni wurde ein Windrad zur Stromgewinnung in 3400 m Höhe errichtet.
    (Höchstwahrscheinlich eines der ersten in Peru in dieser Höhe.)
  • Anfang Oktober 2009 wurde das Gelände für den Bau eingeebnet:
    Schulgelände (Blick von O nach W)

Was jetzt nötig ist
und
meine herzliche Empfehlung an Sie zur Förderung:

  • Finanzierung der Bildungsreise einer pädagogischen Mitarbeiterin (Jhenifer Flores Narvaez) zum Praktikum in der Kapriole in Freiburg zwischen Ende März und Juni 2010.

    Praktikantin im Frühjahr 2010

  • Unterstützung des Baus eines Schulhauses in der dort ortsüblichen Lehmbauweise:
    Fundamente der EDHU werden sichtbar
    am 11. Februar 2010 war das Dach des ersten Rohbaus gedeckt:
    Der erste Bau-Abschnitt hat ein Dach.

Weitere Informationen

letzte Überarbeitung am 24. März 2010 / 21:52 Uhr          zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht