Konferenzen nerven

Es gibt viele schlechte Erfahrungen mit Konferenzen.

Fällt Ihnen bei “Konferenz” auch“Bremsscheibe” ein?

Ein Künstler aus Freiburg hatte mich schon vor Jahren beeindruckt und angeregt:
Er hatte aus Draht eine Konferenz-Gruppe gestaltet. – Der Tisch war aus einer Brems-Scheibe gefertigt.
Er spiegelt die Erfahrung vieler Menschen:
Sie haben keine guten Erinnerungen an diese Arbeitsform: Man sitzt – oft unter Zeitdruck – zusammen und erledigt Aufgaben (informiert werden, Meinung bilden, koordinieren und entscheiden). -

Konferenzen können effektiv gestalten werden und machen sogar Spaß!

Konferenzen werden dann effektiv und gut, wenn

  • sie gut vorzubereitet wurde
  • sie klug moderiert werden
  • ungute Stimmung vermieden wird
  • die Aufgaben sachgerecht und effektiv erledigt werden.

Selbst mag ich gut vorbereitet und effektiv geleitete Konferenzen, weil so notwendige Meinungsbildungen, Absprachen und Entscheidungen sinnvoll bearbeitet werden können.
Leider habe ich auch immer wieder erlebt, dass sinnlos Zeit und Energie von vielen Menschen “verbrannt” wurde, weil unnötige oder nicht gut vorbereitete Konferenzen durchgeführt wurden.

Ich empfehle:

1. Zu klären, ob die Konferenz überhaupt notwendig und angemessen ist.
So können Informationen oft viel angenehmer auf andere Weise (Aushang, Rundbrief oder -mail, Intranet-Information usw.) verteilt werden.
2. Informieren Sie die Teilnehmenden:
Für Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozesse kann es sinnvoll und notwendig sein, dass die betroffenen Personen sich in einem Raum versammeln.
Informieren Sie die Teilnehmerinne und Teilnehmer vor der Konferenz.

  • über die Themen
  • über die Ziele (Information, Meinungsbildung oder Entscheidung?)
  • über bereits vorhandene Vorinformationen (Geschichte der Frage, frühere Entscheide, Vor-Entscheidungen der Leitung, Modelle)

3. Auch methodische Gedanken sind für die Konferenzvorbereitung sinnvoll:

  • Mit welchem Verfahren soll das Ziel erreicht werden?
  • In welcher Zeit?
  • Mit welcher Moderation? (Sehr entlastend und klärend ist, wenn die Moderation von den inhaltlichen Interessen getrennt handeln kann.)
  • Wie können die Konferenz-Teilnehmer/innen einbezogen werden?
    (Z. B. in die Vorbereitung, durch Sammlung und Gewichtung der Punkte, …)
  • Welche Punkte sind sinnvoll für den Anfang, welche für später?

4. … Ergebnisse zu erreichen und diese auch in einem Ergebnis-Protokoll festzuhalten.

Hilfsmittel zum download

Für Ihre effektive Konferenz-Gestaltung schlage ich Ihnen hier zwei vorbereitete Formen vor und biete diese zum kostenlosen herunterladen (download) an:

  • Formular zur vorbereitenden Sammlung von Tagesordnungspunkten – mit der Aufforderung, sich schon bei der Bennenung von Konferenz-Punkten auch Gedanken über Ziel, Methode, Zeitbedarf und mögliche Moderator/innen zu machen
    (Word-Datei, 26 KB – für Ihre Zwecke angleichbar)

Weitere Hilfen

Wenn Sie als Klassen-Lehrer/in mit Ihren Konferenzen und oder Elternabenden Unterstützungsbedarf haben sollten, könnten Sie sich in einer kollegialen Beratung oder in einer Gruppensupervision unterstützen lassen.

Interessante Links

zuletzt bearbeitet am 23. November 2011 / 20:09 Uhr      zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Verlernen Sie das Aufschieben per eMail-Kurs

Wer kennt das nicht?

Ich sollte, müsste dringend … -
und habe wieder nicht das Dringende
sondern alles mögliche andere geschafft.
Oft steigt dann die Unzufriedenheit und der Druck.
Manchmal leiden Menschen auch richtig unter ihrem Verhalten.

Der Persönlichkeits-Coach Roland Kopp-Wichmann aus Heidelberg bietet

1. einen Test zu möglichen Hintergründen des Aufschiebens an

Die Auswertung könnte Ihnen weiter helfen.
Zum Online-Test
geht es hier lang.

2. einen Kurs per eMail:
Alle vier Tage bekommen Sie eine Mail

  • mit Hintergrundwissen
  • und praktischen Anregungen.

Direkt zur Buchung des eMail-Kurses:

Für einen Überblick über die Inhalte
und eine spätere Buchung besuchen Sie bitte sein persoenlichkeitsblog.de
und den Beitrag vom 8. Mai 2011
mit dem pfiffigen Motto

“Wenn Sie etwas aufschieben wollen,
sollten sie das immer sofort tun.”

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zuletzt bearbeitet am 03.06.2011           zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Guter Start ins Schuljahr

Zusammenfassung

Der Beginn eines neuen Schuljahres ist eine Chance, sich neu für eine erfolgreiche Lern-Strategie zu entscheiden, die regelmäßige Mitschriften, Nacharbeiten und Wiederholungen beinhaltet und durch ein entsprechendes Lehrer-Verhalten unterstützt wird.

Gliederung

Ein Schuljahres-Beginn ist eine neue Chance zur Verbesserung.

Für die Schülerinnen und Schüler und die Lehrkräfte hat in dieser Woche ein neues Schuljahr begonnen: Jeder Neuanfang kann auch als Chance für eine Veränderung zu einem erfolgreichen Lernen begriffen werden.
Dazu ist es hilfreich, einen kurzen Gedanken an die bisherigen Versuche zu verwenden und zu bewerten, welchen Erfolg die bisherige Praxis erbrachte. -
Wer damit zufrieden ist, hat keine Veranlassung etwas zu verändern.
Viele Schülerinnen und Schüler nehmen sich zu Beginn des Schuljahres aber vor “mehr zu lernen” und “bessere Noten” zu erreichen. -

Dazu habe ich ein paar Empfehlungen:

Statt auf “den letzten Drücker” besser regelmäßig lernen

Die neurobiologischen Erkenntnisse der letzten Jahre bestätigen klar: Regelmäßiges Lernen ist dem saisonalen oder Kurz-Zeit-Lernen weit überlegen. Dies ist im Aufbau und der Funktion unseres Gehirns begründet.

Im Oberen Teil des Tafelbildes wird das bei den meisten Schülerinnen und Schülern übliche “Kurz-Zeit- oder Kellner-Lernen” skiziert. Es ist geprägt vom Lernen “kurz vor knapp” und führt leider bei hohem Aufwand doch häufig wieder zu sehr schnellem Vergessen.

Verabschieden Sie sich von uneffektivem Kurzzeit-LernenAm unteren Rand des Tafelbildes wird deutlich, wie wir erfolgreich lernen:

  • regelmäßig
  • in kleinen Portionen.

Dafür gibt es viele gute Gründe aus neurobiologischen Erkenntnissen der letzten Jahre.

Meine Behauptung:
Die meisten Schülerinnen und Schüler, die bisher erst kurz vor der Klassenarbeit oder der Prüfung gelernt hatten, müssen nicht wesentlich mehr tun! Wenn sie ihre Lern-Antrengungen besser über die Zeit verteilen, werden sie im Laufe der Zeit deutlich erfolgreicher lernen und damit auch bessere Noten bekommen.

Wir alle wissen, dass Sportler sinnvollerweise regelmäßig trainieren. So ist es auch Schülerinnnen und Schülern zu empfehlen, wichtigen Stoff regelmäßig zu bearbeiten, zu üben und zu wiederholen.

Ein erfolgreiches Verfahren für das schulische Lernen in drei Schritten

Wie schon in einem früheren Beitrag in diesem Bog über das erfolgreiche Lernen von Schülerinnen und Schülern dargestellt, empfehle ich drei Schritte:

  1. Im Unterrich in Stichworten regelmäßig mitschreiben und dabei großzügige Ränder lassen
  2. Jede Unterrichtsstunde zu Hause kurz nacharbeiten und die wichtigsten Inhalte in eigenen Worten auf den rechten Rand zusammen schreiben.
  3. Regelmäßige und geplante Wiederholungen, wenn ungefähr die Hälfte des Stoffes vergessen ist.

Was sich nach viel Aufwand und Anstrengung anhört, ist was Dauer ein auch nervenschohnendes Verfahren und führt in der Regel binnen weniger Monate zu erkennbar besseren schulischen Leistungen.

Lehrkräfte können dieses Umdenken fördern

Die Lehrerinnen und Lehrer können das notwendige Umdenken vom oft beklagten Kurz-Zeit-Lernen zu nachhaltigen und erfolgreicheren Lernwegen unterstützen. Ja sie sollten es meines Erachtens dringend tun!
Unter anderem können Sie zu Beginn des Schuljahres die Bedeutung der Mitschriften hervorheben und Beispiele für eine sinnvolle Mitschrift als Tafelanschrieb anbieten.
Auch die kurze Wiederholung des Lernstoffs der letzten Unterrichtsstunden (mit der Möglichkeit, dabei die Mitschriften zu nutzen) können Schüler/innen dazu bringen, ihre Notizen sorgfältig und geordnet zu führen und auch dabei zu haben.

Schließlich können die Lehrer/innen über die Gestaltung der Klassenarbeiten das längerfristige Lernen und Wiederholen befördern.
Insbesondere in der Mittel- und Oberstufe ist dies auch im Blick auf Abschluss-Prüfungen eine sinnvolle Maßnahme.
Ich wiederhole dann vor der Klassenarbeit einen angekündigten Teil des früher behandelten Stoffes und baue in die Klassenarbeit eine Wiederholungsfrage ein.

Viel Erolg wünsche ich allen Schülerinnen und Schülern, allen Lehrerinnen und Lehrern und – nicht zu vergessen – den vielen Eltern, die sich in der Unterstützung ihrer Kinder engagieren.

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Weiterführende Links

Tipps für Schülerinnen und Schüler

Vier Tipps für Lehrkräfte:

  1. Eine erproble Unterrichtsmethode: Vierfach effektiv lernen (eine gehirngerechte, schüleraktive Wiederholungs-Methode für den Unterricht)
  2. Die Artikel-Reihe zur Profession der Lehrerinnen und Lehrer
  3. Die Artikel-Reihe zur Schul-Entwicklung, besonders der dritte Text ” Schule verbessern (3): nachhaltig lernen lehren” (These: Die Form der Klassenarbeiten hat auch eine wesentliche Bedeutung für das Lernverhalten der Schüler/innen. Langfristiges und damit nachhaltiges Lernen der Schüler hängt auch von der Unterrichtsgestaltung durch die Lehrer/innen ab!)
  4. Eine Gruppe von Kolleg/innen, die sich gemeinsam auf einen begleiteten Lernweg machen, also eine Gruppen-Supervision, könnte die Weriterentwicklung der eigenen Profession und die Steigerung der Arbeitszufriedenheit fördern:
    Informationen über den Neustart einer Gruppensupervision für Lehrerinnen und Lehrer am 22. 10. 2010 / 16-18 Uhr finden Sie hier. (pdf-download, 130 KB)

zuletzt bearbeitet am 6. Oktober 2010 / 15:30 Uhr              zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Lehrer lernen (Profession Lehrkraft – 7)

Zusammenfassung

Wer konzeptorientiert und klug plant,
den Unterricht systematisch vorbereitet
und diese Vorlagen, weil sie gut geordnet abgelegt wurden, wieder findet,
wird Freude an der Arbeit als Lehrerin/Lehrer und qualitativ guten Unterricht erleben.

Gliederung

Meine Empfehlungen

  1. Formulieren Sie ein persönliches Konzept von Ihrem Unterricht.
  2. Durch Routinen kann das Umfeld von Unterricht energiesparend geplant werden.
  3. Systematische, schriftliche Vorbereitungen von Unterricht fördert Qualität und entlastet langfristig.
  4. Ein einfaches, sinnvolles weil inhaltliches Ordnungssystem kann auch angewendet werden.
  5. Wer regelmäßig reflektiert, kennt die Erfolge und den Verbesserungsbedarf.
  6. Kollegiale Entlastungsmöglichkeiten
  7. Die Anstrengung lohnt sich schon bald – spätestens aber nach ein bis zwei Unterrichtsjahren!

Weiterführende Links

Zur Professionalität von Lehrkräften zähle ich wesentlich

  • persönliche Kompeterz (persönliche Bewusstheit, Selbstreflexivität, Lernbereitschaft, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit und Glaubwürdigkeit)
  • ausgewiesene Fachkompetenz für die unterrichteten Fächer
  • pädagogische Kompetenz (Zielgerichtetheit des pädagogischen Verhaltens auf dem Hintergrund eines eigenen pädagogischen Konzeptes)

Nach einer notwendigen kreative Pausen lege ich neue Texte zum Beruf des Lehrers / der Lehrerin vor.
Nach drei Monaten kreativer Pause habe ich neue Texte zur Profession als Lehrer/Lehrerin verfasst:
Sie sind unter der Navigationsleiste beim Menü-Punkt “Schule und Unterricht” hinterlegt.
Im Wesentlichen geht es um eine systematische, konzeptorientierte und in der Praxis durch Routinen entlastende Arbeitshaltung.

Meine Empfehlungen sind:

  1. nach einem persönlichen Unterrichts-Konzept zu arbeiten
  2. klug zu planen
  3. den Unterricht systematisch und schriftlich vorzubereiten
  4. ein einfaches und sinnvolles Ordnungssystem zu entwickeln und einzuhalten
  5. regelmäßig zu reflektieren und so Erfolge und Verbesserungsbedarf heraus zu finden
  6. sich durch Kooperation, Arbeitsteilung und gegenseitige Unterstützung zu entlasten
  7. Was sich auf den ersten Blick anstrengend anhört, lohnt sich  -  schon bald!

1. Formulieren Sie ein persönliches Konzept von Ihrem Unterricht.

Für sich selbst schriftlich nieder zu legen, wie Lernen gestaltet, wie Unterricht vorbereitet, durchgeführt und nachbereitet wird, führt zur Klarheit über die Aufgaben. Insbesondere erscheint es mir hilfreich, sich der eigenen Erfahrungen mit Schule, der Vorstellung vom Lernen und schließlich der Werte und der Wahl der Mittel beim Unterrichten zu versichern.

Mehr dazu können Sie hier lesen.

2. Durch Routinen kann das Umfeld von Unterricht energiesparend geplant werden.

Jedes Schuljahr richte ich Hefter zur Dokumentation des Unterrichts in den einzelnen Klassen.
Dazu habe ich inzwischen ein Formblatt, eine Art Checklist, entwickelt. So behalte ich den Überblick.

Eine andere Form haben die Sitzpläne.

Wieder eine andere Form habe ich für die wochenweise Planung meiner Unterrichtswochen zur Einlage in mein Kalender-Ringbuch entwickelt.

3. Systematische, schriftliche Vorbereitungen von Unterricht fördert Qualität und entlastet langfristig.

Seit Anfang meiner Unterrichtstätigkeit fertige ich meine Vorbereitungen schriftlich an und dokumentiert meine Erfahrungen in regelmäßigen Abständen.
Im Laufe der Zeit sammeln sich so viele unterschiedlich gelungene Unterrichtsansätze an, die dann zum Ausgangspunkt für Überarbeitungen oder Neukonzeptionen werden können.

Die vorgeplante Unterrichts-Skizze mit Zeit-, Ziel-, Teilziel- und Methoden-Angaben hilft mir, im Unterricht souverän über die Zeit und die Inhalte zu verfügen und entsprechend dem Prozess zu- und abgeben zu können: Wenn ein Schritt intensiver gestaltet wird und dadurch mehr Zeit in Anspruch nimmt, so kann dies wahrgenommen und entsprechend für die weitere Planung berücksichtigt werden. Dies gilt sowohl für die einzelnen Unterrichtstunden als auch für gesamte Unterrichtseinheit.

Mehr dazu lesen Sie hier.

4. Ein einfaches und sinnvolles Ordnungssystem kann auch angewendet werden.

Im Laufe der Zeit habe ich mir ein einfaches und an inhaltlichen Stichpunkten orientiertes Ordnungssystem für Material und Unterrichtsentwürfe (sowohl als Kopie-Vorlage als auch als Datei, d.h. im PC) erarbeitet.
Inhaltliche Sortier-Kriterien haben meiner Erfahrung nach eine längere Haltbarkeit als die Ordnung nach Lehrplan-Nummern oder -Einheiten: Lehrpläne werden sich ändern, inhaltliche Zusammenhänge auch, aber viel seltener.

Mehr dazu lesen Sie hier.

5. Wer regelmäßig reflektiert, kennt die Erfolge und den Verbesserungsbedarf..

Eine regelmäßige Reflexion (am Ende der Unterrichtseinheit oder auch allgemeiner in der Hälfte und am Ende des Schulhalbjahres) verhilft zu bewussten Erfolgserlebnissen oder auch zur realistischen Erkenntnis, wo noch Verbesserung notwendig ist.

Mehr dazu können Sie hier lesen.

6. Kollegiale Entlastungsmöglichkeiten

zum Beispiel:
Grundinformationen und Formular zur Anmeldung der vier Auswahlthemen durch die Schülerinnen und Schüler für die Präsenationsprüfung in Baden-Württemberg (pc-tauglich)

Spätestens wenn die Ideen bei der Erstellung einer neuen Unterrichtseinheit ausgehen oder Konflikte zu bearbeiten sind, hilft ein gepflegtes Netzwerk von kollegialen Kontakten.

Noch hilfreicher sind eingeübte Praktiken der kollegialen Unterstützung in Fallbesprechungsgruppen, kollegialer Beratung, gegenseitigen Unterrichtsbesuchen oder auch Gruppensupervisionen.

Mehr dazu lesen Sie hier.

7. Die Anstrengung lohnt sich schon bald!

Diese Skizze einer systematischen Arbeit einer konzeptorientierten unterrichtlichen Arbeiten und der regelmäßigen Auswertung und Verbesserung liest sich vielleicht besonders anstrengend.

Tatsächlich erlebe ich diesen Weg als herausfordernd und besonders in engen Arbeitsphasen auch als Prüfung meiner Konsequenz; langfristig hat sich das Vorgehen allerdings bereits gelohnt:  Im Laufe der ersten Jahre (drei bis fünf) hat sich so zunehmend ein Erfahrungs- und Material-Schatz angehäuft, der entlastet, sicheres und überlegtes Handeln fördert und Unterrichts-Qualität garantiert.

Nach zehn Jahren Unterrichtstätigkeit geht mir zwar die Arbeit nicht aus, aber das geordnete Material und die abgespeicherten Unterrichtskonzenpte machen mich freier für andere, wichtige Aspekte der Lehr-Tätigkeit (z.B. zunehmend mehr Schüler/innen, die sich unangemessen verhalten und mir auffallen).

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Weiterführende Links

zu Grundlagen

zu unmittelbar umsetzbaren Hilfen

  • Erprobte Unterrichtsmethode: Vierfach effektiv lernen
    (eine gehirngerechte, schüleraktive Wiederholungs-Methode)
  • Schule verbessern (3): nachhaltig lernen lehren
    These: Die Form der Klassenarbeiten hat auch eine wesentliche Bedeutung für das Lernverhalten der Schüler/-innen. Langfristiges und damit nachhaltiges Lernen der Schüler hängt auch von der Unterrichtsgestaltung durch die Lehrer/-innen ab!

zum Thema “Enlastungen und Lehrer-Gesundheit”

zuletzt bearbeitet am 8.12.2011 / 10:10 Uhr            zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Schule verbessern (3); nachhaltig lernen lehren

Kurze Zusammenfassung

Allgemein ist die Funktion des Gehirns gut bekannt.
Wir wissen also theoretisch, wie Lernen gelingt.
In den Schulen wird aber überwiegend noch nach der Kurz-Zeit-Lern-Technik gearbeitet:
Zu Klassenarbeit muss der Inhalt gewusst werden, anschließend wird nichts mehr gefragt und nichts mehr wiederholt: Fast alles wird wieder vergessen!
Diese Erfahrungen aus Unterricht und Prüfungen machen mich sehr unzufrieden und nachdenklich: Eine andere Art der Klassenarbeiten kann eine Verhaltensänderung hin zum nachhaltigen Lernen der Schüler/innen bewirken.

Gliederung

Mein Ziel als Lehrer: Nachhaltiges Lernen lehren

Das Wichtigste in der Schule scheint mir zu sein, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, wie sie sich selbst notwendiges Wissen selbst erarbeiten und dass sie dabei effektiv werden.
Bisher habe ich dies dadurch angestrebt, dass ich zu Beginn meines Unterrichts über Grundlagen des Lernens und ein paar prinzipielle Funktionen des menschlichen Gehirns informierte und für ein dreistufiges Lern-Verfahren der Schüler warb.

Ein paar Schüler haben diese Empfehlungen aufgenommen und damit gute Erfahrungen gemacht. Es tut gut, nach einigen Jahren dann davon zu erfahren.

Die Mehrheit meiner Schülerinnen und Schüler hat aber zum Zeitpunkt, da ich ihnen eine neue Form des Lernens vorgeschlagen habe, bereits ihre eigene Vorgehensweise eingeübt und sehr stark verfestigt.
Eine Änderung dieses Verhaltens kostet Energie. Warum sollten sich die Schülerinnen und Schüler anstrengen? – Überwiegend hat die weit verbreitete Methode, erst kurz vor der Klassenarbeit zu lernen, bisher doch funktioniert!

Eine realistische Bestandsaufnahme:
Die Mehrheit der Schüler/innen lernt nach dem “Kellner-Prinzip!”

Wer Schülerinnen und Schüler aufmerksam beobachtet (und ich tue dies im Unterricht und manchmal auch in den Straßenbahnen vor und nach dem Unterricht) wird feststellen und hören können, dass sie erst kurz vor Klassenarbeiten oder Prüfungen wirklich ernsthaft lernen.

  • Sie haben dieses Verhalten gelernt.  – Bisher hatte es in der überwiegenden Anzahl der Fälle auch funktioniert.
  • Wir Lehrerinnen und Lehrer haben sie so trainiert, denn wir prüfen in der Regel immer noch am Ende einer Unterrichtseinheit. Das hat ja auch einigen Sinn! Allerdings gibt es auch Nebeneffekte dieser Lehrer/innen-Verhaltens.

Es führt eben leider dazu, dass die Erträge dieser manchmal heftigen Lern-Bemühungen – weil im Kurzzeit-Gedächtnis gespeichert – eben auch nur kurz dort bleiben und dann sehr schnell wieder verloren gehen. – Langfristig bleibt eher eine Abneigung und ein Erlebnis von “Ich kann das halt nicht gut!”, also eher eine Ent- als Er-Mutigung.

Es werden frühere Unterrichtsthemen in Klassenarbeiten abgefragt.

Die Idee in Stichworten:

  • Optimal: Die in einer Klasse oder einer Jahrgangs-Stufe unterrichtenden Lehrkräfte einigen sich auf dieses gemeinsame Vorgehen.
  • Die betroffenen Klassen oder Kurse bekommen einige Grundinformationen über Lernen-lernen und die Grundfähigkeit des menschlichen Gehirns, mehrmals selbständig bearbeiteten Stoff gut zu erinnern.
  • Dann wird angekündigt, dass zukünftig jeweils ein Viertel der erreichbaren Punkte in einer Klassenarbeit oder Klausur über Aufgaben aus länger zurückliegendem und wiederholtem Unterrichtsstoff zu erarbeiten sein wird.
  • Vor jeder Klausur wird der entsprechende Stoff rechtzeitig angekündigt und in einer Schulstunde neu entstandene Fragen auch beantwortet.
    Für diese Wiederholungs-Stunde für länger zurückliegende Inhalte eignet sich die “Über-Kreuz-Frage-Methode”, wie sie im Beitrag “vierfach effektiv lernen” dargestellt wurde.

Begründung

  1. Nur wenn es eine Verhaltensänderung (hin zum nachhaltigen Lernen, das heißt regelmäßigen Wiederholen und selbständigen Arbeiten) einen Unterschied macht (und das bedeutet für Schüler/innen, wenn die Noten sich ändern), werden wir ein anders Lehr-Lern-Verhalten etablieren können!
  2. Die Schüler/innen haben diese Verhaltensweisen als Reaktion auf bisherigen Unterricht und ihre Erfahrungen mit Leistungsmessungen entwickelt. Der Ansatz für eine Veränderung muss demnach höchstwahrscheinlich und logisch auch wieder in einer anderen Art von Unterricht und Formulierung von Aufgaben für Klassenarbeiten liegen.
  3. Kurzfristig wird sich der gefühlte Leistungsdruck bei der Schüler/innen erhöhen. (Ich höre sie schon rufen: “Was sollen wir denn noch alles lernen?”
  4. Langfristig wird diese gehirngerechtere Art zu lernen die Schüler/innen aber entlasten, denn sie werden sich durch regelmäßiges Wiederholen und Fragen-Stellen-Können in der Wiederholungsstunde vor der Klassenarbeit die Inhalte länger merken und neue Inhalte besser merken und einordnen können.

Eine Diskussion über Kommentare ist mir herzlich willkommen!

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Dieser Beitrag gehört zur Reihe “Schule verbessern”:

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Themenreihe Profession Lehrkraft
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Zuletzt geändert am 15. September 2011 / 11:00 Uhr zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Schule verbessern (2): reflektieren und Lernen organisieren

Zusammenfassung

Schulen haben das Ziel, Schüler/innen in ihrem Lernen zu fördern,
weil sich unsere  Welt in rasenden Tempo verändert.
Dies bedeutet, dass auch die Institutionen des Lernens (Schulen und  Fortbildungseinrichtungen) sich weiter entwickeln müssen, um ihre Ziele zu erreichen!

Meine Erfahrung mit Institutionen ist allerdings, dass einmal entwickelte und eingeübte Abläufe selten nochmals überdacht werden und so Entwicklungen nicht stattfinden.
Regelmäßige Reflexionen können allen an Schulen Beteiligten zum Lernen und zur Weiterentwicklung helfen.

Gliederung

Vom Ziel der Schule her denken: “Lernen möglich machen”

Wie im ersten Text zu dieser Reihe schon angedeutet, halte ich es für wesentlich, dass die Schulen selbst zu lernenden Organisationen werden.

Denn das Haupt-Ziel schulischer Einrichtungen ist es, Lernprozesse (besonders für die Schülerinnen und Schüler dort) möglich zu machen.

Dieses Ziel kann umso wirksamer angesteuert und umso glaubwürdiger vertreten werden, je konsequenter es auch auf die eigene Praxis (des Unterrichtens und der Verbesserung der Schul-Organisation) angewendet wird.

Dafür benötigen die Lehrkräfte und die Leitenden eine entsprechende Haltung:
“Es gibt noch etwas zu lernen!”

Wer schon annimmt, dass sie oder er schon alles weiß, wird konsequenterweise aufhören zu lernen. Dass ich es grundsätzlich für nicht realistisch halte, habe ich im ersten Artikel zu dieser Reihe schon ausführlich dargestellt: Die Welt, unsere Umwelt, ändert sich zu schnell, um tatsächlich annehmen zu können, wir hätten schon alles Notwendige gelernt.

Selbst beschreibe ich mich als neugierigen Menschen und ich vermute, dass diese Fähigkeit, andere Sichtweisen und andere Menschen interessant zu finden, mir viele Freude an meinem Umgang mit Schülerinnen und Schülern ermöglicht.
Ich nehme tatsächlich an und werde darin fast täglich bestätigt, dass ich noch etwas dazu-lernen kann. – In dieser Haltung bin ich bereit, mir Neues beizubringen und beibringen zu lassen.

Ein wesentlicher, erster, einfacher und hoch wirksamer Schritt: “regelmäßig reflektieren”

Wer immer aktiv ist und nicht auch einmal in Ruhe zurück schaut, wir nur zufällig ungünstige Verhaltensweisen entdecken und sich einen mühsamen Weg immer und wieder vornehmen.

Ich schlage vor, regelmäßig nach Aktivitäten, Projekten oder Arbeitszeiträumen auch auszuwerten – neudeutsch: zu reflektieren.
In der Reflexion werden die Ziele mit den Erträgen verglichen und die förderlichen und hinderlichen Faktoren und Verhaltensweisen benannt. So kann jemand entdecken, wie ein Ziel günstiger (einfacher, weniger anstrengend oder auch effektiver – oder: ohne weniger Ärger bei Betroffenen) erreicht werden kann.
Manchmal führt eine solche Reflexion auch dazu, die Ziele selbst zu hinterfragen – oder auch zu bemerken, dass die Zielvorstellungen gar nicht vorhanden oder undeutlich sind.

In einem der nächsten Beiträge in dieser Reihe werde ich dies am Beispiel des nachhaltigen Lernens deutlich machen und dazu einen Vorschlag vorlegen.

Auch Kommentare sind mir herzlich willkommen!

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Weiterführende Links:

Dieser Beitrag gehört zur Reihe “Schule verbessern”:

  • Schule verbessern (1): im rasanten Wandel
  • Schule verbessern (2): reflektieren und lernen organisieren
  • Schule verbessern (3): nachhaltig lernen lehren (These: Die Form der Klassenarbeiten hat auch eine wesentliche Bedeutung für das Lernverhalten der Schüler/innen. Langfristiges und damit nachhaltiges Lernen der Schüler hängt auch von der Unterrichtsgestaltung durch die Lehrer/innen ab!)
    Die Reihe wird fortgesetzt.

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