Gegen Ende des Schuljahres mit interessierten Kolleginnen und Kollegen im vertrauensvollen Austausch auf das Schuljahr zurück zu blicken kann dazu helfen,
sich wechselseitig kollegiale zu unterstützen
sich zur Selbstreflexion und zum Perspektivenwechsel anzuregen
die eigenen Handlungsmöglichkeiten zu überprüfen und auszuweitern
und methodische Kenntnisse zu vertiefen und zu erweitern
und – im weiteste Sinne – die eigenen Professionalität zu pflegen
Gliederung
Alle freuen sich auf die Ferien.
Das nahende Ende des Schuljahres ist ein günstiger Zeitpunkt.
Mit anderen zusammen ist man weniger allein.
Wechselseitiges Vertrauen ist wichtig.
Auswertung im Rahmen “kollegialer Beratung”
Oder im Rahmen einer Gruppensupervision, zum Beispiel in Freiburg
Weiterführende Links
Alle freuen sich auf die Ferien.
Gegen Ende des Schuljahres sind viele Lehrerinnen und Lehrer vor allem müde und froh, dass eine Pause und die Möglichkeit zur Erholung folgt.
Das nahende Ende des Schuljahres ist ein günstiger Zeitpunkt.
Und doch möchte ich mit diesem Text empfehlen, sich etwas Zeit und Energie für einen sorgfältigen Rückblick auf das zu Ende gehende Schuljahr, die Klassen und Gruppen, die Unterrichtsverläufe, die schwierigen Situationen und auch die Erfolge zu werfen.
Mit anderen zusammen ist man weniger allein.
Nach meiner Erfahrung geht ein solcher Schritt gut in (eingeübten) Gruppen.
Wechselseitiges Vertrauen ist wichtig.
Hilfreich ist es, wenn die Personen sich schon kennen und schon eingeübt sind, sich nach einem bekannten Ablauf wechselseitig zu unterstützen.
Auswertung im Rahmen “kollegialer Beratung”
Eine bewährte Form sind Gruppen, die sich nach einem vorher vereinbarten Verfahren regelmäßig zur kollegialen Beratung getroffen haben und nun gemeinsam das Schuljahr auswerten wollen. Eine hilfreiche Struktur für kollegiale Beratung finden sie hier [pdf; 75 KM]
Oder im Rahmen einer Gruppensupervision, zum Beispiel in Freiburg
Zusammenfassung
Hier gebe ich gerne meine guten Erfahrungen mit einer regelmäßigen Auswertung von Unterricht und von Halb- und Schuljahren weiter und möchte ermutigen, die Schülerinnen und Schüler nach ihren Einschätzungen, Ideen und Bewertungen zu fragen.
Seit einigen Jahren lasse ich die Schülerinnen und Schüler zu Beginn einer Unterrichtseinheit ihre eigenen Erfolgskriterien für einen guten Unterricht formulieren.
Dahinter steckt meine Erfahrung, dass Lernen leichter und erfolgreicher verläuft, wenn die Schülerinnen und Schüler aktiv eingebunden sind – im Idealfall – auch motiviert sind, Lehrplan-Ziele kennen und selbst lernen wollen.
Meine ersten Versuche in diese Richtung hatte ich selbst als zufriedenstellend bewertet.
Anfangs ernte ich manchmal verdutzte oder fragende Blicke, aber spätestens nach dem dritten Erklären verstehen viele, um was es mir geht: Ich möchte, dass die Lernenden ihren Lernprozess selbst bewusst mitsteuern.
So liegt es nahe, am Ende einer Unterrichtseinheit eine Auswertung vorzunehmen:
Die Schülerinnen und Schüler vergleichen ihre Lernerfolge mit den veröffentlichen Lehrplanzielen und mit den eigenen Kriterien.
Gemeinsam Möglichkeiten finden, den Unterricht zu verbessern.
In den meisten Kursen sind die Schülerinnen und Schüler gerne bereit, ihre Einschätzungen mitzuteilen.
Eine schlichte Struktur sorgt für Überblick:
Was war hilfreich und angenehm für das Lernen?
Was hat eher gehindert oder war lästig?
Wie schätzen Sie Ihren Unterrichtserfolg auf der Skala von 0 bis 10 ein?
Was können Sie tun, um zu (n+1) zu gelangen?
Wie kann der Lehrer Sie dabei unterstützen?
In der Regel halte ich diese dann im Tafelschrieb fest und fotografiere diesen anschließend für meine weitere Auswertung.
Abrechnung mit dem Schuljahr
Aus dieser Übung entwickelt sich fast von alleine der Impuls, auch ein ganzes Schuljahr – nach Bekanntgabe der Noten – noch einmal auszuwerten und die Hoch- und Tiefpunkte zu finden und zu benennen.
und den Lehrer benoten
Besondere Freude macht meinen Schülerinnen und Schülern dann die Aufgabe, ihrem Lehrer eine Schulnote zu geben. Wer möchte, kann seine Note gerne auch kurz begründen. (Diese Bemerkungen schreibe ich sorgfältig mit.)
Ich notiere die Noten auf der Tafel und lasse einen Mittelwert errechnen.
Die eigene Reflexion der Lehrkraft: Vergleich mit eigenen Zielen und Skizze für nächste Ziele
Um das Schuljahr für mich abzuschließen, nehme ich mir selbst auch Zeit zur Auswertung, vergleiche meine Einschätzungen und die erhaltenen Rückmeldungen mit meinem Konzept und meinen Zielen und skizziere Ziel-Entwürfe für das nächste Schuljahr.
Ich habe sehr gute Erfahrungen mit dieser Form des Schuljahres-Abschlusses gemacht.
Über Kommentare und Erfahrungsberichte, vor allem von Kolleginnen und Kollegen, freue ich mich.
Organisationen zu entwickeln, ist eine komplexe Aufgabe. Sie wird nicht erreicht, in dem schnell Leitsätze oder Leitbilder aus dem üblichen Wortschaft neu zusammen gewürfelt formuliert werden.
Nicht selten sind Leitbildprozesse genau dies: Sie dienen der Vermeidung von Kontakt mit Realitäten und der daraus folgenden anstrengenden Veränderungsarbeit.
Eine Mode macht sich in den Organisationen breit: Jede Einrichtung, die etwas auf sich hält, beschreibt Leitsätze und veröffentlicht diese – möglichst graphisch ansprichsvoll gestaltet.
Ein Leitbild kann Veränderung auch verhindern.
Je nach dem, wie solche Leitbilder entstanden sind, dienen sie eher der Vermeidung von Veränderung: Je normativer und allgemeiner die Formulierungen und je arbeitsteiliger die Texte entstanden sind, desto weniger Teile der Organisation stehen hinter einer entsprechenden Praxis und deso weniger wirksam werden die Sätze in der Regel auch sein.
Die Sätze gleichen sich in vielen unterschiedlichen Reihenfolgen. Oft sind sie eine Aneinanderreihung von hohen Werten.
Da die Ausagen so allgemein gehalten sind, treffen sie auf sehr viele Situationen zu und doch wieder nicht. Sie sind auswechselbar.
Es hängt vor ganz anderen Faktoren ab, ob ein Leitbild wirkt:
Soll überhaupt etwas verändert und verbessert werden?
Wird die Realität (als Ausgangspunkt) wahrgenommen?
Werden die Werte umgesetzt – oder nur behauptet?
Sind sich die Mitarbeiter und das Leitungspersonal einig, in der Richtung der Entwicklung?
Sehen Leitungen, Beteiligte, Kunden und die Öffentlichkeit den Nutzen der Entwicklung (ein)?
Feedback unterstützt die Veränderung in die günstige Richtung.
Feedback kann eine Anregung für Lernprozesse in allen Ebenen einer Organisation sein. Dazu muss eine entsprechende Bereitschaft zum Annehmen und Honorieren dieser mutigen Ausdrucksform vorhanden sein.
Anregende Impulse des Organisationsentwicklers Dr. Klaus Doppler – mit Praxisbeispielen
Beim 1. Freiburger Kongress Personalführung am 17. März 2010 sprach der Organsiationsentwickler Klaus Doppler einen knapp einstündigen, sehr erfrischend offenen Impulsvortrag.
Unter anderem geht er auf die Wirkung von Leitbildern ein und spricht davon, wie sie wirken oder auch – offensichtlich gewollt – nicht wirken.
Herr Dr. Doppler geht tatsächlich davon aus, dass Leitbilder auch zur Verhinderung von anstrengender Veränderung verwendert werden können. Wenn der Wille zur Veränderung fehlt, kann die Umsetzng der Impulse aus der Organsiationsentwicklung dafür sorgen, dass nichts oder nur wenig verändert wird, obwohl die Veröffentlichungen etwas anderes sagen.
Den Impulsvortrag vom Kongress Personalführung in Freiburg ist schwer zu finden. Ulrich Schabel, Personalentwickler und Supervisor und einer der Mitinitiatoren des Kongresses hat mich freundlicherweise auf den Vortrag von Dr. K. Doppler aufmerksam gemacht. Er ist in den Seiten der Erzdiözese Freiburg unter “Audio und Video” ganz weit unten neben einem sinnigen Bild mit zwei Schuhen, deren Schuhbänder aneinander gebunden sind, anzuhören: http://www1.erzbistum-freiburg.de/html/audio_und_video.html?t=c33b7969e2c206a465c60e76a7ccaa36&vorschau=Bildgalerie_popup_absaetze_93607
Meine stichwortartige Zusammenfassung wesentlicher Impusle von Dr. K. Doppler:
Leitbilder leiten nicht.
Leitbilder sind nur soviel wert, wie die persönliche Integrität und Energie derjenigen, die hinter dem Papier stehen.
Jede Praxis hat auch eine Theorie im Hintergrund. – Diese muss nicht immer aufgeschrieben sein. Aber sie wirkt und es gibt Gründe für das gezeigte Verhalten.
Veränderung beginnt bei einer Bereitschaft zur Bestandsaufnahme und zur Wahrnehmung von Realitäten.
Ich halte sehr viel von Feedback. Es zu erfragen, klärt viel, benötigt aber auch Rahmenbedingungen, Bereitschaft und Mut.
Positiv gesehen benötigen Umstände im Wandel einen neuen Typus von Leitungs-/Führungs-Kräften. Andreas Luca schreibt dazu in perspektive:blau unter dem Titel Führungskompetenz in der Netzwerkökonomie anregende Gedanken.
Wer sich zeigt, zeigt sich anderen. -
Wie erfahre ich selbst etwas über meine Wirkung?
Wer moderiert oder leitet, stellt sich in die Öffentlichkeit.
Die anderen gewinnen einen Eindruck, wissen, wie man wirkt. Die moderierende oder leitende Person kann nicht sicher wissen, wie das ankommt, wie sie wirkt, ob sie so wirken möchte.
Wenn Sie manchmal am Erreichen Ihrer Ziele zweifeln oder auch nur die Idee haben, dass Sie gelegentlich anders wirkt, als Sie es beabsichtigt hatte, dann ist eine möglichst umfangreiche und realistische Rückmeldung sicher hilfreich.
Der klassische Weg: Feedback über Evaluationsbögen oder kollegiales Feedback
Eine zweite Möglichkeit ist es, einen vertrauten Kollegen oder eine vertraute Kollegin um ein kollegiales Feedback zu bitten.
Wer sich mehr herausfordern lassen möchte, der wird hier zu einem Experiment herausgefordert:
Eine Video-Aufzeichnung gibt Ihnen eine objektive Rückmeldung
Manchmal hilft eine eingermaßen objektiv-spiegelnde Rückmeldung.
Heute ist es kein großer technischer Aufwand mehr, mit einer Digital-Kamera eine Video-Aufzeichnung von einem öffentlichen Vortrag zu erstellen.
Diese Aufzeichnung kann dann – in aller Ruhe – selbst interpretiert werden.
Niemand anders kommt mit wechselnder Tagesform oder Wahrnehmungs-Vorlieben in die Quere oder baut Stress oder Druck auf. -
Die Rückmeldung kann dann stattfinden, wenn ich dafür bereit bin.
Schließlich gibt es keine – für manche Menschen – unangenehme Öffentlichkeit.
Beachten Sie bitte auf ein paar wenige rechtliche und lerntechnische Hinweise:
Wenn Sie sich rechtlich exakt vorgehen wollen, benötigen Sie das Einverständnis aller aufgezeichneten Personen für die Aufnahme.
(Nach meiner Erfahrung gibt es eine große Bereitschaft, wenn ich Gruppen davon erzählte, dass ich an der Qualität meines Vortragsstils arbeite und dazu eine Aufzeichnung benötige, mir dazu die Genehmigung zu geben. – Für eine Veröffentlichung benötige ich eine schriftliche Genehmigung aller Aufgenommenen!)
Sehr hilfreich ist es, die Ziele und die Kriterien für einen guten Vortrag vor der Aufnahme für sich schriftlich zu fixieren.
Schließlich sollten Sie ein paar Probeaufnahmen mit dem technischen Material unternommen haben. Selbstverständlich benötigen Sie ein Stativ und eine Kamera mit der Möglichkeit, einen großen Bildbereich (Totale) und den zugehörigen Ton aufzuzeichnen.
Abschließend: Seinen Sie freundlich mit sich selbst!
Sie sind in einer Lernbewegung und müssen noch nicht alles perfekt beherrschen!
Ich wünsche Ihnen viele hilfreiche Eindrücke.
Ich freue mich über Rückmeldungen (gerne auch über die Kommentar-Funktion auf diesem Blog).
Dieser Beitrag gehört zur Reihe “selbstmotiviert lernen”
Einerseits halte ich viel von Feedback und gebe es Schülerinnen und Schülern und Kolleginnen und Kollegen gerne. Ich fordere auch auf, mir – als Lehrer – Rückmeldung zu geben.
Gelegentlich habe ich auch schon die schriftliche Abfrage von Feedback von Schülern vorgestellt. (siehe dort)
Feedback für die Lehrerin oder den Lehrer ist für Schüler manchmal schwierig.
Andererseits weiß ich auch, dass es nicht immer gelingt, eine Rückmeldung von Schüler/innen an die Lehrkräfte ehrlich und zeitnah zu geben.
Das hängt nicht immer nur an den Schülerinnen und Schülern.
Manchmal verbreite ich sicher selbst auch den Eindruck, keine Zeit und vielleicht auch kein Interesse dafür zu haben.
Manchmal habe ich auch einfach tatsächlich keine Energie oder Zeit, ernsthaft und ruhig auf eine Rückmeldung von Schülern zu hören, weil zum Beispiel andere Aufgaben drängen …
Schließlich könnte auch die Vermutung entstehen, dass unerfreuliche Rückmeldungen vielleicht doch – trotz anderslautender Beteuerungen – ungünstige Auswirkungen auf die Noten haben könnten.
Selbst möchte ich das für mich dringend auseinander halten.
Aber für Hemmungen, eine Rückmeldung zu geben, reicht ja oft schon allein die Vermutung aus, eine unangenehme Rückmeldung könne vielleicht doch zu schlechten Noten führen.
Allerdings wird diese Form von vielen Lehrkräften gefürchtet, weil die Öffentlichkeit auch dazu genutzt werden kann, jemanden herabzuwürdigen ohne dass eine realistische Chance auf Korrektur und sinnvollen Austausch bestünde.
Darum sind Feedbacks über ein öffentliches Portal wahrscheinlich ein Angebot für den Abbau von Druck auf der Schülerseite und weniger die sinnvolle Einladung, in einen produktiven Austausch und eine mögliche Verhaltensänderung zu kommen.
Wem nützt es? -
Ich finde da einen anderen Weg sinnvoller:
Es gibt eine Chance, Feedback für Lehrkräfte anonym und doch direkt zu gestalten und so ehrlich und hilfreich zu werden.
Die Plattform schule.net bietet eine für meine Vorstellung hilfreiche Möglichkeit für nicht öffentliches Schüler/innen- Lehrer/innen-Feedback an. Dabei melden sich die Lehrkräfte und die Schüler und Schüler an und die Schüler können den Lehrer/innen Zeugnisse ausstellen.
Diese Zeugnisse sind aber nur für die betroffene Lehrkraft sichtbar.
Ich kann mir vorstellen, dass sich so mehr Lehrerinnen und Lehrer auf diese Anwendung einlassen.
Ich werde diese Möglichkeit mit meinen TG-Klassen zum Halbjahres-Wechsel erproben und gelegentlich wieder von meinen Erfahrungen berichten.
Über die Mitteilung Ihrer Erfahrungen mit solchem Vorgehen -gerne über die Kommentar-Funktion hier – freue ich mich. Vielen Dank.
Zur Professionalität von Lehrkräften zähle ich wesentlich
persönliche Kompeterz (persönliche Bewusstheit, Selbstreflexivität, Lernbereitschaft, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit und Glaubwürdigkeit)
ausgewiesene Fachkompetenz für die unterrichteten Fächer
pädagogische Kompetenz (Zielgerichtetheit des pädagogischen Verhaltens auf dem Hintergrund eines eigenen pädagogischen Konzeptes)
Wie haben Lehrkräfte ihre eigenen Schul-Erfahrungen in Erinnerung?
Um diese zu erreichen, ist es meiner Erfahrung nach sinnvoll, sich die eigene schulische Erfahrung und die Einstellung zur Schule und zur Bildung bewusst zu machen. Denn, wenn ich über meine eigene Schüler-Zeit nachgedacht habe, kann ich vielleicht besser nachvollziehen, warum ich bestimmte Schüler-Typen nicht leicht erreiche: Sie haben vielleicht eine völlig andere Erlebniswelt und gehen von einer ganz anderen Einstellung aus auf die Unterrichts-Situation und die -Inhalte zu.
Daraus kann dann auch eine Gabe zur Selbstbeobachtung entwickelt werden. Diese Selbstreflexivität ist wesentlich, um sich gezielt eine eigene Unterrichtshaltung und einen eigenen Stil anzueignen. Diese Übung, über dich selbst nachzudenken und dabei das Nach-Fühlen nicht zu vergessen, kann vielfältige Rückfälle in Lehr-Lern-Muster aus der eigenen Schulzeit vermeiden helfen.
Eine kleine kabarettistische Anregung kann der Musiklehrer Hans Klaffl bieten
Er ist sehr nachdenklich, warum aus ganz normalen Menschen Lehrer werden können.
Unter Stress fallen viele Menschen in früher gelernte Muster zurück.
Nach meinen Beobachtungen an mir selbst und anderen neigen Menschen unter Stress, sich an alte Muster aus früherem Erleben anzulehnen. Bei Lehrer/innen bedeutet dies, dass auch differenziert ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer mit einer Fähigkeit zu einem abwechslungsreichen und anregendem methodischem Unterrichtsstil unter Stress wieder in die ur-alten Verhaltens-Muster ihrer eigenen Lehrer, also in den Lehrer-Vortrag-Stil, zurückfallen.
Fachdidaktisch sind Ziele häufig gut, pädagogisch oft weniger gut beschrieben.
In der Ausbildung von Lehrkräften wird die fachliche Auswahl entsprechender Unterrichtsinhalte meines Erachtens gut bearbeitet.
Weniger ausreichend für die komplexe Situation vieler Unterrichtssituationen fällt die Fähigkeit von Lehrkräften zu einem pädagogisch-zielstrebigen Verhalten im Unterrichts aus.
Erschwerend kommt hinzu, dass in vielen Kollegien die Sprachfähigkeit zu pädagogischen Fragestellungen ungeübt ist. Gute Ratschläge wie “Augen zu und durch!” oder “Lob der Disziplin!” helfen da nicht wirklich weiter.
Solange Lehrkräfte in schwierigen Unterrichtssituationen nicht auf die kollegiale Unterstützung und Vernetzung zurückgreifen können, werden sie wahrscheinlich scheitern.
Schon inder Ausbildung zur Lehrerin / zum Lehrer stellt sich die Frage – oder sollten die Kandidat/innen sich die Frage stellen, ob sie diesen Beruf mit allen pädagogisch-vielfältigen Herausforderungen auch wirklich ergreifen wollen. Dazu können Basis-Seminare zur Erhebung der Selbst-, Sozial- und Stress-Bewältigungs-Kompetenz hilfreich sein. Ein sehr anregendes Beispiel dafür aus der Praxis der Lehrer/innen-Ausbildung der Universität Kassel wird in einem Artikel des TAGESSPIEGEL vom 10.03.2009 rasgestellt.
Ein eigenes Unterrichtskonzept könnte hilfreich sein.
Als jemand, der früher in anderen pädagogischen Zusammenhängen gearbeitet hat, ist es mir selbstverständlich, vor dem Start eines größeren Projekts ein pädagogisches Konzept zu schreiben.
Welche Fähigkeiten und Fertigkeiten ich als Lehrkraft mitbringe
Wo ich Grenzen spüre und mich weiter entwickeln möchte oder muss
Welche Werte und Inhalte mir wichtig sind
Wie ich mich als Lehrkraft selbst beschreibe
Welcher methodische Weg aus all dem folgerichtig von mir angestrebt wird
Die Anfertigung eines solchen pädagogischen Konzepts für jede einzelne Lehr-Persönlichkeit kann vielfältige Selbst-Einsichten bereit stellen und die beklagte Sprachunfähigkeit in pädagogischen Fragen etwas mindern.
Wenn in Kollegien über so begründete pädagogische Haltungen und Handlungsideen ein Austausch beginnt, kann eine neue Haltung zur Rolle als Lehrer/in entwickelt werden.
Dann sind auch Auswertungen am Ende eines Schuljahres allein oder im kollegialen Umfeld möglich, um den Lernprozess der professionellen Lehrkraft zu fördern.
Auf solcher zielgerichteten, nachdenklichen und selbstreflexiven Haltung von Lehrkräften aufbauend sind dann auch Methoden-Trainings, Supervisionen und kollegiale Beratungsformen produktiv.
Selbstverständlich können Coaching, Supervision und auch manche kollegiale Beratung auch eine Unterstützung auf dem Weg zu einer solchen, ausdrücklichen und formulierten Professionalität sein.
Meine eigene Erfahrung: Schüleraktivierender Unterricht kann auch entlasten.
Der erfreuliche Nebeneffekt einer neuen Unterrichtshaltung mit mehr Aufmerksamkeit für die Lern-Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler ist eine deutliche Verlagerung der Anstrengung in die Vor- und Nachbereitung und ein entspannteres Unterrichten.
Methoden ohne dazu passendes Konzept können zu Chaos und zu Unterrichtsstörungen führen!
Ohne Selbstreflexion und persönlichen Lernwille der Lehrpersonen sind die sogenannten “modernen und offenen Unterrichtsmethoden” der sprichwörtliche Flicken neuen Stoffs auf die brüchige alte Kleidung und führen entgegen allen Verheißungen zu mehr Enttäuschungen aller Beteiligten und entsprechend mehr “Unterrichts-Störungen”!
Dazu können Sie mehr im nächsten Beitrag lesen.
Ist das nicht sehr anspruchsvoll? -
Ja, der Lehrberuf ist anspruchsvoll und kann sehr schön sein!
Ich habe nie behaupten wollen, dass Lernprozesse zu organisieren und zu unterstützen einfach sei.
Ich meine aber, diese Anstrengung lohne sich.
Wenn ich meine Ziele, Methoden und Erfahrungen beschrieben habe, kam ich dafür eine Vorstellung und dann die Möglichkeit entwickeln, mich darüber auszudrücken und damit mit Kolleginnen und Kollegen und Interessierten gemeinsame Vorstellungen finden und wirksam sein.
Das macht mir große Freude und ist ein sehr zufriedenstellendes Gefühl.
Lernen und leiten kann riesig Spaß machen - wenn sie/er dabei erfolgreich ist! Guter Unterricht macht Schülern und Lehrern Freude. Gute Leitung fördert Leistungen und Lösungen.
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Wenn wir uns gute Ideen mitteilen und sie austauschen, gestalten wir unser Leben und Arbeiten einfacher. Diesen kooperativen Austausch fördere ich hier.
Meine Themen sind:
lernen und lehren mit Spaß: Schule und Unterricht
bewusst gestalten, durch Supervision und Coaching
unterstützt
bewusst und gut leben
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Ich unterrichte an einem Berufsschul-Zentrum mit Technischem Gymnasium in Freiburg Religion. Mit Fragen nach Orientierung, Denken und Entscheiden kenne ich mich aus.
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Ich unterstütze im Zweit-Beruf als Coach und Supervisor soziale, lehrende und leitende Berufstätige, Ihren Beruf professionell, zufrieden und anhaltend gesund auszuüben.
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