Guter Start ins Schuljahr

Zusammenfassung

Der Beginn eines neuen Schuljahres ist eine Chance, sich neu für eine erfolgreiche Lern-Strategie zu entscheiden, die regelmäßige Mitschriften, Nacharbeiten und Wiederholungen beinhaltet und durch ein entsprechendes Lehrer-Verhalten unterstützt wird.

Gliederung

Ein Schuljahres-Beginn ist eine neue Chance zur Verbesserung.

Für die Schülerinnen und Schüler und die Lehrkräfte hat in dieser Woche ein neues Schuljahr begonnen: Jeder Neuanfang kann auch als Chance für eine Veränderung zu einem erfolgreichen Lernen begriffen werden.
Dazu ist es hilfreich, einen kurzen Gedanken an die bisherigen Versuche zu verwenden und zu bewerten, welchen Erfolg die bisherige Praxis erbrachte. -
Wer damit zufrieden ist, hat keine Veranlassung etwas zu verändern.
Viele Schülerinnen und Schüler nehmen sich zu Beginn des Schuljahres aber vor “mehr zu lernen” und “bessere Noten” zu erreichen. -

Dazu habe ich ein paar Empfehlungen:

Statt auf “den letzten Drücker” besser regelmäßig lernen

Die neurobiologischen Erkenntnisse der letzten Jahre bestätigen klar: Regelmäßiges Lernen ist dem saisonalen oder Kurz-Zeit-Lernen weit überlegen. Dies ist im Aufbau und der Funktion unseres Gehirns begründet.

Im Oberen Teil des Tafelbildes wird das bei den meisten Schülerinnen und Schülern übliche “Kurz-Zeit- oder Kellner-Lernen” skiziert. Es ist geprägt vom Lernen “kurz vor knapp” und führt leider bei hohem Aufwand doch häufig wieder zu sehr schnellem Vergessen.

Verabschieden Sie sich von uneffektivem Kurzzeit-LernenAm unteren Rand des Tafelbildes wird deutlich, wie wir erfolgreich lernen:

  • regelmäßig
  • in kleinen Portionen.

Dafür gibt es viele gute Gründe aus neurobiologischen Erkenntnissen der letzten Jahre.

Meine Behauptung:
Die meisten Schülerinnen und Schüler, die bisher erst kurz vor der Klassenarbeit oder der Prüfung gelernt hatten, müssen nicht wesentlich mehr tun! Wenn sie ihre Lern-Anstrengungen besser über die Zeit verteilen, werden sie im Laufe der Zeit deutlich erfolgreicher lernen und damit auch bessere Noten bekommen.

Wir alle wissen, dass Sportler sinnvollerweise regelmäßig trainieren. So ist es auch Schülerinnnen und Schülern zu empfehlen, wichtigen Stoff regelmäßig zu bearbeiten, zu üben und zu wiederholen.

Ein erfolgreiches Verfahren für das schulische Lernen in drei Schritten

Wie schon in einem früheren Beitrag in diesem Bog über das erfolgreiche Lernen von Schülerinnen und Schülern dargestellt, empfehle ich drei Schritte:

  1. Im Unterrich in Stichworten regelmäßig mitschreiben und dabei großzügige Ränder lassen
  2. Jede Unterrichtsstunde zu Hause kurz nacharbeiten und die wichtigsten Inhalte in eigenen Worten auf den rechten Rand zusammen schreiben.
  3. Regelmäßige und geplante Wiederholungen, wenn ungefähr die Hälfte des Stoffes vergessen ist.

Was sich nach viel Aufwand und Anstrengung anhört, ist was Dauer ein auch nervenschohnendes Verfahren und führt in der Regel binnen weniger Monate zu erkennbar besseren schulischen Leistungen.

Lehrkräfte können dieses Umdenken fördern

Die Lehrerinnen und Lehrer können das notwendige Umdenken vom oft beklagten Kurz-Zeit-Lernen zu nachhaltigen und erfolgreicheren Lernwegen unterstützen. Ja sie sollten es meines Erachtens dringend tun!
Unter anderem können Sie zu Beginn des Schuljahres die Bedeutung der Mitschriften hervorheben und Beispiele für eine sinnvolle Mitschrift als Tafelanschrieb anbieten.
Auch die kurze Wiederholung des Lernstoffs der letzten Unterrichtsstunden (mit der Möglichkeit, dabei die Mitschriften zu nutzen) können Schüler/innen dazu bringen, ihre Notizen sorgfältig und geordnet zu führen und auch dabei zu haben.

Schließlich können die Lehrer/innen über die Gestaltung der Klassenarbeiten das längerfristige Lernen und Wiederholen befördern.
Insbesondere in der Mittel- und Oberstufe ist dies auch im Blick auf Abschluss-Prüfungen eine sinnvolle Maßnahme.
Ich wiederhole dann vor der Klassenarbeit einen angekündigten Teil des früher behandelten Stoffes und baue in die Klassenarbeit eine Wiederholungsfrage ein.

Viel Erolg wünsche ich allen Schülerinnen und Schülern, allen Lehrerinnen und Lehrern und – nicht zu vergessen – den vielen Eltern, die sich in der Unterstützung ihrer Kinder engagieren.

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Weiterführende Links

Tipps für Schülerinnen und Schüler

Vier Tipps für Lehrkräfte:

  1. Eine erproble Unterrichtsmethode: Vierfach effektiv lernen (eine gehirngerechte, schüleraktive Wiederholungs-Methode für den Unterricht)
  2. Die Artikel-Reihe zur Profession der Lehrerinnen und Lehrer
  3. Die Artikel-Reihe zur Schul-Entwicklung, besonders der dritte Text ” Schule verbessern (3): nachhaltig lernen lehren” (These: Die Form der Klassenarbeiten hat auch eine wesentliche Bedeutung für das Lernverhalten der Schüler/innen. Langfristiges und damit nachhaltiges Lernen der Schüler hängt auch von der Unterrichtsgestaltung durch die Lehrer/innen ab!)
  4. Eine Gruppe von Kolleg/innen, die sich gemeinsam auf einen begleiteten Lernweg machen, also eine Gruppen-Supervision, könnte die Weriterentwicklung der eigenen Profession und die Steigerung der Arbeitszufriedenheit fördern:
    Informationen über den eine Gruppensupervision für Lehrerinnen und Lehrer finden Sie hier. (pdf-download, 130 KB)

zuletzt bearbeitet am 19. September 2012 / 08:30 Uhr              zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Profession Supervision (4): Gute Berater sind vernetzt.

Zusammenfassung und Gliederung

Die meisten Beraterinnen und Berater raten ihren Klienten zu Synergie und Qualität fördernden Vernetzungen. Da liegt die Erwartung nahe, dass gute Berater/innen sich ebenfalls vernetzt haben:  Zu kollegialer Anregung und Kontrolle, zu fachlichen Diskursen und zum gemeinsamen Vertreten wichtiger berufspolitischer Inhalte.

Die Umwelt der Arbeit und der Freizeit der Menschen wird immer mehr vernetzt.

Das ist schon ein Allgemeinplatz: Moderne Arbeitsfeldern werden immer komplexer – alles ist mit anderen Faktoren und Subsystemen vernetzt.

Diese Zunahme der Komplexität findet sich auch im Freizeit- und Erholungsbereich der arbeitenden Menschen.
(Vielleicht ist ein Teil der gefühlten Zunahme an Komplexität auch durch eine genauere Erfassung und unsere Wahrnehmung bedingt.)

Die Zunahme der Komplexität kann man auch als Zunahme des Grads der Vernetzung beschreiben.

Insgesamt werde moderne Wissensgesellschaften immer häufiger als komplexe Netzwerke beschrieben und gedeutet.

Komplexe Strukturen werden gut von vernetzten Berater/innen beraten.

Um komplex zusammenhängende Strukturen (Organisationen, Systeme) gut beraten zu können, benötigen die beratenden Personen umfangreiche Kenntnisse, Fertigkeiten und Intuitionen. Eine solide Berater/innen-Ausbildung ist dazu ein Grundstock, reicht aber in vielen Fällen einfach bald nicht mehr aus.

Hier kommt kollegiale Kompetenz-Netzwerke ins Spiel: Was ich selbst nicht mehr durchschaue, wo ich selbst Fragen und Unsicherheiten habe, berate ich mich mit kompetenten Kolleg/innen und lasse mich von deren Einfällen, wissen und Verfahren  unterstützen.

Manche Projekte sind auch sinnvoll, im Team von Berater/innen zu begleiten.

Berufsständige Vernetzung von Supervisor/innen

  • Die schweizer Kolleginnen und Kollegen haben sich bereits 1976 als Berufsverband zusammengeschlossen, des heutigen BSO – Berufsverband für Supervision, Organisationsberatung und Coaching.
    Mehr Informationen unter: http://www.bso.ch
  • Seit 1988 gibt es den kollegialen Zusammenschluss der FVS, Freiburger Vereinigung von SupervisorInnen e. V.
    Hier haben sich Supervisorinnen und Supervisoren aus dem Großraum Freiburg zu gemeinsamer Fortbildung, Berufspolitik und gemeinsamem Marketing zusammen geschlossen. Der Verein gibt regelmäßig eine Art Branchenbuch für Supervisor/innen rund um Freiburg heraus und betreibt eine Website mit Berater/innen-Suchmaschine: http://www.supervision-freiburg.de
    Hier bin ich als Mitglied im Leitungsteam engagiert.
  • Dieses Jahr im Mai feiert die  DGSv – Deutsche Gesellschaft für Supervision – ihre zwanzigjährige Gründung.
    20_jahre_dgsv_orange
    Dieser große Berufsverband vertritt hohe Ausbildungs- und Berufsstandards und engagiert sich für die Weiterentwicklung der Profession.
    Mehr erfahren Sie hier: http://www.dgsv.de
    Hier engagiere ich mich als Sprecher der DGSv-Regionalgruppe Freiburg.

Kontrollsupervisionen und Intervisions-Gruppen

Die Berufsverbände verpflichten ihre Mitglied zu Mindestandards.

Ein solcher Standard ist die Ausübung der Profession “nach den Regeln der Kunst”, also auf der Höhe der Theorie-Entwicklung und der bewährten Praxis.
Dies bedeutet auch fachliche Kontrolle dies Anspruchs an die eigenen Beratungs-Arbeit.

Für die Qualitätssicherung von Supervisoren und Coachs haben sich Intervisions- oder Kontrollsupervisions-Gruppen bewährt:

  • regelmäßige Treffen unter Leitung eines Supervisors (Kontrollsupervision) oder kollegial geleitet (Intervision)
  • fachlicher Austausch über die Beratungsfälle
  • die Fälle sind anonymisiert, d. h.Vertraulichkeit ist garantiert

Mich selbst unterstützt meine Intervisionsgruppe bei kniffligen Fällen und regelmäßig bei der Überprüfung meiner Beratungs-Angewohnheiten (Ja, auch die gibt es!).

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weiterführende Links:

Dieser Artikel gehört zur Reihe “Profession Supervision”.

Diese Reihe wird in loser Folge fortgeführt.

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Zuletzt bearbeitet: 16.11.2009 / 20:50 Uhr zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Profession Supervision (2): Forschung über systemische Team-Aufstellungen

Von meinem vielseitig interessierten Web-Berater; Gunnar Thörmer, erhielt ich den Hinweis auf dieses Video über die Erforschung von systemischem Aufstellen, hier genauer: systemischen Team-Aufstellungen.
Die private Universität Witten/Herdecke erforschte im Rahmen einer Dissertation Beziehungsgeflechte in Familienunternehmen (Wie stehen wir zueinander? …)
Die Begleitung durch Prof. Dr. Fritz B. Simon bürgt für Seriosität.

Auch die anfängliche Skepsis gegenüber der Behauptung, dass es so etwas wie eine “Raum-Sprache” gibt, wird im Film-Ausschnitt benannt.

Hier nun wird von der Forschung zu dieser Raumsprache berichtet. Reale Beratungsfälle werden in zwei Versuchsreihen mit unterschiedlichen Personen sehr aufwendig bearbeitet und anschließend die Übereinstimmungen untersucht.

Das zentrale Forschungsanliegen wird von Peter Schlötter so formuliert:
Gibt es eine allgemeingültige, nicht verbale Sprache von Stellungen von Personen im Raum zueinander, die Menschen tendenziell verstehen?

Vertraute Sprache und ihre Entdeckung

direkt zum MySpace-Video von Peter Schlötter

Die Ergebnisse dieser Forschung sind überzeugend eindeutig:

  1. Ja es gibt eine von vielen Menschen intuitiv verstandene “Sprache”, mit deren Hilfe Stellungen im Raum als Aussage über Beziehungen verstanden und gedeutet werden können.
  2. Es gibt hohe Übereinstimmungen im Auffinden von “Lösungs-Stellungen”.

Damit wird die Wirkung der Arbeit mit systemischen Aufstellungen wissenschaftlich erwiesen. – Auch zuerst skeptische Versuchspersonen zeigen sich beeindruckt und bescheinigen dem Forschungsansatz größtmögliche Objektivität.

Inzwischen sind die Forschungsergebnisse auch publiziert (Vertraute Sprache und ihre Entdeckung: Systemaufstellung sind kein Zufallsprodukt – der empirische Nachweis) und rezensiert.

Dieser Artikel gehört zur Reihe “Profession Supervision”.

Diese Reihe wird in loser Folge fortgeführt.

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Zuletzt bearbeitet: 15.11.2009 / 07:24 Uhr zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Profession Supervision (1): Der Nutzen der Professionalisierung

“Beratung” ist ein viel zu gerne verwendeter Begriff.

Alltäglich “beraten” wir uns gegenseitig.
Jeder weiß Rat oder hat wenigstens eine klug gemeinte Frage, die den Weg zur Lösung nahe legen soll.

Fast in allen Branchen wird aus dem altbekannten Verkäufer oder der Verkäuferin in neuer Sprachregelung ein “Berater” oder eine “Beraterin”.

Zweifellos enthalten gute Verkaufsgespräche auch beratende Anteile – oder sie sind keine gute Kundengespräche. – Aber ist es darum sinnvoll, diese Leute gleich “Beratende” zu nennen?

“Professionelle Beratung” ist sinnvoll!

  • Tatsächlich sind viele Menschen immer wieder ratlos.
  • Besonders in beruflichen Zusammenhängen, die zunehmend als unüberschaubar und belastend erlebt werden und für viele auch bedroht erscheinen, fehlen Orientierung und Wegweisung.
  • Angesichts ständiger Wandlungs- und Angleichungsprozessen gibt es einen erhöhten Bedarf an Beratung und Begleitung von Veränderungsprozessen, Weiterqualifizierung und – im weitesten Sinne – Lernprozessen von Einzelpersonen, Teams und ganzen Unternehmen.

Konkrete Herausforderungen für Beratungen

  1. Wo die Verständigung zwischen Kolleginnen und Kollegen oder auch zwischen Leitungen und Mitarbeiter/innen schwierig geworden sind, kann Supervision oder Coaching hilfreich sein und die Kultur der Verständigung in einem Unternehmen fördern.
  2. Wenn Beschäftigte unter Überforderung leiden und die Krankheitsrate dies widerspiegelt und als zu hoch bewertet wird, kann Supervision und Coaching mit Betroffenen und Leitungskräften Wege zu Entlastungen eröffnen.
  3. Klassisch war Supervision schon lange im sozialen Bereich eingeführt und hat sich als Fall-, Team- und Leitungs-Supervision bewährt, damit Sozial- und Pflege-Berufe dauerhaft qualifiziert arbeiten konnten.
  4. Häufiger kommen Fragestellungen hinzu, die mit dem hohen Tempo von Veränderungen, Innovationen und dem globalisierten Marktdruck zu tun haben: Wie kann ein Team oder auch ein Unternehmen die Fähigkeit zu kreativen Lösungen, verbesserter Zusammenarbeit und Ressourcen schonendem Handeln erlernen? Oft ist dies eine Überlebensfrage für Abteilungen  oder auch ganze Unternehmen.
  5. Schließlich sind Fragen der persönlichen Entwicklung und Weiterqualifizierung in einer mediatisierten Arbeitswelt Themen, die in einer Supervision oder einem Coaching bearbeitet werden können.

Nachhaltigere Herausforderungen für Supervision:

  • Berufstätige entlasten
  • chaotische Eindrücke ordnen und einordnen
  • professionelle Qualität sichern und – bei Bedarf -entwickeln
  • Erfolge sichern oder in zukünftige Erfolge investieren
  • Viel zu selten werden Supervisionen auch zur Qualitäts-Entwicklung eingesetzt: Dann kann nicht mehr nur an Defiziten und Problemlagen sondern auch an Erfolgen, Zielen und Möglichkeiten und deren Weiterentwicklung und Sicherung gearbeitet werden. -
    Langfristig scheint mir dies eher ein Erfolgsrezept!
  • Wenn ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin eine neue Aufgabe übernimmt, ist zu wünschen, dass man die neue Fachkraft einlernt. Oft haben die Anstellungsträger dafür aber zu wenig personelle Kapazitäten oder finden diese Einarbeitung nicht notwendig.
    Besonders bei leitenden Funktionen wird eine gründliche Einarbeitung leider oft unterlassen.
    In jedem Falle finde ich ein “Sparen an der Einarbeitung” eine krasse Fehlentscheidung. – Hier kann dann  eine Supervision oder ein Coaching sinnvolle Unterstützung bieten.

Angesichts diese erste Auflistung von Anlässen und Möglichkeiten für Beratungsbedarf wird niemand ernsthaft bestreiten, dass hier gut ausgebildete und erfahrene Fachkräfte benötigt werden. – Gut ausgebildete und kollegial vernetzte Supervisor/innen haben sich in Fachverbänden (z.B. BSO und DGSv) zusammen geschlossen, um die Qualität Ihrer Arbeit zu sichern und zu dokumentieren und die eigene Profession weiter zu entwickeln.

Weiterführende Links

Dieser Artikel ist der Beginn einer neuen Reihe zur “Profession der Supervision”.

Diese Reihe wird in loser Folge fortgeführt.

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Zuletzt bearbeitet: 19.04.2013           zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

gute pädagogische Praxis des Lernens: Archiv der Zukunft (AdZ)

Ein Netzwerk für die Zukunft heißt etwas irritierend “Archiv der Zukunft“, kurz AdZ .

Wesentlich angestoßen durch die Arbeit des Journalisten Reinhard Kahl und seinen Film
Treibhäuser der Zukunft

Eine Kurzfassung können Sie hier sehen:

direkt zu youtube

Das Echo auf den Film scheint auch den engagierten R. Kahl überrascht und bald auch überfordert zu haben und so suchte er einen Weg, mit Gleichgesinnten eine Sammlung guter pädagogischer Praxis anzulegen und diese anregenden Beispiele bekannt zu machen.
Es entstand der Verein “Archiv der Zukunft” (AdZ).

Hier sammeln engagierte Menschen aus der Kinder- und Jugendbildung, aus Kinderhäusern und Schulen zusammen mit Forscherinnen und Forschern gute Idee und Berichte von gelungenen Lernprozessen.

Hier soll Mut gemacht und Zuversicht gesammelt werden.

Solche Netzwerke finde ich sehr wichtig

  • damit der pädagogische Alltag Anregungen erhält
  • die Aktiven sich und ihre Praxis – angestoßen von horizonteröffnenden Beiträgen – reflektieren können
  • eine interessierte Öffentlichkeit Anlass hat, sich mit neuen Ideen zu befassen

Zum Weltkindertag diesen Jahres am 1. Juni veröffentlichte R. Kahl seinen Film “Kinder!”: überraschend und anregend – sehr sehenswert. Die ersten zehn Minuten sind als Appetit-Happen in Youtube eingestellt.

direkt zu youtube

Anfang Oktober 2008 trafen sich fast 1500 Personen zum zweiten, großen Bildungskongress dieses Netzwerkes im Bregenzer Festspielhaus und diskutierten, regten sich an, tauschten sich aus.

Dieses Mal war wohl nicht mehr nur die Meinungsgruppe der Reformer gekommen. Es waren auch schon ein paar Bedenkenträger und Skeptiker anwesend.

Einige Presseberichte über den Lern-Kongress “Treibhäuser & Co.” finden Sie hier.

Ich selbst schaue gerne immer wieder bei diesem Netzwerk vorbei und lasse mich anregen.

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Die Reihe “Profession Lehrkraft”:

und:

zuletzt überarbeitet am 10. September 2011 zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

selbstmotiviert lernen (1): eigene Ziele, Meilen- und Stolpersteine festhalten

Mit diesem Beitrag eröffne ich eine neue thematische Reihe zu einem meiner Lieblings-Themen, der Gestaltung von effektiven Lernprozessen.

In lockerer Folge werde ich immer wieder darauf zurückkommen und weiter schreiben.

Was früher “Lerntagebuch” hieß, wird heute “Portfolio” genannt.

Früher hätte man ein “Lerntagebuch” angefertigt, in dem die Ausgangslage, die Ziele, Kriterien für die Zufriedenheit mit dem erreichten und – bei ganz gewitzten Auftraggebern – auch noch die Stolpersteine und die Belohnung am Ende, wenn das Ziel erreicht wurde, notiert wurde.

Heute wird eine solche Sammlung von Reflexionen “Portfolio” genannt.
Manchmal wird unter diesem Begriff auch nicht nur die gebündelte Reflexion sondern auch die Sammlung der Ergebnisse selbst verstanden.

Eine Form, die auch die für Jugendliche spannenden neuen Medien einbeziehen, sind Blogs mit beiden Aspekten: Ergebnissen und Reflexionen zu einem Unterrichtsprojekt, dazu noch öffentlich zugänglich, aslo “echt” und wichtig.
Eine sehr kundige Einführung und Sammlung von Erfahrungen und Praxisbeispielen zum Lernen mit “neuen Medien” findet sich bei Lisa Rosa in Ihrem Blog “shift – Weblog zu Schule und Gesellschaft.

Wer die eigenen Ziele kennt, kann sie auch anstreben.

Der erste Schritt, ist ein Ziel zu haben: Irgend etwas möchte ich lernen, herausfinden oder üben.
Wenn ich mir dann noch die Mühe mache, dieses Ziel auch schriftlich fest zu halten, bemerke ich, ob ich mir darüber im Klaren bin, mir selbst sicher bin oder doch noch etwas undeutlich blieb und noch geklärt werden sollte.

Wer sich der eigenen Fallen bewusst ist, kann diese eher vermeiden.

Wer kennt das nicht? Ich habe mir etwas vorgenommen, fange an und lande dann doch (wie schon so oft) bei einer ganz anderer Tätigkeit. Vielleicht ist dies der Hinweis auf einen oft begangenen Umweg, sozusagen eine ständige Einladung an mich selbst, nicht die Hauptsache sondern eine viel lieber geübte Nebensache zu tun.
Wer Arbeitsblätter erstellen soll, kennt vielleicht die Verlockungen moderner Textverarbeitungsprogramme, das Aussehen des Textes mit den vielfältigen Möglichkeiten “zu optimieren” – ein oft begangener Umweg.

Wer Hilfen kennt, kann sich unterstützen lassen.

Auch die Möglichkeiten der Unterstützung für die Erreichung des Ziels zu beachten und zu nutzen, ist sinnvoll und kann das Ziel erreichbarer werden lassen.

Es motiviert zusätzlich, wenn ich mir für das Ziel eine Belohnung überlegt habe.

Gerade lohnende, also oft schwierige Ziele bedürfen einer großen Kraftanstrengung und meistens auch eines Durchhaltewillens. Um diese Kraft und Disziplin auch wirklich aufzuwenden, kann ich mich mit einer selbst ausgelobten Belohnung zusätzlich motivieren.

Selbst habe ich gute Erfahrungen mit der Übung “Vertrag mit mir selbst”.

Folgende – oder ähnliche Fragen – beantworte ich für mich selbst schriftlich:

  1. Was möchte ich (bis wann) erreichen?
    (Woran werde ich bemerken, dass ich dieses Ziel erreicht habe?)
  2. Was werde ich für dieses Ziel (bis wann jeweils) tun?
  3. Mit welchen drei ersten Schritten beginne ich (bis wann jeweils)?
  4. Was könnte ich tun, um nicht erfolgreich zu sein?
  5. Wer oder was könnte mich (wie) in meinem Ziel unterstützen?
  6. In welchen Zeiträumen werde ich wieder über diese Ziel und wie weit ich gekommen bin nachdenken?
    (Diese Termine werden in meinen Terminkalender übertragen.)
  7. Wie werde ich mich selbst für meinen Erfolg belohnen?
    (Wie werde ich mit wem mein erfolgreich erreichtes Ziel feiern?)

Diese Übung kann sowohl am Anfang des Unterrichtsjahres, einer Unterrichtseinheit oder eines Themas in der Beratung stehen. Sehr empfehlenswert ist es, sich schriftlich fest zu legen. Wesentlich sind auch die (mit sich selbst) vereinbarten Überprüfungs-Termine. – Entschiedenheit ist gefragt.

Dieser Beitrag gehört zur Reihe “selbstmotiviert lernen”:

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Zuletzt überarbeitet am 15. Mai 2013 / 11:21 Uhr