Je nach Umwelt-Einflüssen wird ein Gen wirksam oder nicht.
Lange galt als sicher, dass Gene ein ganz tief in unserer Biologie sitzendes Programm darstellen. Man hatte angenommen, dass dieser Teil unserer biologischen Grundausstattung nicht veränderbar sei.
Heute wissen wir: Ganz so einfach ist es nicht ist. – Vereinfacht ausgedrückt: An den Genen hängen so genannte “Marker”, die dafür sorgen, ob ein Gen abgelesen und damit wirksam werden kann oder nicht.
Die neue Erkenntnis:
Unsere Lebensführung steuert unsere Gene!
Dies ist eine aufregende Relativierung der bisherigen Annahmen über die festlegende Macht der Gene. Damit wird klar, dass eine gesunde und kluge Lebensführung eine sehr große Bedeutung bekommt.
Höchstwahrscheinlich begrenzt sich die steuernde Wirkung der Marker nicht nur auf das aktuell lebende Individuum sondern kann auch an die Nachkommen weiter vererbt werden!
Die bedeutet: Wenn die Eltern gut leben, haben es auch die Kinder – und zwar genetisch bestimmt – besser, weil die “Marker” an den Genen “wie Schalter” dafür sorgen, dass eine positive Lebenseigenschaft ausgelesen werden kann oder eine lebensbehindernde eben nicht.
Dies bedeutet – soweit ich das verstehe:
Auch unsere genetische Ausstattung kann in gewisser Weise “lernen”.
Die Lebensumstände (Umfeld, Beziehungen und die Angewohnheiten in Wahrnehmungsweisen, Deutungen und Verhalten) wirken sich auf Ablesevorgänge unserer genetischen Grundausstattung aus.
Mit dem Hochschullehrer Prof. Dr. G. Hüther bin ich – ein Lehrer an einer technischen Berufsschule – in Folgendem einig:
“Es ist kein Naturgesetzt, dass Kinder die Lust am Lernen verlieren!” Kinder lernen – wie alle Menschen lernen – grundsätzlich unwahrscheinlich viel, nämlich alles, was um sie herum passiert, besonders das Eindrückliche und emotional Bedeutsame. So kann ein Kind gehen, sprechen und zum Beispiel auch die Gestik oder Sprachmelodie der Eltern lernen.
Unser Gehirn ist genau dafür geschaffen: Es lernt einfach so. – Also lernt das Kind auch die Einstellungen der Eltern, Erzieher/innen und Lehrer/innen und natürlich – oft genauso bedeutsam – die Einstellungen aus den Freundeskreisen und den Medien.
Für jedes Lernen ist es auf jeden Fall günstig, wenn die Atmosphäre angenehm und von guten Beziehungen getragen ist.
Purer Druck, Drill oder Dressur, schafft voraussehbar keine guten Lernergebnisse.
Die für effektives Lernen wesentliche Motivation geht verloren. Motivation ist aber wesentlich, weil sie die Bereitschaft ist, sich zu mühen, es auch gegen Widerstände nochmals zu versuchen. Dies ist für erfolgreiches Lernen, vor allem von größerer Zusammenhänge, aber wesentlich.
Ideal für das Lernen ist es, wenn Menschen sich den Lernstoff und die Ziele selbst aussuchen können. Beispielsweise erbringen Kinder und Jugendliche enorme Lern-Leistungen in ihrem Hobby und nur die Hälfte dieser Energie in den traditionellen Schul-Fächern eingesetzt, würde enorme Auswirkungen zeigen!
Auf die vielen Erkenntnisse über Lernen und die dafür notwendige Unterstützung haben viele Schulen noch nicht ausreichend geantwortet. Zwar gibt es viele Aufbrüche und auch schon erprobte Konzepte, wie viele reformpädagogische Ansätze, zum Beispiel das Montessori-Konzept mit seinem Ankoppeln an der Neugier und der Selbststeuerungsfähigkeit von Kindern und die Idee der Freiarbeit.
Aber diese Ideen haben sich noch lange nicht durch die vielen vielen Schulen, deren Kollegien und erst recht nicht in die Verwaltungen verbreitet.
Es gibt viel Änderungs- und Entwicklungsbedarf in den Schulen. Die großen öffentlichen Schulen und die diese steuernde Kultus-Verwaltung tun sich schwer mit konsequenten Reformen. Die Konkurrenz der Privatschulen wird diesen Prozess vielleicht beschleunigen.
Bedenken habe ich
bei der Verallgemeinerung: Lernen geht auch in der formalen und für alle Kinder verpflichtenden Schule und es muss nicht von einem Extrem (der Dressur) ins andere (die “Antipädagogik”) gependelt werden. – Oder wollte Herr Prof. Dr. Hüther das so gar nicht behauptet haben?
bei der Verallgemeinerung, dass in einem Unterricht im staatlichen Schulsystem die Kinder überwiegend über- oder unterfordert werden und darum laut und störend werden (müssen). Leider muss ich berichten, dass die sehr großen Klassen eine gefährliche Tendenz in diese Richtung wahrscheinlicher machen.
ob mit der eher resignativen Vorhersage der Reform-Unfähigkeit des öffentlichen Schulsystems den Lernchancen der Kinder und Jugendlichen tatsächlich geholfen wird. Wir haben ein flächendeckendes, öffentliches Schul-System. Das ist zuerst einmal sinnvoll. Bildung darf nicht an den Geldbeutel der Eltern gekoppelt werden. Eine differenzierte, demokratische und einigermaßen offene Gesellschaft benötigt als Basis eine Grundausbildung aller Bürgerinnen und Bürger.
Ich schlage vor,
diese Diskussion auch zu Ende zu führen und die Konsequenzen zu ziehen, die sich aus den Erkenntnissen moderner Hirn- und Lernforschung ergeben.
Dabei möchte ich auch gerne, dass wir ehrlich und vorsichtig bleiben: Manche Schlussfolgerungen aus den empirischen Daten ist nicht so eindeutig und zwingend, wie dies auf den ersten Blick (auch der Hochschullehrer) scheinen mag.
den (staatlichen) Schulen und den engagierten Lehrkräften etwas zuzutrauen und sie vor allem dabei zu unterstützen, ihre Aufgabe zu erfüllen.
die Verteilung der Gewichte zu überprüfen und Finanz-Politik und Bildungs-Politik zur Neuverteilung von Geld und Möglichkeiten zugunsten von Bildung zu bewegen. Lehrerinnen und Lehrer sind ein sehr großer Personenkreis. Wenn an dieser große Gruppe gespart wird, dann hat dies einen sehr bedeutsamen Effekt (in mindestens doppeltem Sinne)!
Tatsächlich wird diese Personengruppe seit Jahren mit einer Ausweitung der Arbeitszeit bei nahezu gleichbleibenden Bezügen konfrontiert. (Wer jetzt neidisch an die vielen “Ferien” denkt, lese einfach den nächsten Punkt über offensichtlich falsche Bilder und deren dauernde Wiederholung.)
das Ansehen von Lehrerinnen und Lehrern, Erzieherinnen und Erziehern in unserer Gesellschaft behutsam anzuheben und den dummen und schon lange falschen Vorurteilen (auch aus prominentem Munde) entgegen zu treten.
den für den Lehrberuf ungeeignete Personen Alternativen zu bietet, damit sie aussteigen können.
die Kritische Diskussion um das Wort “kostenneutral” in der Bildungspolitik zu eröffnen, die politisch Verantwortlichen regelmäßig mit ihrer eigenen Programmatik zur Bildung zu konfrontieren und sie (bei den Wahlen) an ihren Taten zu messen. Dazu nur ein kleiner, vielleicht aufdeckender Vergleich: Niemand käme auf die Idee, den Mitarbeiter/innen in der Produktion in einem Automobilkonzern den Auftrag zu erteilen, ein neues Auto zu entwerfen während sie natürlich weiter die tägliche Produktion gewährleisten. - Genau so empfinde ich, wird zur Zeit mit Lehrkräften verfahren: Findet neue pädagogische Wege und Antworten auf neue Herausforderungen! Zeit und Freiraum haben wir dafür leider nicht; dafür haben wir kein Geld!
Leider habe ich Anlass zu Befürchtungen, dass schon wieder über eine Erhöhung des Arbeitspensums für Lehrkräfte nachgedacht wird. Unter kurzfristigen, finanziellen Gesichtspunkten kann dies sinnvoll erscheinen.
Meine Bitte ist, auch über langfristigen Folgen nachzudenken. Wer denkt zum Beispiel an die Motivation und die Gesundheit der Lehrkräfte? Wer denkt an die kommenden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, an die Bürger/innen der nächsten Generationen?
Ich danke Herrn Prof. Dr. Gerald Hüther für seine provozierenden Aussagen und hoffe, dass diese und auch meine Gedanken – am “Welt-Lehrer-Tag der UN” erdacht – konstruktive Kritik und eine engagierte Diskussion über Schulen, Lehrkräfte und unterstützende Bedingungen für das Lernen der Kinder und Jugendlichen anregen.
“Bildung ist eine wichtige Aufgabe
- für die Zukunft!”
In Sonntagsreden kann man diesen oder ähnliche Sätze immer wieder hören.
Ich erlebe, dass die Rahmenbedingungen für die Bildung, für Kindergärten, Schulen und Ausbildungen – entgegen allen schönen Versprechungen in Sonntags-Reden – leider ausgesprochen unterfinanziert sind. Vieles scheint bei der Verteilung der Mittel dann doch noch wichtiger als Schule und Bildung zu sein.
Manchmal hilft Humor oder ein kabarettistischer Blick.
Ich hoffe auf ein – hoffentlich auch irgendwie – befreiendes Lachen oder wenigstens Schmunzeln von Ihnen.
Nach der Entspannung können Sie vielleicht besser und wollen dann auch unter nachweislich ungünstigen Rahmenbedingungen pädagogisch arbeiten.
Eine bekannte Stimme für eine bestimmte, erfolgreiche Art der vertrauensvollen und leidenschaftlichen Pädagogik ist Royston Maldoom. Er wurde als künstlerischer Leiter des Tanzprojektes “Rhythm is it!” und den gleichnamigen Kino-Film über dieses Projekt bekannt.
Seither wird er von vielen Institutionen angefragt und hält Vorträge und erzählt von seinem Ansatz, den er in Schulen und auch außerschulisch erfolgreich umgesetzt hat.
Einen kleinen Einblick in seine Gedankenwelt bekommen Sie in einem knapp sechsminütigen, englischsprachigen Youtube-Film-Ausschnitt:
Worin ich mich durch diese Aussagen wieder in meinem pädagogischen Ansatz bestätigt fühle:
Lehrende sollten neugierige und offene Menschen sein, die Freude am Kontakt mit anderen Menschen haben.
Wenn ich es schaffe, anderen Menschen (besonders Kindern und Jugendlichen) etwas zuzutrauen, werden sie meine Anregungen sehr wahrscheinlich leichter aufnehmen können und besser lernen.
Vortäuschen und “Spielen” geht nicht: Fast alle Menschen bemerken das “falsche Spiel” im unehrlichen Kontakt. Kinder und Jugendliche sind an dieser Stelle besonders sensibel, bemerken und nehmen übel.
Daraus folgt meine Bereitschaft, auch mal unangenehm, herausfordernd und ehrlich zu sein, statt gute Laune oder Beziehung vorzutäuschen, die gar nicht da ist.
Die Person der Lehrkraft ist das Hauptmedium, um einen Rahmen für gelingende Lehr-Lern-Prozesse zu schaffen. Darum muss dieses persönliche Kompetenz systematisch aufgebaut und gepflegt werden.
Auch kleine Schritte sind Bewegungen in Richtung einer Verbesserung.
Man muss sich dabei nicht an solchen pädagogischen Höchstleitungen messen, wie sie im aufwändigen Projekt “Rhythm is it!” erbracht wurden, sonst ist die Ent-Täuschung auch schon voraussehbar.
Andererseits kann manches von der Haltung dieses begeisterten und begeisternden Künstlers und Pädagogen Royston Maldoom eine Anregung für den pädagogischen Alltag ergeben.
Bei Veränderungsbewegungen sind Kolleginnen und Kollegen sehr hilfreich.
Wer sich – besonders als Lehrkraft – darin unterstützen lassen möchte, sollte allerdings nicht allein bleiben, sondern sich mit anderen Gleichgesinnten zusammen tun und sich wechselseitig anregen und unterstützen.
Viele Menschen empfinden ihr alltägliches Leben eher als hart und eben gerade nicht als “lustig”.
Gelingt es dann doch, die Umstände und Situationen humoristisch anzusehen, wird
Ernstes unernst
Ausgeblendetes sichtbar
und oft Unsagbares sagbar.
Darum – finde ich – lohnt es sich, eine humorvolle Haltung zu sich selbst und seinen Lebensumständen zu entwickeln.
Ja, ich bin der Meinung, man könne dies auch üben. Am Ende dieses Textes habe ich zwei Bücher empfohlen, die ich dafür hilfreich finde.
Eine wichtige Funktion einer humorvollen Lebenseinstellung: Humor kann neue Sichtweisen eröffnen.
Genau dies finde ich persönlich und aus meiner beruflichen Sicht auf Menschen und Situationen am Humor so anregend und aufregend:
Mit Humor lassen wir mehr als eine Deutung oder Sicht zu, wir werden beweglicher und vielfältiger.
Mit Humor können eingewöhnte Muster unterbrochen werden:
Plötzlich sehen wir etwas Neues oder empfinden Gewohnheiten oder Vorlieben neu und anders, vielleicht zuerst einmal auch etwas fremd ….
Mit Humor macht das Leben uns selbst und unserer Umgebung mehr Freude.
Denn: Wer lacht oder schmunzelt nicht gerne?
Und für Beratungen (Supervision und Coaching) oder Unterricht ist es allemal günstig, wenn mehr als nur eine Deutung möglich wird.
Eine spontane – und subjektive – Auswahl von witzigen Bemerkungen
Ein guter Chef
macht nicht alle Fehler selbst.
Er gibt auch anderen eine Chance!
Wer zuletzt lacht,
hat es nicht eher begriffen.
Nach vielen Jahren trifft der alte Mathematiklehrer seinen schlechtesten Schüler, als er gerade einem stattlichen Fahrzeug entsteigt. Er selbst fährt noch immer eine verbeulte Rostlaube. – “Dir scheint es ja gut zu gehen, Moritz!”, sagt der alte Lehrer. “Was machst Du denn beruflich?” – “Ich handle mit Südfrüchten.” – “Und wie machst du das?”, möchte der Lehrer wissen. – “Ganz einfach,” antwortet Moritz, “ich kaufe eine Kiste Orangen für 10 € im Großhandel und verkaufe sie wieder für 30 €. Von diesen drei Prozent lebe ich ganz gut.” (Frei nach Titze/Patsch: Die Humorstrategie; 49)
Literatur-Empfehlungen
(Beide Bände haben mir beim Lesen Spaß gemacht
und regen zum Nachdenken über sich selbst und den eigenen Humor an.)
Für viele Menschen ist jetzt im Sommer die Zeit, in der sie Urlaub machen können.
Ich wünsche allen, dass ihnen gelingt,
Routinen zu unterbrechen
Abstand zu gewinnen und abzuschalten
sich zweckfrei Zeit zu geben
und sich gut zu erholen.
Außerdem ist die Urlaubszeit auch eine Möglichkeit,
sein Leben nochmals in Ruhe zu betrachten
und nach Orientierung zu schauen,
auch
auf sich selbst und Orientierungen zu hören
(für Bibel-Leser/innen: vgl. 1 Kön 3, 5.7-12),
Ziele zu überprüfen und neue Ziele zu setzen.
Dazu können solche – oder ähnliche – Fragen hilfreich sein:
Womit bin ich zufrieden?
Was wünsche ich mir nicht so, wie es ist? Wie sollte es meines Erachtens werden?
Habe ich ein großes Ziel oder mehrere kleine Ziele? Welche?
Wenn ich Ziele hatte, habe ich diese erreicht? Wie weit? Wie? Warum eventuell nicht?
Mit welchen Personen möchte ich mehr Kontakt?
Welches Thema in meinem Leben soll mehr Energie bekommen?
Was sagt mein “Herz” (Gefühl, Intuition)?
Meine eigene Erfahrung mit solchen “Zwischenbilanzen”, die ich gerne für mich selbst aufschreibe und aufbewahre, ist sehr positiv.
Ich werde mir so wieder ausdrücklicher meiner Ziele, meiner Bewertungen (“Erfolg” oder “Misserfolg” bewusst.
Aus diesen Bilanzen entwickle ich dann kurz- und mittelfristige Ziele.
Ich wünsche allen Leser/innen von Herzen, dass ihre Bilanz zufriedenstellend ausfällt und dass sie sich anregend, vielleicht sogar herausfordernde Ziele für Ihren nächsten Lebensabschnitt setzen können.
Lernen und leiten kann riesig Spaß machen - wenn sie/er dabei erfolgreich ist! Guter Unterricht macht Schülern und Lehrern Freude. Gute Leitung fördert Leistungen und Lösungen.
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Wenn wir uns gute Ideen mitteilen und sie austauschen, gestalten wir unser Leben und Arbeiten einfacher. Diesen kooperativen Austausch fördere ich hier.
Meine Themen sind:
lernen und lehren mit Spaß: Schule und Unterricht
bewusst gestalten, durch Supervision und Coaching
unterstützt
bewusst und gut leben
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Ich unterrichte an einem Berufsschul-Zentrum mit Technischem Gymnasium in Freiburg Religion. Mit Fragen nach Orientierung, Denken und Entscheiden kenne ich mich aus.
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Ich unterstütze im Zweit-Beruf als Coach und Supervisor soziale, lehrende und leitende Berufstätige, Ihren Beruf professionell, zufrieden und anhaltend gesund auszuüben.
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