burnout – arbeiten bis zum Ausbrennen

Kurz-Beschreibung Burnout:

Burnout ist eine sehr drastische Reaktion des menschlichen Körpers auf eine andauernde Überlastung, allermeist durch sehr belastende Arbeitsbedingungen und den entsprechenden Umgang damit ausgelöst.
Wesentliche Anzeichen und Warn-Signale sind:

  • fortdauernde Erschöpfung
  • Unfähigkeit, “abzuschalten” und sich zu distanzieren
  • verlorene Erholungsmöglichkeiten
    (sich nach dem freien Wochenende oder dem Urlaub immer noch dauer-müde und unerholt zu fühlen)

Burnout bedarf auf jeden Fall einer sachkundigen Behandlung.

Ein Film-Tipp zum oft tabuisierten Thema burnout:

Am 17. November 2009 findet ein Themenabend auf arte zum Thema burnout – Schuften bis zum Umfallen statt.

Auf der Website der Fernsehanstalt arte finden Sie ein Video als Vor-Premiere der Gemeinchaftsproduktion von arte und ndr aus dem Jahr 2009:

„Ausgebrannt – wenn nichts mehr geht.“
Ein Dokumentarfilm von Ingolf Gritschneder

Den Film habe ich mir als Vorpremiere auf arte.tv angeschaut und bin begeistert: Die Betroffen wirken auf mich sehr authentisch und die fachlichen Kommentare kundig und zielführend.
Der Film macht die Dramatik dieses Syndroms deutlich und vermeidet es wohltuend, reißerisch oder marktschreierisch zu sein. -
Ich bin gespannt auf den Themenabend und wünsche diesem Film und diesem Thema viel Aufmerksamkeit.
Meinen Respekt den Filme-Machern und den Programm-Verantwortlichen!

Herzlichen Dank der Kollegin Gisela Bautz (Richard-Fehrenbach-Gewerbeschule, Freiburg) für den hilfreichen Hinweis.

Ich wünsche Ihnen hinreichende Aufmerksamkeit für Ihre Gesundheit!

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Weiterführende Hinweise und Links

zuletzt bearbeitet am 22. Juli 2010 / 19.33 Uhr           zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Profession Supervision (2): Forschung über systemische Team-Aufstellungen

Von meinem vielseitig interessierten Web-Berater; Gunnar Thörmer, erhielt ich den Hinweis auf dieses Video über die Erforschung von systemischem Aufstellen, hier genauer: systemischen Team-Aufstellungen.
Die private Universität Witten/Herdecke erforschte im Rahmen einer Dissertation Beziehungsgeflechte in Familienunternehmen (Wie stehen wir zueinander? …)
Die Begleitung durch Prof. Dr. Fritz B. Simon bürgt für Seriosität.

Auch die anfängliche Skepsis gegenüber der Behauptung, dass es so etwas wie eine “Raum-Sprache” gibt, wird im Film-Ausschnitt benannt.

Hier nun wird von der Forschung zu dieser Raumsprache berichtet. Reale Beratungsfälle werden in zwei Versuchsreihen mit unterschiedlichen Personen sehr aufwendig bearbeitet und anschließend die Übereinstimmungen untersucht.

Das zentrale Forschungsanliegen wird von Peter Schlötter so formuliert:
Gibt es eine allgemeingültige, nicht verbale Sprache von Stellungen von Personen im Raum zueinander, die Menschen tendenziell verstehen?

Vertraute Sprache und ihre Entdeckung

direkt zum MySpace-Video von Peter Schlötter

Die Ergebnisse dieser Forschung sind überzeugend eindeutig:

  1. Ja es gibt eine von vielen Menschen intuitiv verstandene “Sprache”, mit deren Hilfe Stellungen im Raum als Aussage über Beziehungen verstanden und gedeutet werden können.
  2. Es gibt hohe Übereinstimmungen im Auffinden von “Lösungs-Stellungen”.

Damit wird die Wirkung der Arbeit mit systemischen Aufstellungen wissenschaftlich erwiesen. – Auch zuerst skeptische Versuchspersonen zeigen sich beeindruckt und bescheinigen dem Forschungsansatz größtmögliche Objektivität.

Inzwischen sind die Forschungsergebnisse auch publiziert (Vertraute Sprache und ihre Entdeckung: Systemaufstellung sind kein Zufallsprodukt – der empirische Nachweis) und rezensiert.

Dieser Artikel gehört zur Reihe “Profession Supervision”.

Diese Reihe wird in loser Folge fortgeführt.

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Zuletzt bearbeitet: 15.11.2009 / 07:24 Uhr zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Profession Lehrkraft (4): Unterrichtsstörungen und Chaos im Klassenzimmer begrenzen

Zur Professionalität von Lehrkräften zähle ich wesentlich

  • persönliche Kompeterz (persönliche Bewusstheit, Selbstreflexivität, Lernbereitschaft, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit und Glaubwürdigkeit)
  • ausgewiesene Fachkompetenz für die unterrichteten Fächer
  • pädagogische Kompetenz (Zielgerichtetheit des pädagogischen Verhaltens auf dem Hintergrund eines eigenen pädagogischen Konzeptes)

Zurecht werden Schulen kritisiert, wenn Unterricht nicht stattfindet oder statt dessen Chaos im Klassenraum herrscht.

Regelmäßig nehmen Medien sich der Themen Unterrichtsstörungen, fehlender Lernbereitschaft von Schüler-Gruppen und der Ohnmacht einzelner Lehrkräfte an. So zeigte das Magazin Panorama im Ersten Deutschen Fernsehen am 5. Juli 2007 erschreckende Ausschnitte aus Video-Clips, die im Internet über Youtube frei zugänglich waren:

Erschreckende Internetvideos aus dem Schulalltag – Dokumentation

Hier war ursprünglich ein Video verlinkt, welches eine Paorama-Sendung vom 5. Juli 2007 gezeigt hatte.
Die Videos wurden inzwischen auf Youtube gesperrt.

Das Manuskript der Panorama-Sendung steht aber immer noch zur Verfügung und ist hier verlinkt.

Zusammenfassend einige Eindrücke zu solchen Szenen:

  1. Es ist uangenehm laut im Klassenraum.
  2. Die Persönlichkeitsrechte der Beteiligten werden in den ursprünglichen Videos missachtet, denn jeder Mensch hat ein Recht darauf, mitzubestimmen ob und wie man Filmaufnahmen von ihr/ihm machen darf. – Im von Panorama ausgestrahlten Video wurden die Gesichter aus diesen Gründen unkenntlich gemacht. – Viele Schulen ergänzen derzeit Ihre Schulordnungen und verbieten Aufzeichnungen vom Unterricht ohne Genehmigung noch einmal ausdrücklich.
  3. Die Schulordnung wird krass missachtet: Es wird durcheinander gesprochen, gepöbelt und geraucht. Alle tun, was ihnen gerade einfällt.
  4. Man kann Schülerinnen und Schüler dabei beobachten, wie sie jeden Unterricht unmöglich machen.
  5. Man kann Lehrer in diesem Video-Ausschnitt beobachten, sie ohnmächtig oder teilnahmslos wirken und das bedeutet, sie sind wirkungslos.
  6. In diesem Chaos ist offensichtlich kein vernünftiges Lernen möglich.
  7. Update: Inzwischen fällt mir auch die Beziehungslosigkeit zwischen allen Beteiligten auf.

Bemerkenswert finde ich dabei,

  • dass dieser Filmausschnitt große Aufmerksamkeit bekam (über 89.200 Klicks; Stand: 7.11.2008)
  • dass dieses Video unter „fun” bei isnichwahr.de verlinkt ist, also als “lustig” bewertet wird
  • dass die zuständigen Leitungen von Schulen und Schulaufsicht diese „Fälle” herunterspielen und ausweichend reagieren
  • dass in diesem Video-Ausschnitt und der zugehörigen Kommentierung des Redakteurs und in einer Bemerkung des Psychologen Prof. Dr. U. Schaarschmidt (Zu seiner Potsdamer Lehrerstudie) der Eindruck nahe gelegt wird, dies sei der „Normalfall”. -
    Hier widerspreche ich energisch: In meinem Erfahrungsbereich sind solche Zustände tatsächlich nicht der Normalfall!
    Allerdings kommen immer wieder Klassen-Situationen vor, in denen Kolleg/innen und ich die Stimme deutlich erheben müssen.

Auf eine so extreme Unterrichtsstörung muss man nachdrücklich reagieren!

Solche Situationen sind oft das Ende einer langen, mühsamen und erfolglosen Geschichte von Lehr-Lern-Bemühungen.

Ich behaupte nachdrücklich: Szenen dieser Art sind nicht der Normalfall von Unterricht – auch nicht an den angeblich so „schwierigen” Berufsschulen.
(Ich unterrichte selbst an einem technischen Berufsschulzentrum in Freiburg und weiß, wovon ich schreibe!)

Andererseits kann ich mir aus meinen Erfahrungen mit Lehrer-Beratungen gut vorstellen, wie sich solche Situationen im Laufe der Zeit bei einzelnen Lehrerinnen und Lehrern und einzelnen Klassen entwickeln und zuspitzen können.

Ist es erst einmal zu solch chaotischen Verhältnissen gekommen, ist Veränderung dringend notwendig.
Allerdings ist ein Umgestaltung solcherart eskalierter Situationen mühsam.

Was kann eine Lehrkraft in einem solchen Umfeld tun?

  • Allein kommen Lehrpersonen in solchen Problem-Lagen nicht mehr weiter.
    Hier sind das Klassen-Lehrer-Kollegium, die Schulleitung und die Schulbehörde – als verantwortliche Leitungsinstanzen – gefordert.
  • Außerdem ist externe Hilfestellung von sozialpädagogischem und psychologischem Fachpersonal, besonders Schulsozialarbeitern gefragt.
    (Leider wird an dieser Stelle immer noch gespart. Es ist nach meiner Erfahrung und Bewertung eindeutig die falsche Stelle!)
  • Den betroffenen Lehrkräften ist dringend persönliche Hilfestellungen von Fachpersonen zu wünschen, denn solche Erlebnisse sind hoch belastend für die Betroffenen.
    Ein erster Schritt dazu kann kollegiale Beratung, eine Supervision, ein Coaching oder auch eine Gruppensupervision für Lehrkräfte sein.

Weitere Aspekte von möglichen Unterrichtstörungen:

  • Je größer Klassen sind, weil wieder “gespart” wird, und je unterschiedlicher und/oder „schwieriger” die Geschichte der einzelnen Schülerinnen und Schüler ist, um so wahrscheinlicher kann eine Klasse sich so entwickeln, dass Unterricht in diesem Rahmenbedingungen zumindest anstrengend, wenn nicht unmöglich wird.
  • Je weniger Eltern und andere Erziehungsinstanzen vor den Schulen erfolgreich waren, um so mehr Erziehungsarbeit bleibt den Lehrkräften – unter Beibehaltung Ihres inhaltlichen Unterrichtsauftrags.
  • Wenn Lehrkräfte in ihrer Rolle zunehmend verunsichert werden und zu diesem Themenbereich keine oder wenig kollegialer Austausch und wenig hilfreiche Fortbildungsangebote – auch Supervisionen – angeboten werden, werden Lehrerinnen und Lehrer auch wahrscheinlicher ungünstig reagieren, zum Beispiel eskalieren statt überlegt und entschieden zu korrigieren.
  • Manche Unterrichtsstörung ist auch ein Hinweis auf Veränderungsbedarf.
    Statt einzelne Personen (Schülerin, Schüler oder Lehrerin oder Lehrer) dafür verantwortlich zu machen, kann es auch sehr sinnvoll sein, nach dem “Aussagewert” oder der Nachricht hinter der als “gestört” wahrgenommenen Situation zu suchen. – Oft benötigen Betroffene, um dies sehen zu können, einigen Abstand und Entlastung. – Kollegiale Gespräche, kollgiale Beratung oder auch Supervision sind dazu hilfreich.

Es gibt schon hilfreiches und anregendes Material zur Vorbeugung von Unterrichtsstörungen. Einige Beispiele:

Dieser Beitrag gehört zur Reihe “Profession Lehrkraft”:

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zuletzt überarbeitet am 10. 10. 2011 / 16:30 Uhr            zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Weder Dressur noch Traum sondern kluge Unterstützung für Schulen

Prof. Dr. Gerald Hüther, Professor für Neurobiologie an der Universität Göttingen, lässt in der Süddeutschen Zeitung vom 30. September 2008 unter der reißerischen Überschrift “Schluss mit der Dressurschule!” ein Interview von sich veröffentlichen.

Mit dem Hochschullehrer Prof. Dr. G. Hüther bin ich – ein Lehrer an einer technischen Berufsschule – in Folgendem einig:

  1. “Es ist kein Naturgesetzt, dass Kinder die Lust am Lernen verlieren!”
    Kinder lernen – wie alle Menschen lernen – grundsätzlich unwahrscheinlich viel, nämlich alles, was um sie herum passiert, besonders das Eindrückliche und emotional Bedeutsame. So kann ein Kind gehen, sprechen und zum Beispiel auch die Gestik oder Sprachmelodie der Eltern lernen.
    Unser Gehirn ist genau dafür geschaffen: Es lernt einfach so. – Also lernt das Kind auch die Einstellungen der Eltern, Erzieher/innen und Lehrer/innen und natürlich – oft genauso bedeutsam – die Einstellungen aus den Freundeskreisen und den Medien.
  2. Für jedes Lernen ist es auf jeden Fall günstig, wenn die Atmosphäre angenehm und von guten Beziehungen getragen ist.
  3. Purer Druck, Drill oder Dressur, schafft voraussehbar keine guten Lernergebnisse.
    Die für effektives Lernen wesentliche Motivation geht verloren. Motivation ist aber wesentlich, weil sie die Bereitschaft ist, sich zu mühen, es auch gegen Widerstände nochmals zu versuchen. Dies ist für erfolgreiches Lernen, vor allem von größerer Zusammenhänge, aber wesentlich.
  4. Ideal für das Lernen ist es, wenn Menschen sich den Lernstoff und die Ziele selbst aussuchen können.
    Beispielsweise erbringen Kinder und Jugendliche enorme Lern-Leistungen in ihrem Hobby und nur die Hälfte dieser Energie in den traditionellen Schul-Fächern eingesetzt, würde enorme Auswirkungen zeigen!
  5. Auf die vielen Erkenntnisse über Lernen und die dafür notwendige Unterstützung haben viele Schulen noch nicht ausreichend geantwortet.
    Zwar gibt es viele Aufbrüche und auch schon erprobte Konzepte, wie viele reformpädagogische Ansätze, zum Beispiel das Montessori-Konzept mit seinem Ankoppeln an der Neugier und der Selbststeuerungsfähigkeit von Kindern und die Idee der Freiarbeit.
    Aber diese Ideen haben sich noch lange nicht durch die vielen vielen Schulen, deren Kollegien und erst recht nicht in die Verwaltungen verbreitet.
  6. Es gibt viel Änderungs- und Entwicklungsbedarf in den Schulen. Die großen öffentlichen Schulen und die diese steuernde Kultus-Verwaltung tun sich schwer mit konsequenten Reformen. Die Konkurrenz der Privatschulen wird diesen Prozess vielleicht beschleunigen.

Bedenken habe ich

  1. bei der Verallgemeinerung: Lernen geht auch in der formalen und für alle Kinder verpflichtenden Schule und es muss nicht von einem Extrem (der Dressur) ins andere (die “Antipädagogik”) gependelt werden. – Oder wollte Herr Prof. Dr. Hüther das so gar nicht behauptet haben?
  2. bei der Verallgemeinerung, dass in einem Unterricht im staatlichen Schulsystem die Kinder überwiegend über- oder unterfordert werden und darum laut und störend werden (müssen).
    Leider muss ich berichten, dass die sehr großen Klassen eine gefährliche Tendenz in diese Richtung wahrscheinlicher machen.
  3. ob mit der eher resignativen Vorhersage der Reform-Unfähigkeit des öffentlichen Schulsystems den Lernchancen der Kinder und Jugendlichen tatsächlich geholfen wird.
    Wir haben ein flächendeckendes, öffentliches Schul-System. Das ist zuerst einmal sinnvoll. Bildung darf nicht an den Geldbeutel der Eltern gekoppelt werden. Eine differenzierte, demokratische und einigermaßen offene Gesellschaft benötigt als Basis eine Grundausbildung aller Bürgerinnen und Bürger.

Ich schlage vor,

  • diese Diskussion auch zu Ende zu führen und die Konsequenzen zu ziehen, die sich aus den Erkenntnissen moderner Hirn- und Lernforschung ergeben.
    Dabei möchte ich auch gerne, dass wir ehrlich und vorsichtig bleiben: Manche Schlussfolgerungen aus den empirischen Daten ist nicht so eindeutig und zwingend, wie dies auf den ersten Blick (auch der Hochschullehrer) scheinen mag.
  • den (staatlichen) Schulen und den engagierten Lehrkräften etwas zuzutrauen und sie vor allem dabei zu unterstützen, ihre Aufgabe zu erfüllen.
  • die Verteilung der Gewichte zu überprüfen und Finanz-Politik und Bildungs-Politik zur Neuverteilung von Geld und Möglichkeiten zugunsten von Bildung zu bewegen.
    Lehrerinnen und Lehrer sind ein sehr großer Personenkreis. Wenn an dieser große Gruppe gespart wird, dann hat dies einen sehr bedeutsamen Effekt (in mindestens doppeltem Sinne)!
    Tatsächlich wird diese Personengruppe seit Jahren mit einer Ausweitung der Arbeitszeit bei nahezu gleichbleibenden Bezügen konfrontiert. (Wer jetzt neidisch an die vielen “Ferien” denkt, lese einfach den nächsten Punkt über offensichtlich falsche Bilder und deren dauernde Wiederholung.)
  • das Ansehen von Lehrerinnen und Lehrern, Erzieherinnen und Erziehern in unserer Gesellschaft behutsam anzuheben und den dummen und schon lange falschen Vorurteilen (auch aus prominentem Munde) entgegen zu treten.
  • den für den Lehrberuf ungeeignete Personen Alternativen zu bietet, damit sie aussteigen können.
  • die Kritische Diskussion um das Wort “kostenneutral” in der Bildungspolitik zu eröffnen, die politisch Verantwortlichen regelmäßig mit ihrer eigenen Programmatik zur Bildung zu konfrontieren und sie (bei den Wahlen) an ihren Taten zu messen.
    Dazu nur ein kleiner, vielleicht aufdeckender Vergleich:
    Niemand käme auf die Idee, den Mitarbeiter/innen in der Produktion in einem Automobilkonzern den Auftrag zu erteilen, ein neues Auto zu entwerfen während sie natürlich weiter die tägliche Produktion gewährleisten. -
    Genau so empfinde ich, wird zur Zeit mit Lehrkräften verfahren: Findet neue pädagogische Wege und Antworten auf neue Herausforderungen! Zeit und Freiraum haben wir dafür leider nicht; dafür haben wir kein Geld!
    Leider habe ich Anlass zu Befürchtungen, dass schon wieder über eine Erhöhung des Arbeitspensums für Lehrkräfte nachgedacht wird. Unter kurzfristigen, finanziellen Gesichtspunkten kann dies sinnvoll erscheinen.
    Meine Bitte ist, auch über langfristigen Folgen nachzudenken. Wer denkt zum Beispiel an die Motivation und die Gesundheit der Lehrkräfte? Wer denkt an die kommenden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, an die Bürger/innen der nächsten Generationen?

Ich danke Herrn Prof. Dr. Gerald Hüther für seine provozierenden Aussagen und hoffe, dass diese und auch meine Gedanken – am “Welt-Lehrer-Tag der UN” erdacht – konstruktive Kritik und eine engagierte Diskussion über Schulen, Lehrkräfte und unterstützende Bedingungen für das Lernen der Kinder und Jugendlichen anregen.

Ein kabarettistischer Blick auf die Bildungspolitik

“Bildung ist eine wichtige Aufgabe
- für die Zukunft!”

In Sonntagsreden kann man diesen oder ähnliche Sätze immer wieder hören.

Ich erlebe, dass die Rahmenbedingungen für die Bildung, für Kindergärten, Schulen und Ausbildungen – entgegen allen schönen Versprechungen in Sonntags-Reden – leider ausgesprochen unterfinanziert sind. Vieles scheint bei der Verteilung der Mittel dann doch noch wichtiger als Schule und Bildung zu sein.

Manchmal hilft Humor oder ein kabarettistischer Blick.

Ich hoffe auf ein – hoffentlich auch irgendwie – befreiendes Lachen oder wenigstens Schmunzeln von Ihnen.
Nach der Entspannung können Sie vielleicht besser und wollen dann auch unter nachweislich ungünstigen Rahmenbedingungen pädagogisch arbeiten.


direkt zu Youtube

Oder: Volker Pispers zu den Lehrern bei Youtube. Mein zweiter Tipp!

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zuletzt überarbeitet am 9. Juli 2010 / 15:10 Uhr          zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht

Profession Lehrkraft (2): Lehrer/innen sollten sich körperlich fitt halten

Die Aufgabe der Lehrerinnen und Lehrer ist schön (Ich bin gerne Lehrer!)
und anstrengend, sogar mit dem Potential, krank zu machen – z.B. durch Lärm.

Da ist es gut, wenn sich Lehrkräfte fitt halten:

2008 nahm ich zum ersten Mal an der Rieselfeld-Meile teil.

Zum ersten Mal 2008 bei der Rieselfeld-Meile

Ich hatte die Chance eines Stadtteil-Volkslaufs in meinem Wohngebiet genutzt, mich für regelmäßiges Training zu motivieren und meinen Spaß daran gefunden, mit Nachbarn und Bekannten, Kolleg/innen und Freunden zu joggen.

2009 wollten auch unseren Sohn beim Lauf mitmachen:

2009 zusammen mit meinem Sohn

2009 zusammen mit meinem Sohn

Wichtig ist in jedem Falle, für einen körperlichen Ausgleich der anstrengenden und vielfach auch sitzenden Tätigkeit von Lehrkräften zu sorgen.

Wie das geschieht, ist nicht so wichtig: Ob jemand regelmäßig spazieren geht, joggt, schwimmt, Fahrrad fährt, Mannschaftssport-Arten betreibt oder …
Hauptsache, es gibt eine Möglichkeit, körperlich sich ausdrückende Spannungen auch körperlich abzubauen.

Wenn Sie meinen, “der Lehr-Beruf sei zu anstrengend”, empfehle ich Ihnen eine Gruppensupervision mit Kolleg/innen. Darin können Sie mit Hilfe wohlwollender Kolleginnen und Kollegen und einem erfahrenen Supervisor, der das Aufgaben-Feld selbst kennt, genauer hinschauen, besonders die Stress-Faktoren genauer benennen und nach Entlastung und Abhilfe suchen.

Nach dem Abschluss einer Supervision – etwa nach einem Jahr – finden sich viele Lehrer/innen-Gruppen regelmäßig zu kollegialen Beratungen zusammen. So kann es gelingen, dass auch ohne externe Leitung eine kollegiale Fallbesprechung und so eine Entlastung aus einem Kolleg/innen-Kreis heraus möglich wird.
(Eine Anregung für einen erprobten und hilfreichen Ablauf finden Sie hier.)

Weiterführende Links

Dieser Beitrag gehört zur Reihe “Profession Lehrkraft”:

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zuletzt überarbeitet am 27. Dezember 2011 / 17:17 Uhr         zur druckerfreundlichen Ansicht zur druckerfreundlichen Ansicht