Zusammenfassung und Gliederung
Das Gehirn lernt immer. Das Gehirn kann nichts anderes. Jedes Gehirn muss lernen! -
Alle Tätigkeiten und Regungen hinterlassen Spuren in unserem Gehirn. -
Wenn wir die Funktion und Entwicklung unseres Gehirns verstehen lernen, können wir unser Gehirn besser nutzen: Wir lernen erfolgreich, sind kreativ und haben Spaß dabei.
- Eine neue, erfreuliche Aufmerksamkeit für die Hirnforschung
- Viele, gute, multimediale Angebote zu neurowissenschaftlichen Themen
- “Lernen” ist ein sehr schillernder Begiff.
- Eine Zusammenfassung wesentlicher Hauptaussagen aktueller, neurowissenschaftlicher Erkenntnisse
- Man kann etwas für das Gelingen von Lernprozessen tun.
- Man kann Lernprozesse willentlich unterstützen.
- Man kann dem Gehirn das Lernen auch erschweren oder unmöglich machen.
- Man kann ein Leben lang lernen.
- Weiterführende Links
Eine neue, erfreuliche Aufmerksamkeit für die Hirnforschung
Die Hirn- und Lernforschung, auch Neurowissenschaft genannt, erlebt aktuell erfreuliches öffentliches Interesse. Vielleicht werden die Erkenntnisse aus den wissenschaftlichen Studien auch deutlicher wahrgenommen, weil einige Autoren inzwischen so schreiben, dass durchschnittlich Gebildete diese Texte auch verstehen können.
Viele, gute, multimediale Angebote zu neurowissenschaftlichen Themen
Auch die medialen Angebote dazu wachsen erfreulicherweise:
Eine Sammlung von guten, kurzen Zusammenfassungen einiger Grundaten zum Gehirn – und weiterführende Links zu einer Reihe interessanter Podcasts findet sich bei ard.de/wissen/
“Lernen” ist ein sehr schillernder Begiff.
Je nach psychologischem oder philosophischem Weltbild werden sehr unterscheidliche Vorgänge als “lernen” bezeichnet.
Eine schöne Übersicht habe ich in Beats Biblionetz im Artikel “Wie funktioniert Lernen?” gefunden.
Meiner Wahrnehmung nach gehen die Mehrzahl moderner Veröffentlichungen vordergründig von konstrutivistischem Hintergrund aus. Wer genauer liest und hinschaut und den Gedanken länger folgt, findet allermeist auch Einsprengsel früherer Modellvorstellungen.
Meine Selbstbeobachtung ergibt genau dieses Bild von Brüchen in meinen Argumentationen auch. – Durchaus verständlich, denn die meisten von uns wurden ja noch auf dem Hintergrund anderer Modell geprägt und ausgebildet.
Eine Zusammenfassung wesentlicher Hauptaussagen aktueller, neurowissenschaftlicher Erkenntnisse
Ich fasse die mir wesentliche Hauptaussagen der aktuellen Diskussion in der Hirnforschung hier zusammen:
- Das Gehirn ist ein Organ, das begierig ist und bleibt, zu lernen.
- Es lernt immer. Das Gehirn kann nichts anderes. Es muss lernen und lernt besonders, was wir mit Begeisterung immer wieder tun!
- Das Gehirn lernt sowohl Wissens- als auch Gefühls- und Handlungsstrukturen.
Es trennt diese nicht – entgegen unseren lieb gewonnenen und sehr weit verbreiteten Vorstellungen. - Lernen bedeutet in diesem Zusammenhang schon sehr bald in der Entwicklung des Gehirns, dass Regeln aus den Sinneseindrücken und Wahrnehmungen herausgefiltert werden: Was sich immer wieder zeigt, was also einer regelhaften Wiederholung unterliegt, wird als Struktur gelernt. Biologisch sind messbare Verstärkungen der Synapsen-Verbindungen entsprechend den wiederholt dargebotenen Regelabläufen nachweisbar.
- (In diesem Zusammenhang mahnt SPITZER mit einem sehr einsichtigen Bild für den verantwortlichen Umgang mit unserem Hirn, in dem er zu einem „Hirn-Umweltschutz“ rät. – Siehe Buchhinweis “Vorsicht Bildschirm!” in der kommentierten Literaturliste)
Man kann etwas für das Gelingen von Lernprozessen tun.
Wir können unterstützen und günstige Rahmenbedingungen schaffen. Zum Beispiel eine angenehme, anregende und mit gelingenden Beziehungen günstig gestaltete Umgebung anbieten.
Nach intensivem Lernen können wir es unterlassen, weitere aufregende Eindrücke nach zu liefern, und so mögliche Überlagerungen vermeiden.
Wir können für genügend Schlaf und andere Erholung sorgen.
Man kann Lernprozesse willentlich unterstützen.
Neuere psychologische Forschungen zu den Fragen, wie wir unser Verhalten beeinflussen und erfolgreich verändern können, haben ergeben, dass außer der Motivation wesentlich der Wille zur Veränderung, zum Lernen, wesentlich ist.
Das Lehrgebiet Mediendidaktik der Fernuniversität Hagen hat dazu einen hilfreichen Test, den Volitionaler Personer Test (VPT) veröffentlich.
In 10 bis 15 Minuten können Sie online und anonym einen Fragebogen zu Ihrem Lernverhalten in herausfordernden Bedingungen ausfüllen und erhalten eine statistische Auswertung und einige Hinweise, wie Sie Ihr Verhalten verbessern können. Ich kann diese Test gerne empfehlen.
Man kann dem Gehirn das Lernen auch erschweren oder unmöglich machen.
Wir können dem Gehirn aber auch ungünstige Bedingungen für seine Lieblingsbeschäftigung “lernen” bieten, in dem wir ihm eine Lern-Umgebung mit:
- [Angst-]Stress
- Druck
- dauerhaft langweilige Inhalte
- monotone Darstellungsform der Inhalte
- zu viele unterschiedliche Inhalte auf einmal oder parallel (Versuch des “Multitaskings”) – sehr weit verbreitete Angewohnheit, die sehr viel Energie benötigt – leider für wenig Qualität!
Auch Schlafmangel ist ein sehr wirksames Mittel, dem Gehirn das Lernen sehr nachdrücklich zu erschweren.
Man kann ein Leben lang lernen.
Die Lernfähigkeit verändert sich im Laufe der Lebensalter, sie bleibt aber zeitlebens erhalten!
Erst der Tod beendet das Lernen.
In dieser website wird das Thema “lernen” zur Zeit in drei thematischen Artikel-Reihen behandelt:
- Profession Lehrkraft (1): anregen zum selbständigen Lernen
- Schule verbessern (1): im rasanten Wandel
- selbstmotiviert lernen (1): eigene Ziele, Meilen- und Stolpersteine festhalten
und es gibt auch Empfehlungen zur Vertiefung:
- eine kommentierte Liste von Büchern und Medien zum Thema “lernen” als Anregung
- Themenseiten der ard: Wunderwerk Gehirn (mit Podcasts , Videos und weiteren Links)
und schließlich Empfehlungen für Schülerinnen und Schüler:
- ein dreistufiges Verfahren zur Steigerung der Lern-Erfolge für Schüler/innen; erprobt und bewährt – auch weil der Aufwand verträglich ist -
als Tipp bei gutefrage.net: In drei Schritten erfolgreich in der Schule sein.
zuletzt bearbeitet am 25. Juli 2010 / 09:13 Uhr
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